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Keine Sensation in Los Angeles: Spanien hat Österreich im Sechzehntelfinale der WM 2026 mit 3:0 aus dem Turnier geworfen. Ein Doppelpack von Mikel Oyarzabal (36./89.) und ein Kopfball von Pedro Porro (66.) beendeten im SoFi Stadium alle österreichischen Träume vom ersten WM-K.o.-Sieg seit 1954. Der Europameister steht damit erstmals seit dem Titelgewinn 2010 wieder in einer WM-Runde der letzten 16. Wie schon vor dem Spiel haben wir die Pressestimmen aus Wien, Madrid und der internationalen Presse gesammelt. Internationale Pressestimmen vor Spanien -vs.Österreich: „Österreich tüftelt an einer Sensation“

Österreichische Pressestimmen: „Spanien beendet Österreichs Reise“
Ernüchterung statt Sensation: Die österreichischen Medien hadern weniger mit dem Ergebnis als mit der eigenen Harmlosigkeit. Gefeiert wird vor allem einer, der die Niederlage lange kleiner hielt, als sie hätte ausfallen können.
ORF
Fußball-WM: Spanien beendet Österreichs Reise
Nüchterner geht es kaum: Der öffentlich-rechtliche Sender, der Österreichs erstes WM-K.o.-Spiel seit 1954 noch als mögliche Sternstunde angekündigt hatte, bilanzierte am Ende schlicht das Aus gegen einen übermächtigen Europameister.
LAOLA1
Spanien zu stark: Österreichs WM-Reise ist zu Ende
„Gegen spielfreudige Spanier kann Österreich in Inglewood kaum in Erscheinung treten. Am Ende steht das WM-Aus im Sechzehntelfinale“, schreibt das Sportportal und kritisiert: „Österreich ist in den Anfangsminuten viel zu passiv, den Ball hat fast nur Spanien.“ Auch danach habe das Team „physisch am Limit“ agiert und sei „de facto nicht zu Entlastungsmomenten“ gekommen.
Heute
Selber Fehler wie gegen Messi: So passierte das 0:1
Die Wiener Boulevardzeitung arbeitet sich am Führungstreffer ab: Oyarzabal habe sich „ideal fallen lassen“, seine Bewegung gestoppt und sich so von David Alaba gelöst, ehe er „völlig frei zum Abschluss“ kam. Das Tor erinnere „frappant“ an den Messi-Treffer aus der Gruppenphase. Rangnicks Schlussoffensive mit drei Mittelstürmern kommentierte das Blatt mit der Zeile: „Drei Mittelstürmer! Jetzt geht Rangnick all-in.“
oe24
Hexer von LA! Netz feiert ÖFB-Goalie Schlager
Bei aller Enttäuschung kürt oe24 einen Helden: Alexander Schlager „holte teilweise unmögliche Bälle raus, brachte die Offensive der Furia Roja teilweise zur Verzweiflung“, lenkte einen Freistoß an die Latte und verhinderte einen Abstauber von Lamine Yamal. Die Analyse des Blattes fällt trotzdem bitter aus: „Österreich hat bei der WM eine klar erkennbare Schwäche: Die Rückräume im Strafraum.“ Zwei der drei Gegentore fielen nach identischem Muster.
Der Standard
Dominierende Spanier führen 1:0 gegen Österreich und treffen die Latte
Der Standard sah einen „krassen Außenseiter“ chancenlos gegen den Europameister und feierte im Liveticker immerhin „Doppelpacker Oyarzabal“ mit sportlicher Anerkennung. Kurios aus Wiener Sicht: Schon vor dem 0:1 wurde ein spanischer Treffer von Marc Cucurella wegen eines Foulspiels von Pau Cubarsí an Torhüter Schlager aberkannt.
Spanische Pressestimmen: „Esto es Hollywood“
In Spanien ist die Erleichterung riesig, denn mit dem 3:0 endet eine erstaunliche Serie: Seit dem WM-Titel 2010 hatte die Roja bei Weltmeisterschaften kein K.o.-Spiel mehr gewonnen. Gefeiert werden Doppelpacker Oyarzabal, Rekordtorhüter Unai Simón und einmal mehr Lamine Yamal.
Marca
¡Se acabó! ¡A octavos jugando como Los Ángeles!
(„Aus! Ins Achtelfinale, mit einem Spiel wie von Engeln!“) Die Madrider Sportzeitung feierte den Abpfiff mit einem Wortspiel auf den Spielort und adelte den Doppeltorschützen als „señor de los cruces“, als Herrn der K.o.-Spiele: „Vier WM-Tore hat UNSER KILLER jetzt“, jubelte der Ticker über Oyarzabal, dem nur noch ein Treffer zum spanischen WM-Rekord von Butragueño und Villa fehlt. Historisches meldete Marca auch von Unai Simón: Der Keeper steht nun bei 519 WM-Minuten ohne Gegentor und überbot damit den 36 Jahre alten Weltrekord von Walter Zenga. Nur beim aberkannten Cucurella-Tor grollte das Blatt, Schiri-Analyst Burrull urteilte: „Es ist regulär, da ist kein Foul am Torwart.“
AS
Esto es Hollywood
(„Das ist Hollywood.“) Kürzer kann man einen Galaabend in Los Angeles kaum zusammenfassen. In der Einzelkritik schwärmte AS von den beiden Außenverteidigern Porro und Cucurella: „mehr als Außenverteidiger, Dolche“. Und zur Balleroberung vor dem 1:0 schrieb das Blatt, Rodri sei „der Beste der WM auf seiner Position“. Beim strittigen aberkannten Tor widersprach AS-Schiedsrichterexperte Iturralde übrigens den Kollegen von Marca: „Cubarsí foult den Torwart, das Tor wurde zu Recht aberkannt.“
Mundo Deportivo
Una España solvente rompe el gafe y pone la directa a octavos
(„Ein souveränes Spanien bricht den Fluch und schaltet den Direktgang Richtung Achtelfinale.“) Für das Barcelona-Blatt ist die Partie vor allem das Ende einer Blockade: „Auf nach Dallas, direkt ins Achtelfinale, und Schluss mit dem Fluch des ersten Sterns.“ Respekt zollte Mundo Deportivo ausgerechnet einem Österreicher: ÖFB-Keeper Alexander Schlager habe mit spektakulären Paraden gegen Oyarzabal und Yamal sowie beim Baena-Freistoß an die Latte ein höheres Ergebnis verhindert.
