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Kein Gegentor in zehn WM-Qualifikationspartien, dazu die weiße Weste im ersten WM Gruppenspiel gegen Ecuador: Die nackten Zahlen sprechen klar für die Elfenbeinküste. Doch wer die ersten 30 Minuten des 1:0 gegen Ecuador gesehen hat, dürfte an der Unantastbarkeit dieser Defensive zweifeln. Gerade in dieser Phase offenbarte das Team von Emerse Faé einige Lücken. Nun geht es gegen Deutschland!

Für die DFB-Elf wäre es aber ein Fehler, daraus auf ein leichtes Spiel zu schließen. Vielmehr muss sich Deutschland am Samstag auf eine enorm robuste Abwehr einstellen, die sich deutlich anders präsentieren dürfte als noch gegen Ecuador. Schon deshalb, weil mit Wilfried Singo von Galatasaray und Emmanuel Agbadou von Besiktas dort nur die zweite Besetzung im Zentrum verteidigte.
So wird Deutschland offiziell spielen: (Update 20:35 Uhr)
Es wird genau dieselbe Elf sein wie gegen Curacao!
1 Neuer – 4 Tah, 5 Pavlovic, 6 Kimmich (C), 7 Havertz, 10 Musiala, 15 Schlotterbeck, 17 Wirtz, 18 Brown, 19 Sané, 23 Nmecha.
Offizielle Aufstellung Elfenbeinküste:
Fofana, Konan, Singo, Kossounou, Agbadou, Kessie (C), Sangare, Oulai, Bonny, Diomande, Diallo
Kossounou und Ndicka als neue Härte im Zentrum
Gegen Deutschland könnten dagegen Odilon Kossounou, früher bei Bayer Leverkusen und inzwischen bei Atalanta Bergamo, sowie Evan Ndicka von der AS Rom von Beginn an auflaufen. Kossounou kam gegen Ecuador nach muskulären Problemen nur als Joker, Ndicka fehlte angeschlagen. Zusammen bilden sie ein kompromissloses Duo, zwei „Monster“, gegen die kaum ein Angreifer gern antritt. Und auch davor wird es nicht leichter, denn Franck Kessié von Al-Ahli und Seko Fofana vom FC Porto sind ebenfalls keine Akteure, die in Zweikämpfen zurückziehen.
Kommt es zu dieser Konstellation, hätte die deutsche Offensive es mit einer Abwehrreihe zu tun, die im direkten Duell enorm wehtun kann. Faé könnte in diesem Fall Singo auch wieder nach rechts in die Viererkette schieben, so wie er es nach Kossounous Einwechslung gegen Ecuador getan hat. Dann stünden drei hochkarätige Defensivkräfte auf dem Platz, während Agbadou, der vor der Pause selbst als Schwachpunkt auffiel, auf die Bank müsste.
Faé setzt auf Variabilität und Überraschung
Diese Variante würde die Absicherung noch einmal erhöhen, weil Singo im Rückwärtsgang verlässlicher agiert als Rechtsverteidiger Guela Doué, der sehr offensiv denkt. Der Bruder von PSG-Profi Désiré Doué brachte gegen Frankreich in der WM-Generalprobe allerdings seine ganz andere Qualität ein. Beim 2:1 gegen die Équipe Tricolore wurde er erst mit einer feinen Kombination durch die Mitte aus Mittelstürmerposition zum 1:1, ehe er später über rechts das Siegtor zum 2:1 vorbereitete.
Genau diese Mischung aus Variabilität und Überraschungseffekt macht die Elfenbeinküste gefährlich. Faé gibt sich deshalb offensiv selbstbewusst. „Wir treten an, um zu gewinnen“, sagt er, „wir wollen die deutsche Mauer zum Einsturz bringen.“
Dafür verfügt er über zwei grundverschiedene personelle Optionen und kann zudem auch taktisch umstellen. Gegen Ecuador und zuvor erstmals gegen Frankreich hatte er überraschend auf ein 4-4-2 gesetzt, ehe er in der Schlussphase wieder zum gewohnten 4-3-3 zurückkehrte. Für das DFB-Team bedeutet das, sich auf mehrere Szenarien einzustellen.
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Offensive Qualität und flexible Ordnung
Die Elfenbeinküste ist nicht nur wegen der Angreifer Yan Diomande von RB Leipzig und Amad von Manchester United schwer auszurechnen. Auch die Defensiv-Maschinen, die Faé je nach Gegner und Spielverlauf variieren kann, machen die Ivorer unberechenbar. Beim Sieg gegen Frankreich zeigte das Team bereits, wie gut diese Mischung funktionieren kann.
Deutschland trifft am Samstag, 20.6., um 22.00 Uhr in Toronto auf die Elfenbeinküste. Die Partie läuft live im ZDF und bei MagentaTV.
Voraussichtliche Aufstellung Deutschland: Neuer, Kimmich, Tah, Schlotterbeck, Brown, Pavlovic, Nmecha, Sané, Wirtz, Musiala, Havertz.
Voraussichtliche Aufstellung Elfenbeinküste: mit Ndicka, Singo, Konan, Kessié, Seko Fofana, Yves Fofana, Guéla Doué, Yan Diomande, Amad sowie Pépé und Wahi.