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Die deutsche Turniernacht brachte eine Reihe von Entscheidungen, die in mehreren Gruppen für klare Verhältnisse sorgten. Kap Verde schrieb mit dem Einzug in die K.o.-Runde Geschichte, Frankreich fertigte Norwegen ab, Belgien musste im Gruppenspiel bis zuletzt zittern und mehrere Nationen buchten ihr Ticket vorzeitig fürs Sechzehntelfinale.

Kap Verde sorgt für das große WM-Märchen
Fantastisch, märchenhaft oder einfach ein kleines Fußballwunder: Kap Verde steht in der K.o.-Runde und bekommt es dort ausgerechnet mit dem Weltmeister zu tun. Vozinha gegen Messi, WM-Debütant gegen Titelträger, schöner hätte dieses Duell kaum ausfallen können.
Die „Blauen Haie“ sicherten sich mit drei Unentschieden den zweiten Platz in ihrer Gruppe und zogen damit direkt ins Sechzehntelfinale ein. Das dritte Remis war ein 0:0 gegen Saudi-Arabien, das selbst mit einem 1:0 gegen Kap Verde noch auf Rang zwei hinter Spanien hätte springen können.
FRUSTRIEREND: Für Uruguay endete die Vorrunde dagegen enttäuschend. Spanien half dem Außenseiter mit einem 1:0-Erfolg gegen den zweimaligen Weltmeister sogar ein Stück weit auf die Sprünge, denn dadurch genügten Kap Verde drei Punkte zum Weiterkommen. Uruguay hätte selbst gewinnen müssen, um nicht schon nach der Gruppenphase die Heimreise antreten zu müssen. Am Ende holte das Team aus grauer Vorzeit nur zwei Punkte. Torwart-Legende Fernando Muslera wurde nach seinem Patzer vor dem Gegentreffer in der 42. Minute zur Pause ausgewechselt, angeblich auf eigenen Wunsch. Spanien trifft nun auf Algerien oder Österreich.
Frankreichs Offensive macht früh alles klar
FORMIDABEL: Stale Solbakken hatte bei Norwegen kräftig rotiert und seine komplette Mannschaft umgebaut. Zehn Spieler gingen raus, zehn kamen hinein. Gegen Frankreichs beeindruckende Vier mit Dembélé, Olise, Doué und Mbappé war das Risiko schnell zu groß. Schon nach 32 Minuten stand es 3:1, weil Dembélé einen Dreierpack schnürte.
Für den Franzosen war es der schnellste Hattrick seit der WM 1954. Damals traf der Österreicher Erich Probst in der 4., 21. und 24. Minute gegen die Tschechoslowakei dreifach. Dembélé sagte anschließend: „Wir werden einfach konzentriert bleiben – denn die nächsten Spiele sind noch wichtiger.“ Das übernächste Spiel könnte bereits das Achtelfinale gegen die deutsche Mannschaft sein. Mon dieu, l’Allemagne!

Belgiens Zitterpartie und die Rechenspiele der Gruppen
FESSELND: In Gruppe G entwickelte sich ein packendes Torszenario. Belgien führte gegen Neuseeland mit 3:1 und wäre damit eigentlich nur Zweiter gewesen, weil Ägypten gegen Iran 1:1 spielte und bei identischer Tordifferenz von +2 einen Treffer mehr aus allen Gruppenspielen vorweisen konnte. Dann schlug Romelu Lukaku als „Joker“ zu und erhöhte auf 4:1 für Belgien, womit die Roten Teufel Erster wurden.
Doch die Situation kippte erneut, als kurz darauf Iran traf und plötzlich wieder auf Platz zwei lag, während Ägypten auf Rang drei zurückfiel. Danach wurde ein iranischer Treffer aberkannt, Belgien blieb vorne. Ein weiterer Treffer von „Joker“ Alexis Saelemaekers sorgte schließlich für Erleichterung auf belgischer Seite. Ägypten hätte mit einem eigenen Tor noch einmal an die Spitze zurückkehren können, hatte an diesem Tag aber genug erlebt und wartet nun auf das Duell mit Australien.

Mehrere Teams ziehen schon vorzeitig weiter
FREMDBESTIMMT: Durch die Resultate in Gruppe H lösten gleich mehrere Nationen schon vorzeitig ihr Ticket für die K.o.-Phase. Neben Mitfavorit England unter Thomas Tuchel, Portugal um Superstar Cristiano Ronaldo und Deutschland-Gegner Paraguay steht auch Ghana sowie Ägypten das Weiterkommen ins Sechzehntelfinale nicht mehr im Weg. Nach dem Abschluss der Gruppe G war zudem auch der Senegal sicher durch.
Damit steht fest: Alle Teams werden mindestens als einer der acht besten Gruppendritten abschließen.