FIFA-Spitze mit Geschlossenheit und Unterstützung von Infantino

Nach turbulenten Tagen um den Weltverband hat die FIFA-Spitze bei einem Krisentreffen in Rabat demonstrativ Geschlossenheit signalisiert. Generalsekretärin und Geschäftsleitung stellten sich hinter Präsident Gianni Infantino, der im Gegenzug sein Vertrauen in die Verwaltung bekräftigte. Zugleich räumte der Verband Fehler im Umgang mit einem umstrittenen Investitionsvorschlag ein und entschuldigte sich dafür.

Die Anzeigetafel zeigt Schiedsrichter Felix Zwayer bei der Erklärung der VAR-Entscheidung, nachdem ein Tor der USA wegen Abseits aberkannt wurde, während des WM-2026-Gruppenspiels gegen Australien am 19. Juni 2026 im Seattle Stadium. (Jamie Squire / Getty Images)
Die Anzeigetafel zeigt Schiedsrichter Felix Zwayer bei der Erklärung der VAR-Entscheidung, nachdem ein Tor der USA wegen Abseits aberkannt wurde, während des WM-2026-Gruppenspiels gegen Australien am 19. Juni 2026 im Seattle Stadium. (Jamie Squire / Getty Images)

Geschlossene Front nach Krisentreffen in Rabat

Bei dem Zusammenkommen in der marokkanischen Hauptstadt bekannten sich die anwesenden Mitglieder der FIFA-Geschäftsleitung ausdrücklich zu Gianni Infantino als einzigem von den 211 Mitgliedsverbänden demokratisch gewähltem Amtsträger der Organisation. Der Präsident wiederum sicherte der Generalsekretärin und der gesamten Administration seine uneingeschränkte Rückendeckung zu und würdigte deren Einsatz bei der Umsetzung seiner strategischen Ausrichtung.

Man einigte sich zudem darauf, die internen Abläufe zwischen Präsidium, Generalsekretariat und Geschäftsleitung künftig effizienter und transparenter zu gestalten. Besonderes Lob erhielt die Verwaltung für die reibungslose Organisation der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die nach Einschätzung der Führungsriege nur durch das geschlossene Zusammenspiel aller Beteiligten möglich gewesen sei. Die Verantwortlichen zeigten sich überzeugt, dass die Ergebnisse des Treffens die Governance-Strukturen des Verbands festigen, verlorenes Vertrauen zurückgewinnen und eine geeinte, transparente Vorbereitung auf kommende Großturniere sowie die weitere globale Förderung des Fußballs ermöglichen werden.

Umstrittener FFE-Vorschlag sorgt für Selbstkritik

Im Zentrum der Diskussionen stand der sogenannte „FIFA Forward Enterprise“-Vorschlag (FFE), bei dem nach eigener Einschätzung des Verbands handwerkliche Fehler passiert sind. Einigkeit herrschte darüber, dass weder FIFA-Rat noch Mitgliedsverbände das Gefühl bekommen sollten, aus dem Entscheidungsprozess ausgeschlossen zu sein, das Vorgehen hätte anders gestaltet werden müssen. Auch nachdem Details des Vorschlags öffentlich geworden waren, seien im Nachgang weitere Fehler unterlaufen, räumte die Verbandsspitze ein.

In einem gesonderten Schreiben an FIFA-Rat und Mitgliedsverbände entschuldigte sich die Organisation ausdrücklich für diese Versäumnisse und versprach, dass sich derartige Vorgänge nicht wiederholen sollen. Eine interne Überprüfung des Falls läuft bereits, der entsprechende Abschlussbericht soll dem FIFA-Rat auf dessen nächster regulär angesetzter Sitzung präsentiert werden.

FFE-Projekt gestoppt, FIFA kündigt härtere Gangart an

Wie bereits zuvor kommuniziert, ist der FFE-Vorschlag, dessen Realisierung ohnehin von der Zustimmung sowohl der Mitgliedsverbände als auch des FIFA-Rats abhängig gewesen wäre, inzwischen endgültig vom Tisch. Nach der Einstellung des Projekts vereinbarte die Führungsebene eine deutlich schärfere Linie gegenüber künftiger Kritik: Angriffe auf die Integrität des Verbands, seine Prinzipien guter Unternehmensführung sowie die Einhaltung ordnungsgemäßer Verfahren will die FIFA nicht mehr hinnehmen und notfalls mit allen verfügbaren Mitteln gegen Rufschädigungen vorgehen.

Man betonte gleichzeitig, aus derartigen Situationen stets lernen zu wollen, weshalb interne Prozesse weiter optimiert werden sollen. Trotz der eingeräumten Fehler stellte der Verband klar, dass sämtliche Schritte im Rahmen des Vorgangs vollständig im Einklang mit dem eigenen Regelwerk gestanden hätten. Abschließend kündigte die FIFA an, eng mit den relevanten Interessengruppen zusammenzuarbeiten, um auszuloten, wie die Fußballentwicklung über das Programm „FIFA Forward“ auch künftig im Sinne der 211 Mitgliedsverbände, der Konföderationen und Regionalverbände vorangetrieben werden kann.