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Bei der Fußball-WM 2026 haben Mexiko, Kanada und die Schweiz wichtige Siege eingefahren. Während Mexiko mit dem zweiten Erfolg im zweiten Spiel bereits als Gruppensieger feststeht, setzte Kanada beim 6:0 gegen Katar ein Ausrufezeichen, bangt aber um Ismael Koné. Auch die Schweiz rückte mit dem 4:1 gegen Bosnien und Herzegowina deutlich näher an die K.o.-Runde heran.

WM Ergebnisse vom 18/19.6.2026
Mexiko macht den Gruppensieg klar
Co-Gastgeber Mexiko hat vorzeitig Platz eins in der Gruppe gesichert. In Guadalajara gewann „El Tri“ das zähe Duell mit Südkorea 1:0 (0:0), holte damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel und steht als erstes Team der WM im Achtelfinale. Dort wartet zum Auftakt ein weiteres Heimspiel, denn am 1. Juli geht es im legendären Aztekenstadion gegen einen Gruppendritten.
Den entscheidenden Treffer erzielte Luis Romo in der 50. Minute, nachdem Südkoreas Torhüter Seung-gyu Kim bei einer Flanke patzte. Für Südkorea um Kapitän Heung-Min Son ist das abschließende Vorrundenspiel der Gruppe A gegen Südafrika am 24. Juni nun ein Finale. Parallel trifft Mexiko auf Tschechien.

Beide Teams waren mit Auftaktsiegen ins Estadio Akron im Vorort Zapopan von Guadalajara gekommen. Mexiko hatte das denkwürdige Eröffnungsspiel der XXL-WM inklusive drei Platzverweisen im Aztekenstadion mit 2:0 gegen Südafrika gewonnen, Südkorea hatte Tschechien 2:1 bezwungen. Die Asiaten hätten früh in Führung gehen können, als der frühere Bundesligaprofi Son Torhüter Raúl Rangel mit einem Heber überwand, Johan Vásquez aber noch auf der Linie rettete. Im Vorfeld stand Son dabei im Abseits. Mehr ließ Mexiko zunächst nicht zu, abgesehen von einem Kopfball von Julián Quinones in der 20. Minute.
Wie schon zum Auftakt reagierte das Heimpublikum zur Pause mit lauten Buhrufen und Pfiffen auf die Leistung der Gastgeber. Nach dem Seitenwechsel fiel dann die Vorentscheidung: Kim ließ eine sicher abgefangene Flanke nach einem Zusammenprall mit einem Mitspieler fallen, Romo war sofort zur Stelle. Südkoreas Coach Myung-bo Hong nahm Son und den Mainzer Jae-Sung Lee vom Feld und brachte zwei Angreifer in der 57. Minute, doch den „Taeguk Warriors“ fehlten die Ideen. Auf der Gegenseite verpasste der eingewechselte Obed Vargas in der 85. Minute die endgültige Entscheidung, kurz darauf musste Mexikos Keeper Raul Rangel in der 87. Minute noch einmal in höchster Not eingreifen.
Kanada feiert und leidet nach dem 6:0
Kanada ist mit einem klaren 6:0 (3:0) gegen Katar erstmals bei dieser WM erfolgreich gewesen und hat das Ticket für die nächste Runde weit aufgestoßen. Im BC Place von Vancouver gerieten die Gastgeber allerdings nach der schweren Verletzung von Ismael Koné mitten im Jubel in einen Schockzustand. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler verletzte sich bei einem Foul von Assim Madibo in der 51. Minute offenbar schwer am linken Bein, das sichtbar fehlgestellt war.
