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Marokko hat Kanadas märchenhafte WM-Reise im Achtelfinale von Houston beendet und damit den ersten Gastgeber aus dem Turnier geworfen. Trotz der frühen Verletzung von Ismael Saibari setzte sich der Afrika-Cup-Sieger klar mit 3:0 durch und zog wie schon 2022 in Katar ins Viertelfinale ein. Für die Nordafrikaner war es zugleich ein historischer Erfolg, denn erstmals steht damit ein afrikanisches Team bei zwei Weltmeisterschaften nacheinander unter den besten acht.

Saibari muss früh raus
Das hitzige, über weite Strecken aber spielerisch zähe Duell begann im klimatisierten Houston Stadium zunächst mit viel Begleitprogramm. Zum 250. Geburtstag der USA, 250 Jahre nach der Unabhängigkeits-Erklärung, richteten drei amerikanische Astronauten von der Internationalen Raumstation ISS Grußworte aus dem Weltraum an das Publikum. Auch die amerikanische Hymne wurde mit einem riesigen Banner und Navy-Sängerin Maia Rodriguez groß inszeniert.

Auf dem Platz startete dann Kanada, das sich mit dem Last-Minute-Sieg gegen Südafrika 1:0 erstmals für ein WM-Achtelfinale qualifiziert hatte, überraschend mutig. Unter den Augen von Wayne Gretzky auf der Tribüne kam der Außenseiter sogar zu der ersten klaren Chance, doch Tanitoluwa Oluwaseyi scheiterte in der 10. Minute am stark reagierenden Bono. Marokko hatte in der Anfangsphase zwar die Favoritenrolle, wirkte aber zunächst gehemmt und fand nur langsam in die Partie.
Für einen bitteren Moment aus marokkanischer Sicht sorgte Ismael Saibari. Nach einem Konter hielt sich der neue Bayern-Profi immer wieder den hinteren rechten Oberschenkel, ging schließlich zu Boden und verdeckte sich die Hände vor dem Gesicht. Nach 22 Minuten war für den am Mittwoch noch bis 2031 bei den Bayern unter Vertrag genommenen Neu-Münchner Schluss. Auf der Bank machte der 50-Millionen-Mann seinem Frust mehrfach im Trikot Luft.

Ounahi bricht den Bann
Ohne den besten Torjäger fehlte Marokko lange Zeit die nötige Kreativität und Wucht im Offensivspiel. Auch weil der Viertelfinalist von 2022 im Sechzehntelfinale gegen die Niederlande beim 3:2 nach Elfmeterschießen viele Kräfte gelassen hatte, blieb vieles behäbig. Der erste Torschuss der Nordafrikaner kam erst in der 30. Minute und war harmlos. Gleichzeitig nahm die Härte spürbar zu, Schiedsrichter Michael Oliver aus England zückte allein vor der Pause sechs Gelbe Karten, fünf davon ab der 40. Minute.
Die Erlösung brachte schließlich ein Standard. Kapitän Achraf Hakimi legte quer auf Azzedine Ounahi, der an der Strafraumgrenze völlig frei zum Abschluss kam und den Ball in der 50. Minute versenkte. Danach kontrollierte Marokko das Geschehen, während Kanada viel investierte, aber kaum noch zu zwingenden Aktionen kam.

Spätes Tor, klare Verhältnisse
Die Entscheidung fiel dann erneut über Ounahi. Nach einem Konter jagte er den Ball mit einem satten Schuss zum 2:0 ins Netz und machte damit endgültig alles klar. In der Nachspielzeit setzte Soufiane Rahimi in der 90.+8 Minute mit dem dritten Treffer den Schlusspunkt zum 3:0.
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Damit darf Marokko weiter auf die Wiederholung des großen Katar-Abenteuers hoffen. In Boston könnte es am Donnerstag um 22.00 Uhr MESZ zum Wiedersehen mit Frankreich kommen, sofern sich die Franzosen gegen den Deutschland-Schreck Paraguay durchsetzen.