In der neuesten Folge unseres WM 2026 Podcasts „Der fünfte Stern“ geht es um einen WM-Tag der Kontraste: kühle Effizienz auf der einen, echtes Drama auf der anderen Seite. Mexiko macht den Gruppensieg klar, Kanada feiert ein 6:0, das von einer schweren Verletzung überschattet wird, und die Schweiz dreht spät auf.
Mexiko und Tschechien: Pragmatismus pur in Gruppe A
Mexiko zittert sich durch ein zähes 1:0 gegen Südkorea zum vorzeitigen Gruppensieg. Den entscheidenden Treffer erzielt Luis Romo in der 50. Minute, begünstigt durch einen Patzer von Keeper Kim Seung-gyu, ehe Raul Rangel den Sieg mit starken Paraden festhält. Tschechien dagegen zittert: Beim 1:1 gegen Südafrika kassiert die Mannschaft spät einen Handelfmeter, souverän gepfiffen von Tori Penso, erst der zweiten Schiedsrichterin bei einer Männer-WM überhaupt.
Drama in Vancouver: Kanadas 6:0 mit bitterem Beigeschmack
In der Gruppe B fegt Kanada Katar mit 6:0 vom Platz, Jonathan David schnürt einen Dreierpack, begünstigt durch zwei Platzverweise. Doch der Kantersieg gerät zur Nebensache: Eine schwere Verletzung mit Schien- und Wadenbeinbruch und die Rote Karte gegen Assim Madibo legen einen Schatten über den Abend. Trainer Jesse Marsch sprach davon, man habe die Knochen brechen hören.
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Die Schweiz dreht spät auf – Manzambi als Joker-Held
Lange tut sich die Nati gegen Bosnien-Herzegowina schwer, ehe Murat Yakins Wechsel zündet: Joker Johan Manzambi wird mit einem Doppelpack zum Matchwinner, Rubén Vargas und ein Foulelfmeter von Granit Xhaka machen den 4:1-Sieg perfekt. Und abseits des Rasens? Da war England-Coach Thomas Tuchel beim Baseball der Kansas City Royals zu Gast, beobachtet von Kapitän Harry Kane.
Die Themen der Folge im Überblick
Mexikos zäher 1:0-Sieg gegen Südkorea und der vorzeitige Gruppensieg
Tschechiens 1:1 gegen Südafrika und der späte Handelfmeter
Schiedsrichterin Tori Penso – erst die zweite Frau bei einer Männer-WM
Kanada – Katar 6:0: Jonathan Davids Dreierpack und zwei Platzverweise
Der Schock von Vancouver: schwere Verletzung und Rote Karte
Die Schweiz dreht spät gegen Bosnien auf, Joker Manzambi als Matchwinner
[00:00:00] Sprecher 1: Ein 6:0 bei einer Weltmeisterschaft, und nach dem Schlusspfiff weint der beste Stürmer auf dem Rasen. Dieses Bild aus Vancouver fasst die emotionalen Gegensätze der vergangenen Nacht perfekt zusammen. Willkommen zur neuesten Ausgabe von Der fünfte Stern, täglich Nationalelf und WM 2026 News. Hallo zusammen! Heute blicken wir auf die WM-Ergebnisse von gestern Abend und heute früh, also die Gruppen A und B. Die ersten Entscheidungen über den Einzug in die K.-o.-Runde sind bereits gefallen. Es geht jetzt wirklich Schlag auf Schlag.
[00:00:34] Sprecher 2: Richtig, das fühlt sich durch diese dichte Taktung der Spiele gerade an wie eine Dauerkarte für die Haupttribüne, man kommt kaum noch hinterher. Solche Turniertage zeigen eben den Charakter einer Mannschaft. Es geht einfach nicht mehr um das Einspielen wie in den ersten Tagen, man muss Ergebnisse erzwingen.
[00:00:52] Sprecher 1: Oder eben Schicksalsschläge auf dem Platz verarbeiten. Fangen wir mal mit der reinen Ergebnisorientierung an. Also, Mexiko. Die stehen nach einem ziemlich zähen 1:0 gegen Südkorea als erster Gruppensieger fest, durch den Treffer von Luis Romo in der 50. Minute. Wobei da das Glück auch eine große Rolle gespielt hat.
[00:01:11] Sprecher 2: Wegen des Torwartfehlers, exakt. Der südkoreanische Keeper Kim Seung-gyu lässt da nach dem Zusammenprall eine völlig harmlose Flanke fallen.
[00:01:19] Sprecher 1: War das jetzt dieses berühmte Turniergesicht der Mexikaner oder einfach nur Dämmerzustand beim Gegner?
[00:01:25] Sprecher 2: Glück erzwingt man bei so einem Turnier oft durch reine Präsenz. Mexiko hat die Situation nach dem Patzer eiskalt ausgenutzt. Das zeichnet klassische Turniermannschaften halt aus: Die gewinnen keine Schönheitspreise über 90 Minuten.
[00:01:38] Sprecher 1: Eben. Die liefern im entscheidenden Moment. Den Rest erledigt dann Keeper Raul Rangel mit wirklich starken Paraden. Das reicht dann völlig, um sich das Heimspiel im Aztekenstadion am 1. Juli zu sichern. Mexikos unspektakulärer Pragmatismus liefert also.