„Wir wollten so Fußball spielen, dass das Publikum elektrisiert wird. 40 Millionen Kanadier werden heute behaupten können, sie waren im Stadion. Was für ein Spiel von unserer Mannschaft“, sagte Jesse Marsch. Gleichzeitig blieb der Wermutstropfen groß. Jonathan David, der am Ende doppelt traf, wurde mit Tränen in den Augen von seinen Mitspielern getröstet. Marsch betonte: „Er ist ein großer Verlust, aber es wird ihm gutgehen. Wir werden die besten Ärzte für ihn besorgen.“
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Madibo sah nach Überprüfung durch den Videobeweis die Rote Karte. Später kam es nach dem Spiel wohl deswegen noch zu einer Rudelbildung. Schon zuvor hatte Katar einen weiteren Platzverweis kassiert, weil Homam Ahmed in der ersten Halbzeit nach einer Notbremse vom Platz gestellt worden war. Auf dem Rasen sorgten Cyle Larin in der 16. Minute und David mit seinen Treffern in der 29. sowie in der 45.+3. Minute früh für klare Verhältnisse. Nach der Pause erhöhten der für Koné eingewechselte Nathan Saliba in der 63. Minute, ein Eigentor von Mohamed Manai in der 75. Minute und erneut David in der 90.+2. Minute.
Das Team von Jesse Marsch kann sich am 24. Juni im letzten Gruppenspiel gegen die punktgleiche Schweiz sogar noch den ersten Platz in Gruppe B sichern. Das wäre für den Co-Gastgeber sportlich und logistisch bedeutend, denn der Sieger dieser Staffel würde sowohl das Sechzehntel- als auch ein mögliches Achtelfinale in Vancouver bestreiten. Obwohl Bayern-Profi Alphonso Davies nach seiner überstandenen Oberschenkelverletzung erstmals seit März 2025 wieder im kanadischen Kader stand, brauchten die Gastgeber ihn für die frühe Kontrolle nicht. Nach dem abgewehrten Schuss von Richie Laryea staubte Larin kompromisslos ab. Danach dominierte Kanada die Partie gegen Katar, das nach der Roten Karte gegen Ahmed und dem Ausfall von Madibo kaum noch Ordnung fand. Die rund 50.000 Fans feierten ausgelassen, bis der Anblick des verletzten Koné die Stimmung kurzzeitig erstarren ließ. Unter Applaus und Sprechchören wurde der Sechser schließlich vom Platz getragen und winkte den Zuschauern zu, während Saliba sein Trikot in die Höhe hielt.
Schweiz übernimmt mit Manzambi das Kommando
Auch die Schweiz hat im zweiten Gruppenspiel einen deutlichen Schritt Richtung K.o.-Phase gemacht. In Los Angeles setzte sich die Nati nach einer langen zähen Phase 4:1 (0:0) gegen Bosnien und Herzegowina durch. Die Hauptrolle spielte der eingewechselte Johan Manzambi, der Freiburgs Juwel mit einem Doppelpack zum Matchwinner machte.
„Das ist wie ein Traum“, sagte Manzambi. „Dass ich die WM spielen kann und dann zwei Tore schieße und Man of the Match bin. Heute kann ich sicher nicht schlafen.“ Neben ihm trafen auch Ruben Vargas in der 84. Minute und Kapitän Granit Xhaka per Foulelfmeter in der 90.+7. Minute für die Mannschaft von Murat Yakin, die damit bei vier Punkten steht und sehr gute Karten im Rennen um das Achtelfinale hat. Bosniens Tarik Muharemovic sah in der 80. Minute nach einer Notbremse Rot, Ermin Mahmic verkürzte in der 90.+3. Minute noch auf 1:4. Die Bosnier haben trotz ihres einen Punktes weiter Chancen, weil im letzten Gruppenspiel noch das Duell mit Außenseiter Katar wartet. Die Schweiz trifft zum Abschluss auf Co-Gastgeber Kanada.

