WM 2026 heute: „Schnarchnummer“ – Internationale Pressestimmen zu Kanadas Einzug ins Achtelfinale

Südafrika - Kanada1/16
So 28.06. · 21:00 Uhr · ARD

Kanada feiert das nächste Kapitel

In der Heimat wird der Erfolg vor allem als historischer Meilenstein gewertet. The Globe and Mail schrieb, Kanada habe „spät getroffen und seinen bahnbrechenden WM-Lauf fortgesetzt“. Der Toronto Star hob hervor: „Kanadas historischer WM-Lauf geht bis ins Achtelfinale weiter. Der späte Treffer von Stephen Eustaquio ist in die Annalen des kanadischen Fußballs, des kanadischen Sports und des kollektiven Gedächtnisses eingegangen.“

Stephen Eustaquio (#7) aus Kanada feiert gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen das erste Tor seiner Mannschaft während des Achtelfinalspiels der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 zwischen Südafrika und Kanada im Los Angeles Stadium am 28. Juni 2026 in Inglewood, Kalifornien.
INGLEWOOD, KALIFORNIEN – 28. JUNI: Stephen Eustaquio (#7) aus Kanada feiert gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen das erste Tor seiner Mannschaft während des Achtelfinalspiels der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 zwischen Südafrika und Kanada im Los Angeles Stadium am 28. Juni 2026 in Inglewood, Kalifornien. (Foto: Fran Santiago/Getty Images)
Auch die Vancouver Sun sah einen denkwürdigen Abend und notierte: „Kanada zieht nach einem dramatischem WM-Triumph über Südafrika weiter. Ein Tor in der Nachspielzeit von Stephen Eustaquio, eines für die Ewigkeit im sportlichen Lexikon dieses Landes, versetzte die kanadische Bank in Ekstase und brachte das Team ins Achtelfinale.“

Enttäuschung in Südafrika, Spott in England

In Südafrika überwog der Frust über das späte Aus. The Star sprach von „Herzschmerz für Bafana Bafana“ und davon, dass Kanadas Siegtreffer in der Nachspielzeit das historische Kapitel beende. Der Lauf finde „ein vernichtendes Ende“, nachdem die Mannschaft am Sonntagabend im Los Angeles Stadium im Sechzehntelfinale gegen den Mitausrichter Kanada verloren habe.

The Citizen urteilte, Kanadas spätes Tor habe den WM-Traum der Bafana zerstört. Das Abenteuer ende mit einer herben Enttäuschung, weil Eustaquio die Südafrikaner schockte. Trotz einer tapferen Defensivleistung, zu der auch zwei heldenhafte Rettungen auf der Torlinie gehörten, sei am Ende nichts geblieben. Die Sunday Times schrieb, Bafana komme nach Hause, weil das Team von Kanada spät eliminiert worden sei. Südafrika habe lange aufopferungsvoll verteidigt, müsse nach 90 Minuten aber bezahlen, als der körperlich präsente und aggressive Co-Gastgeber zuschlug.

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Aus England kam der schärfste Kommentar. The Sun meinte: „Wir haben einen neuen Anwärter auf das schlechteste Spiel der WM. Das Duell zwischen Kanada und Südafrika war nichts weniger als eine Schnarchnummer, beide Mannschaften zusammen lieferten eine der langweiligsten 90 Minuten Fußball ab, die man sich nur vorstellen kann.“

Von Spanien bis in die USA: breite Resonanz

Auch in Spanien blieb vor allem die schwache Qualität des Spiels hängen. Marca schrieb, Kanada treffe auf die Elite und habe die Vorgaben mit deutlich mehr Leidensdruck als erwartet erfüllt. Es sei sicher keine Partie gewesen, die bei Weltmeisterschaften in Erinnerung bleibe. AS fasste knapper zusammen: „Kanada war weniger schlecht.“ Sport schrieb: „Eustaquio schießt Kanada in einem grottenschlechten Spiel weiter.“ Mundo Deportivo titelte: „Stephen Eustaquio verlängert Kanadas Traum.“

In Italien bewertete die Gazzetta dello Sport die Szene in der 92. Minute als den entscheidenden Schlag. Eustaquio zerstöre „die Mauer Südafrikas“ und bringe Kanada ins Achtelfinale. Zudem sei es in einer bizarren Schachpartie die Mannschaft gewesen, die mit etwas mehr Mut aufgetreten sei, die am Ende belohnt wurde.

Le Monde schrieb in Frankreich, die kanadische Nationalmannschaft sei bei ihrer dritten WM-Teilnahme der Falle der hartnäckigen Südafrikaner entkommen. Das habe ohne überragende Leistung, aber mit großem Kampfgeist funktioniert. L’Équipe kürte Stephen Eustaquio zum Nationalhelden. In der Schweiz beschrieb Blick die Begegnung als „furchtbar nervöses Spiel zwischen zwei Mannschaften, die nicht spielen, um zu gewinnen. Sondern, um nicht zu verlieren“. Dann komme der große Moment von Stephen Eustaquio.

In den USA betonte ESPN die historische Dimension. Kanada habe nicht nur für sich selbst Geschichte geschrieben, sondern auch WM-Geschichte. Es sei das erste Spiel in der Runde der letzten 32 in der Turniergeschichte gewesen, wodurch Kanada zum ersten Sieger in dieser Phase und Stephen Eustaquio zum ersten Torschützen wurde. Als Eustaquios Schuss im Netz landete, sei die Party in vollem Gange gewesen. Die New York Times beziehungsweise The Athletic ordneten das Resultat als eines der am meisten gefeierten Ergebnisse einer kanadischen Nationalmannschaft in jeder Sportart ein.