Julian Nagelsmann hat mit seiner Kadernominierung für die WM 2026 bestätigt, was sich schon angedeutet hatte: Manuel Neuer kehrt ins DFB-Team zurück und geht als Nummer eins in das Turnier. Die Diskussion um den Bayern-Torhüter reißt dennoch nicht ab. Nun verlangt Lothar Matthäus vor dem Turnier vor allem eines: Geschlossenheit.

Hitzige Debatte um die Rückkehr von Neuer
Die Nominierung des 38 Jahre alten Schlussmanns hat im Vorfeld für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Eigentlich war Oliver Baumann als Stammtorhüter für das Turnier vorgesehen, doch bereits in den Wochen vor der Bekanntgabe stand nicht nur die Entscheidung selbst im Fokus, sondern auch die Kommunikation rund um den möglichen Comeback-Kurs. Dabei gerieten sowohl Nagelsmann als auch Neuer in die Kritik, weil der Routinier einen Rücktritt vom Rücktritt nie vollständig ausgeschlossen hatte.
Inzwischen haben sich zwei Lager gebildet. Die eine Seite hält es für unfair gegenüber Baumann, dass dieser Plan durch Neuers Rückkehr geändert wurde. Die andere verweist darauf, dass Neuer weiterhin Deutschlands bester Torhüter sei und deshalb folgerichtig bei der WM aufläuft.
Matthäus pocht auf Spielpraxis und Zusammenhalt
Lothar Matthäus hat sich in seiner Sky-Kolumne nun ebenfalls klar positioniert. “Wenn er fit ist, muss er gegen Finnland und die USA spielen – ohne Diskussion. Gerade nach einer längeren Pause brauchst du Spielpraxis, brauchst du Rhythmus, brauchst du die Abstimmung mit deiner Abwehr”, erklärte der Rekordnationalspieler.
Für Matthäus sind die beiden Partien vor dem Turnier keine Phase für Experimente mehr. Vielmehr sieht er sie als Generalprobe, in der Abläufe sitzen müssen und die Mannschaft sich einspielen soll. Gleichzeitig lenkte er den Blick auf ein aus seiner Sicht entscheidendes Thema: “Diese Spiele vor dem Turnier sind keine Experimente mehr, sondern eine Generalprobe. Und insgesamt geht es jetzt um etwas, das vielleicht sogar noch wichtiger ist als jede taktische Frage: Geschlossenheit. Zuletzt wurde viel diskutiert – über Aufstellungen, über Themen außerhalb des Platzes, über Entscheidungen. Das gehört dazu.”
Der frühere Weltklassespieler machte zudem deutlich, dass die Debatte nun beendet werden müsse. “Jetzt ist der Punkt erreicht, an dem diese Diskussionen nichts mehr bringen. Der Kader steht, der Trainer hat entschieden – jetzt geht es nur noch darum, gemeinsam in dieses Turnier zu gehen.”