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Weltmeister Philipp Lahm vor dem Ecuador Spiel heute: Baumann einen Einsatz zu schenken wäre ein schlechtes Zeichen

Philipp Lahm begleitet die WM als Experte und ordnet das Turnier in einer Video- und Textkolumne ein. In seiner heutigen Kicker-Kolumne rückt der Weltmeister von 2014 das deutsche WM-Team, die internationale Konkurrenz und vor allem Lionel Messi in den Mittelpunkt.

US Spieler Kyle Beckerman (R) und Philipp Lahm (C) beim WM-Vorrundenspiel in der Pernambuco Arena in Recifeam 26.Juni 2014. AFP PHOTO / NELSON ALMEIDA

Für Lahm ist der Argentinier weiterhin der Maßstab. Der frühere Nationalmannschaftskapitän schwärmt vom Weltstar und bezeichnet Messi als den mit Abstand besten Spieler, gegen den er je auf dem Platz stand, und als den stärksten Profi der vergangenen 20 Jahre. Deshalb traut Lahm dem Titelverteidiger auch in Katar erneut viel zu, zumal Argentinien wieder eingespielt und ganz auf Messi zugeschnitten wirkt.

Erinnerungen an 2006 und der Blick auf das DFB-Team

Beim deutschen Auftritt denkt Lahm auch an eigene WM-Erfahrungen zurück. Das späte 2:1 gegen die Elfenbeinküste erinnerte ihn an das zweite Gruppenspiel 2006 gegen Polen, als ebenfalls erst spät der Siegtreffer fiel. Die Atmosphäre im Land sei für WM-Spieler immer spürbar, betont Lahm. Ob 2006 vor der Haustür, 2010 in Südafrika oder 2014 in Brasilien, die Rückmeldungen von Familie, Freunden und Medien hätten gezeigt, wie eng die Heimat mit dem Team verbunden ist.

Diese Unterstützung empfinde ein Spieler nicht als Druck, erklärt Lahm, sondern als Antrieb. Es sei ein besonderes Gefühl, wenn die Nation hinter der Mannschaft stehe und man ihr einen Sommer schenken könne, der das Land zusammenführt und gesellschaftlich zu einer Einheit macht.

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Vertrauen in Musiala und Wirtz

Ein Vergleich zwischen den Generationen sei allerdings nur bedingt möglich. Lahm verweist darauf, dass die Weltmeistermannschaft von 2014 mit Miroslav Klose einen klassischen Mittelstürmer, eine klare Achse und eine sehr stabile Defensive hatte. Heute sei das Bild ein anderes. Nicht schlechter, aber eben anders. Vor allem die Offensive sei mit ihrem Talent außergewöhnlich stark, so eine Breite habe es damals nicht gegeben.

Gleichzeitig sieht Lahm bei Jamal Musiala, Florian Wirtz und Leroy Sané noch Luft nach oben. Musiala und Wirtz würde er weiter das Vertrauen schenken, Sané dagegen betrachte er nicht als tragende Säule im deutschen Spiel.

Baumann, Schlotterbeck und die weiteren Personalfragen

Auch für das nächste Spiel gegen Ecuador hält Lahm Änderungen in der Startelf grundsätzlich für unnötig. Allenfalls in der Schlussphase könne man die Spielzeit etwas verteilen. Die Mannschaft brauche den Rhythmus. Oliver Baumann extra einen Einsatz zu geben, wäre für Lahm ein schlechtes Signal an den Gegner und an die übrigen Teams, für die es noch um alles geht. Für den Wettbewerb wäre das nicht gut. Erst in einer Partie um Platz 3 könne man über den Torhüter nachdenken.

Der Ausfall von Nico Schlotterbeck tut aus seiner Sicht zwar extrem weh, für die Mannschaft habe er zwei Tage später aber keine große Bedeutung mehr. Mit Antonio Rüdiger und Jonathan Tah könne das Team den Verlust abfedern. Besonders überzeugt zeigte sich Lahm von Felix Nmecha, den er als den verlässlichsten Spieler im Kader bezeichnet. Er überrasche ihn vor allem damit, wie konsequent er Zweikämpfe annehme und gewinne. Außerdem hob Lahm Deniz Undav hervor. Sollte dieser immer wieder der entscheidende Mann sein, werde der Bundestrainer nicht daran vorbeikommen, ihn von Beginn an aufzustellen.

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