Sportwetten zur FIFA WM 2026: Zocker wetten 50 Milliarden Dollar während der WM!

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 dürften nach Schätzung der Investmentbank Macquarie weltweit 50 Milliarden US-Dollar auf Wettkonten landen. Bei der WM 2022 in Katar lag die Summe noch bei 35 Milliarden Dollar. Auch in Deutschland rechnet der Deutsche Sportwettenverband mit einem massiven Geschäft, zugleich aber mit einem hohen Anteil illegaler Einsätze.

Nahaufnahme des offiziellen Spielballs der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 mit dem Turnier-Logo und dem Schriftzug FIFA World Cup United States Canada Mexico. Das Turnier ist das erste WM mit 48 Mannschaften. (Copyright Depositphotos.com)
Nahaufnahme des offiziellen Spielballs der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 mit dem Turnier-Logo und dem Schriftzug FIFA World Cup United States Canada Mexico. Das Turnier ist das erste WM mit 48 Mannschaften. (Copyright Depositphotos.com)

Deutschland zwischen Lizenzmarkt und Schwarzmarkt

Allein hierzulande erwartet der DSWV ein Wettvolumen von knapp einer Milliarde Euro. Davon sollen 600 bis 700 Millionen Euro bei Anbietern mit deutscher Lizenz gesetzt werden, während 300 bis 400 Millionen Euro auf dem Schwarzmarkt bei illegalen Buchmachern verschwinden. Diese führen nach Angaben des Verbands zudem keine Steuern an den deutschen Fiskus ab.

Der Schwarzmarkt wächst dabei weiter. Nach Zahlen der Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL, legte er von 2024 auf 2025 um 17 Prozent zu. Der legale Markt dagegen tritt auf der Stelle, wie die DSWV-Daten zeigen: 2023 betrug der Umsatz 7,9 Milliarden Euro, 2024 stieg er auf 8,2 Milliarden Euro und 2025 auf 8,3 Milliarden Euro.

Der Streit um den Glücksspielstaatsvertrag

Als Hauptgrund nennt der DSWV den Glücksspielstaatsvertrag, der seit 2021 gilt und das Angebot der legalen Wettanbieter im internationalen Vergleich zu streng reguliere. Eine Auswertung des Beratungsunternehmens H2 Gambling Capital stützt diese Sicht aus Sicht des Verbands: Im europäischen Durchschnitt liegt der Bruttospielertrag im legalen Online-Glücksspielmarkt bei 98 Euro, in Deutschland dagegen nur bei 23 Euro.

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Die Erklärung des DSWV: Wegen des zwangseingeschränkten Angebots der legalen Anbieter wandere ein relevanter Teil der Wetten auf den Schwarzmarkt ab. Damit verliere der regulierte Markt nicht nur Volumen, sondern auch seine Wettbewerbsfähigkeit.

Folgen für Sport, Politik und Kontrolle

Die Auswirkungen treffen nach Verbandsangaben auch den Sport. Die Sponsoring-Ausgaben der legalen Anbieter seien von 84 Millionen Euro in der Saison 2020/21 auf 47 Millionen Euro in der Spielzeit 2024/25 nahezu halbiert worden.

In diesem Jahr startet zudem die gesetzlich nach fünf Jahren vorgesehene Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags. Die überarbeitete Fassung soll Anfang 2029 in Kraft treten. Für diese Reformphase fordert der DSWV von der Politik eine Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft gegen den Schwarzmarkt, mehr Netzsperren gegen illegale Wettangebote per IP Blocking, zusätzliche Zahlungsuntersagungen gegen Finanzdienstleister per Payment Blocking sowie ein konsequentes Vorgehen gegen Werbepartner illegaler Anbieter. Gleichzeitig verlangt der Verband eine Stärkung des legalen Marktes durch vorsichtige Lockerungen der Beschränkungen, vor allem bei Live-Wetten.

Nach Ansicht des DSWV ist nur der regulierte Markt in der Lage, Spielerschutz zu gewährleisten, auch im Live-Bereich. Als Beispiel nennt der Verband ein anbieterübergreifendes Sperrsystem und Einzahlungslimits. Zudem verweist die GGL auf den sogenannten Safe Server, eine zentrale Datenplattform, die jede Wettbewegung in Echtzeit erfassen und auffälliges Spielverhalten sofort erkennen könne.

Die Hoffnung dahinter ist klar: Ein Drittel der Zocker ist auch Kunde illegaler Anbieter. Mit Schutzmaßnahmen und garantierten Gewinnauszahlungen sollen sie vom Schwarzmarkt zurück in den legalen Markt geholt werden.