[00:01:54] Sprecher 2: Während die feiern, zittert Tschechien. Ein 1:1 gegen Südafrika in Atlanta, das ist ein herber Rückschlag für die Jungs. Obwohl Sadílek relativ früh für die Führung gesorgt hat. Aber dann kassieren sie in der 83. Minute diesen Handelfmeter zum Ausgleich.
[00:02:07] Sprecher 1: Bemerkenswert an der Szene war vor allem die Schiedsrichterin Tori Penso.
[00:02:12] Sprecher 2: Richtig. Sie ist erst die zweite Schiedsrichterin bei einer Männer-WM überhaupt. Und sie hat beim Handspiel von Pavel Šulc nicht eine Sekunde gezögert, direkt souverän auf den Punkt gezeigt.
[00:02:25] Sprecher 1: Sie steht da logischerweise unter enormer Beobachtung. In so einer hitzigen Schlussphase so eine Entscheidung zu treffen, das zeugt schon von massiver Souveränität auf dem Platz.
[00:02:32] Sprecher 2: Von diesem mexikanischen und tschechischen Pragmatismus müssen wir jetzt aber in das emotionale Auf und Ab nach Vancouver springen. Gruppe B, da wurde es dann dramatisch. Kanada fegt Katar mit 6:0 vom Platz, Jonathan David schnürt den Dreierpack, begünstigt auch durch zwei Platzverweise für Katar.
[00:02:54] Sprecher 1: Das Resultat geriet dann aber fast zur Nebensache, wegen der schweren Verletzung von Ismaeel Mohammad. Assim Madibo hat ihn gefoult, und der Verletzte musste vom Platz getragen werden. Diagnose: Schien- und Wadenbeinbruch. Ein heftiger Schock für alle Beteiligten.
[00:03:06] Sprecher 2: Wie schwer muss dieser mentale Spagat für eine Mannschaft sein, so einen Kantersieg herauszuspielen, während der Mitspieler zeitgleich vom Platz getragen wird. Der mentale Riss in der Mannschaft war greifbar. Trainer Jesse Marsch meinte später auf der Pressekonferenz, man habe die Knochen brechen hören.
[00:03:24] Sprecher 1: Heftig. Jonathan David musste auf dem Platz von seinen Mitspielern getröstet werden. Assim Madibo sah nach dem Videobeweis dann logischerweise Rot. Trotz des sportlichen Erfolgs liegt jetzt ein riesiger Schatten über dem kanadischen Team.
[00:03:37] Sprecher 2: So eine Situation verändert die gesamte Kabinendynamik für den restlichen Turnierverlauf.
[00:03:42] Sprecher 1: Ein harter Kontrast zu dem, was in Los Angeles passiert ist. Ein Spätstart der Nati gegen Bosnien-Herzegowina. Die Schweiz tat sich anfangs unfassbar schwer, wirkte über weite Strecken regelrecht ideenlos. Erst in der Schlussphase schossen sie den 4:1-Sieg heraus.
[00:04:01] Sprecher 2: Weil Murat Yakin den entscheidenden Impuls von der Bank brachte. Johan Manzambi kam rein und wurde mit seinem Doppelpack sofort zum Matchwinner. Dieser personelle Wechsel hat diese massive bosnische Abwehr regelrecht geknackt.
[00:04:10] Sprecher 1: Rubén Vargas und dann noch ein Foulelfmeter von Kapitän Granit Xhaka haben den Deckel endgültig draufgemacht. Damit hat die Schweiz die Tür zur K.-o.-Runde weit aufgestoßen.
[00:04:20] Sprecher 2: Abseits des Rasens gab’s heute Nacht noch ein ganz interessantes Bild aus Kansas City. Englands Teammanager Thomas Tuchel war beim Baseball-Spiel der Royals zu Gast.
[00:04:31] Sprecher 1: Beim First Pitch, oder?
[00:04:31] Sprecher 2: Exakt, aufmerksam beobachtet von seinem Kapitän Harry Kane. Die Royals haben danach übrigens prompt mit 14:6 gewonnen.
[00:04:39] Sprecher 1: Eine willkommene Ablenkung. Inmitten dieses dichten Turnierplans brauchen die Teams solche Momente fernab des Fußballs, um den Kopf einfach mal frei zu bekommen.
[00:04:48] Sprecher 2: Ein Blick auf die bisherigen Ergebnisse offenbart wirklich ein faszinierendes Kontrastprogramm. Auf der einen Seite dieser emotionale Vollgasfußball von Kanada, leider überschattet von der Verletzung. Und auf der anderen Seite Mexikos kühle, ergebnisorientierte Effizienz.
[00:05:07] Sprecher 1: Im weiteren Turnierverlauf bleibt zu beobachten, welche dieser grundverschiedenen Tugenden im modernen Fußball am ehesten zum Titel führt. Leidenschaft oder Pragmatismus? Vielen Dank für eure Zeit und das Interesse an der heutigen Ausgabe. Bis zum nächsten Mal!