Der FC Bayern zeigt sich bei den geplanten Abgängen von João Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza weiterhin gelassen und lässt sich nicht zu vorschnellen Entscheidungen drängen. So platzte nun sogar ein möglicher Wechsel von Palhinha zu Aston Villa, weil der Rekordmeister nicht von seiner Kaufoption-Forderung abrücken wollte.

Eberl bleibt bei seiner Linie: Kein Ausverkauf unter Zeitdruck
Sportvorstand Max Eberl machte am Rande der Vorstellung von Neuzugang Ismael Saibari am Freitag deutlich, dass die Münchner in den Personalien Palhinha, Boey und Zaragoza keinen Handlungsdruck verspüren. Beim Poker um Palhinha sei mittlerweile „keine Chance mehr auf eine Einigung“ mit Aston Villa vorhanden, erklärte der 48-Jährige. Der Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Vorstellungen beider Klubs: Der portugiesische Mittelfeldspieler soll sich zwar bereits mit dem Premier-League-Verein einig gewesen sein, dieser wollte den Nationalspieler jedoch lediglich ausleihen. Der FC Bayern besteht dagegen auf einem festen Transfer samt entsprechender Ablösesumme.
„Das funktioniert einfach nicht, weil wir auch nicht in der Situation sind, alles machen zu müssen, was andere uns aufdrängen“, stellte Eberl klar und signalisierte damit, dass sich der Klub in Verhandlungen nicht über den Tisch ziehen lässt. Auch die Fälle von Rechtsverteidiger Boey und Offensivspieler Zaragoza gestalten sich zäh. Hier gebe es laut Eberl „eine Gesamtkonstellation und bis jetzt leider noch keine Einigung“. Allen drei Profis wurde trotz laufender Arbeitspapiere unmissverständlich mitgeteilt, dass sie in der sportlichen Zukunftsplanung des Klubs nicht mehr vorgesehen sind. Seither ranken sich hartnäckige Wechselgerüchte um das Trio, ohne dass bislang eine der Personalien final geklärt werden konnte.
Bis zum 1. September bleibt das Transferfenster in Deutschland geöffnet, sodass noch Bewegung in die Personalien kommen könnte. Eberl selbst bewertet die Marktlage nach dem Sommer als schwer kalkulierbar: Der Transfermarkt sei „nach einer WM unberechenbar“, so seine Einschätzung zur aktuellen Gemengelage im europäischen Fußball.
Vertragsverlängerung: Aufsichtsrat entscheidet Ende August
Neben den Personalfragen im Kader beschäftigt auch Eberls eigene Zukunft die Bayern-Anhänger. Der Sportvorstand steht vor einer Verlängerung seines auslaufenden Arbeitspapiers, Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte die Erfolgsaussichten zuletzt sogar mit „100 Prozent“ beziffert. Eine Entscheidung dürfte zeitnah fallen, denn am 25. August tagt der Aufsichtsrat des Rekordmeisters.
Eberl selbst gab sich zu diesem Thema zurückhaltend und verwies auf die Zuständigkeit des Gremiums: „Die Position ist so, dass man sich unterhält und dass der Aufsichtsrat die Vorgabe machen muss. Ich habe immer gesagt, ich will meinen Job machen, ich will damit überzeugen, was ich tue. Und Herr Hainer hat gesagt, der Aufsichtsrat wird gute Entscheidungen treffen, und das hoffe ich auch“, sagte der Sportvorstand am Freitag mit Blick auf seine berufliche Zukunft beim FC Bayern.