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FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die umstrittenen Ticketpreise für die kommende WM in den USA, Mexiko und Kanada verteidigt. Bei der Milken Institute Global Conference in Beverly Hills verwies er auf Marktmechanismen und die besondere Dynamik des US-Sport- und Unterhaltungsmarkts. Zugleich stellte er heraus, dass die FIFA bei der Bepreisung auch den Weiterverkauf mit einrechne.

Infantino verweist auf Marktlogik und US-Niveau
„Wir müssen den Markt betrachten – wir befinden uns in dem Markt, in dem die Unterhaltungsbranche weltweit am weitesten entwickelt ist. Deshalb müssen wir Marktpreise anwenden“, sagte Infantino. Der Schweizer machte dabei den Vergleich mit der WM 2022 in Katar auf: Das teuerste Ticket für das Finale hatte zum Nennwert rund 1.600 Dollar gekostet, während die teuerste Karte für das Endspiel des Turniers vom 11. Juni bis 19. Juli ursprünglich bei etwa 11.000 Dollar liegt.
Infantino verwies außerdem darauf, dass 25 Prozent der Tickets für die Gruppenphase für unter 300 US-Dollar angeboten worden seien. „In den USA kann man sich kein College-Spiel ansehen – ganz zu schweigen von einem Profispiel auf einem bestimmten Niveau – für weniger als 300 Dollar“, sagte er. „Und das ist die Weltmeisterschaft.“
FIFA kalkuliert den Weiterverkauf mit ein
Als weiteren Faktor nannte Infantino die ausgeprägte Weiterverkaufskultur in den USA. Die FIFA berücksichtige diese Entwicklung bereits bei der Preisgestaltung, erklärte er. „Wenn man also Tickets zu einem zu niedrigen Preis verkauft, werden diese Tickets zu einem viel höheren Preis weiterverkauft“, sagte der FIFA-Präsident. „Und tatsächlich landen die Tickets, obwohl manche Leute sagen, dass unsere Ticketpreise hoch sind, auf dem Weiterverkaufsmarkt zu einem noch höheren Preis, der mehr als doppelt so hoch ist wie unser Preis.“
In der vergangenen Woche waren auf der Weiterverkaufsplattform der FIFA vier Tickets für das WM-Finale am 19. Juli in New York zum Preis von über zwei Millionen US-Dollar pro Stück angeboten worden. Auch dazu äußerte sich Infantino: „Wenn manche Leute Tickets für das Finale für zwei Millionen Dollar auf dem Weiterverkaufsmarkt anbieten, bedeutet das erstens nicht, dass die Tickets zwei Millionen Dollar kosten“, sagte er. „Und zweitens bedeutet das nicht, dass jemand diese Tickets kaufen wird.“ Sollte dennoch jemand zu diesem Preis zuschlagen, werde er „ihm persönlich einen Hotdog und eine Cola bringen, um sicherzustellen, dass er ein großartiges Erlebnis hat“, so der 56-Jährige.
Harsche Kritik von Fans und Verbänden
Die FIFA steht wegen der Ticketpreise schon länger unter Beschuss. Die Fanorganisation Football Supporters Europe hatte im März sogar Klage bei der EU-Kommission gegen den Weltverband eingereicht.