Sport
Lamine impulsa a una España que vuelve a ilusionar
(„Lamine beflügelt ein Spanien, das wieder begeistert.“) Chefredakteur Joan Vehils sah „wohl die besten 45 Minuten des bisherigen Turniers“ und rückte den Jungstar in den Mittelpunkt: Lamine Yamal habe „wieder eine Machtdemonstration aus Frechheit, Tempo und Klasse“ gezeigt und sei „ein unlösbares Problem für die österreichische Abwehr“ gewesen. Auch Rodri sei „wieder der Spieler, der den Ballon d’Or gewann“, und Dani Olmo habe sich erneut als unverzichtbar erwiesen.
El País
La Selección pasa por encima de Austria y ya está en octavos
(„Die Selección walzt über Österreich hinweg und steht im Achtelfinale.“) Die größte Zeitung des Landes hatte vor dem Spiel noch vom „verlorenen K.o.-Gedächtnis“ Spaniens geschrieben, das erstmals seit 16 Jahren wieder eine WM-K.o.-Runde überstehen wolle. Nach 90 Minuten war stattdessen von einem „überzeugenden Sieg der Mannschaft von De la Fuente“ die Rede.
Internationale Pressestimmen: „Das war Einbahnstraßen-Fußball“
Die internationale Presse ist sich einig: Spanien hat seine Favoritenrolle eindrucksvoll bestätigt und bleibt auch im vierten Turnierspiel ohne Gegentor.
ESPN
It has been one-way traffic in Los Angeles!
(„Das war Einbahnstraßen-Fußball in Los Angeles!“) Der US-Sender listet die erdrückenden Zahlen auf: 65 Prozent Ballbesitz, 28 Torschüsse und ein xG-Wert von 2,80 zu 0,49. Auffälligster Spieler sei Lamine Yamal gewesen, der mit vier Torschüssen Spaniens Offensive anführte, aber ohne eigenen Treffer blieb.
CBS Sports
Their first knockout win in 16 years at the World Cup!
(„Ihr erster K.o.-Sieg bei einer WM seit 16 Jahren!“) CBS erinnert an eine bemerkenswerte Serie: Seit dem WM-Titel 2010 hatte Spanien bei Weltmeisterschaften kein K.o.-Spiel mehr gewonnen. Für den Sender ist die Mannschaft von Luis de la Fuente der „Turnierfavorit“, die erhoffte „massive Sensation“ von Ralf Rangnicks Team blieb aus.
Sky Sport Italia
Yamal è ispiratissimo e regala numeri, la Spagna gioca a ritmo altissimo
(„Yamal ist bestens aufgelegt und zaubert, Spanien spielt in höchstem Tempo.“) Die Italiener schwärmen vom 18-jährigen Flügelstürmer und heben zugleich hervor, dass Österreichs Keeper Schlager mit seinen Paraden ein noch höheres Ergebnis verhindert habe.
Corriere dello Sport
Cucurella riceve sulla sinistra e poi serve a centro area Oyarzabal che con un preciso rasoterra mancino porta in vantaggio la Spagna
(„Cucurella bekommt den Ball links und bedient Oyarzabal im Zentrum, der Spanien mit einem präzisen flachen Linksschuss in Führung bringt.“) Die römische Sportzeitung würdigt zudem David Alaba, der bei einem Yamal-Abschluss kurz vor der Linie rettete und das dritte Tor zunächst verhinderte.
Franceinfo
Coupe du monde 2026: l’Espagne fait le break face à l’Autriche
(„WM 2026: Spanien macht den Deckel drauf gegen Österreich.“) Der französische Sender führte Spanien schon vor dem Anpfiff als „amtierenden Europameister und einen der Favoriten des Turniers“ und sah sich nach 90 Minuten bestätigt.
Fazit: Spanien untermauert Titelanspruch, Österreich geht erhobenen Hauptes
Der Tenor der Weltpresse ist eindeutig: Spanien spielte die eigene Klasse ohne Glanzlichter, aber mit erdrückender Kontrolle herunter und bleibt der Titelfavorit dieser WM. Für Österreich endet ein historisches Turnier mit der ersten K.o.-Teilnahme seit Jahrzehnten, an der guten Gesamtbilanz ändert der Abend von Los Angeles wenig. Für Marko Arnautović könnte es das letzte Länderspiel gewesen sein. Spanien trifft im Achtelfinale am 6. Juli in Dallas auf den Sieger der Partie Portugal gegen Kroatien. Alle Details zum Spiel gibt es im Spielbericht und auf der Übersichtsseite der Begegnung.