Zu Beginn hatte sich ein anderes Bild gezeigt. Die Schweizer gingen als leichter Favorit ins Spiel und kontrollierten die Partie zunächst, ohne zu zwingenden Abschlüssen zu kommen. Granit Xhaka ordnete das Geschehen im Zentrum, Dan Ndoye prüfte mit dem ersten Abschluss das Außennetz in der 10. Minute. Edin Dzeko, der hinter Cristiano Ronaldo und Luka Modric nun als drittältester Startelf-Profi der WM-Geschichte geführt wird, fand zunächst kaum Bindung zum Spiel. Die Schweizer waren zwar präsenter, doch die Ideen im letzten Drittel fehlten. Den ersten großen Akzent setzte Remo Freuler mit einem Distanzschuss in der 23. Minute, der links vorbeiging.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig, die Nati rannte an und kam zunächst nicht in die gefährlichen Räume. Dann sorgte Ndoye mit einem Fallrückzieher für das erste große Highlight, doch St. Paulis Nikola Vasilj parierte stark in der 56. Minute. Auf der anderen Seite musste Gregor Kobel erstmals ernsthaft eingreifen, als er einen wuchtigen Abschluss von Amar Dedic in der 69. Minute entschärfte. Erst danach brach die Partie auf. Manzambi traf mit einem kraftvollen Volleyschuss, brachte die Schweiz auf Kurs und belebte das Spiel, ehe Vargas und Xhaka den Erfolg in der Schlussphase klar machten.
Tschechien verspielt den Sieg spät
Tschechien steht nach dem 1:1 (1:0) gegen Südafrika vor dem vorzeitigen Aus bei dieser WM. In Atlanta reichte die frühe Führung durch Michal Sadilek nicht, weil Teboho Mokoena in der 83. Minute per Handelfmeter ausglich. Für Patrik Schick verlief der Abend erneut enttäuschend, der Leverkusener blieb wie schon zum Auftakt gegen Südkorea blass und vergab seine Chancen unglücklich.
Damit brauchen die Tschechen zum Abschluss der Gruppe gegen Gastgeber Mexiko wohl zwingend einen Sieg. Dasselbe gilt für Südafrika, das am 24. Juni parallel auf Südkorea trifft. Die Partie wurde von Tori Penso geleitet, die als erst zweite WM-Schiedsrichterin überhaupt zum Einsatz kam. Die Amerikanerin machte ihre Sache souverän und entschied beim Handspiel von Pavel Sulc sofort auf Strafstoß. Penso trat damit in die Fußstapfen von Stéphanie Frappart, die vor vier Jahren in Katar mit ihrem Einsatz bei Deutschland gegen Costa Rica als Pionierin Geschichte geschrieben hatte.

Die Tschechen hatten auf einen deutlich stärkeren Schick gehofft. Der Angreifer kam beim 1:2 gegen Südkorea zum Auftakt nur auf elf Ballkontakte und blieb ohne Torschuss, wurde nach 63 Minuten frustriert ausgewechselt. Trotzdem stellten sich die Mitspieler demonstrativ hinter ihn. „Wir müssen ihn einfach in die bestmöglichen Positionen bringen und ihm helfen“, sagte Kapitän Ladislav Krejci. Das Team brauche die „Fähigkeiten“ des Leverkuseners.
Zu Beginn schien der Plan aufzugehen. Schon nach 45 Sekunden kam Schick am Fünfer frei zum Kopfball, setzte den Abschluss aber daneben. Tschechien erhöhte danach das Tempo und überrollte den Außenseiter in der Anfangsphase. Sadilek belohnte den Blitzstart nach einem schnellen Einwurf und der direkten Ablage von Alexandr Sojka. Nach etwa einer Viertelstunde fand Südafrika besser ins Spiel, danach entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, allerdings auf überschaubarem Niveau. Vor den Toren passierte bis zur Pause kaum etwas. Nach dem Seitenwechsel drängten die Tschechen auf die Vorentscheidung, doch Lukas Cerv in der 47. Minute und erneut Schick in der 48. Minute vergaben gute Möglichkeiten. Danach verlief die Druckphase abrupt im Sand. Südafrika kam offensiv lange nicht zur Geltung, der harmlose Kopfball von Evidence Makgopa in der 74. Minute war der erste Schuss überhaupt auf das Tor von Matej Kovar. Am Ende musste ein Elfmeter helfen.