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Rekordweltmeister Brasilien startet am Sonntag im MetLife Stadium in New Jersey gegen Marokko in seine Gruppe-C-Kampagne der WM 2026. Die Partie ist ein Spitzenspiel der WM-2026-Vorrunde. Für die Selecao ist es der Auftakt in einen Wettbewerb, in dem sie nach dem Viertelfinal-Aus in Katar vor vier Jahren Wiedergutmachung suchen. Die Atlas Lions wollen ihrerseits beweisen, dass ihr sensationeller Halbfinal-Lauf von 2022 kein Ausreißer war. Die WM-Partie Brasilien gegen Marokko am Sonntag, den 14. Juni 2026, um 00:00 Uhr MESZ live bei ZDF und MagentaTV übertragen.

Brasilien mit neuer Handschrift unter Ancelotti
Im Mai 2025 schrieb der brasilianische Fußballverband Geschichte, als er Carlo Ancelotti als ersten ausländischen Nationaltrainer des Landes präsentierte. Der 67-jährige Italiener sucht nach einer glanzvollen, titelreichen Klubkarriere über drei Jahrzehnte nun auf der internationalen Bühne eine neue Herausforderung.
Brasilien ist die erfolgreichste Nation der WM-Geschichte, mit den meisten Spielen, Siegen und Titeln. Die Seleção kommt auf 114 Partien, 74 Erfolge und fünf Weltmeisterschaften. Außerdem nahm das Land seit der Premiere 1930 an jeder WM-Endrunde teil.
Den letzten WM-Triumph feierten die Brasilianer 2002. Die aktuelle Durststrecke von 24 Jahren entspricht exakt der Phase zwischen 1970 und 1994, als der nächste Titel ebenfalls erst auf amerikanischem Boden gelang.
Der Weg zur neu aufgelegten, auf 48 Teams erweiterten Endrunde verlief allerdings nicht makellos. In 18 Spielen holte Brasilien acht Siege, vier Remis und sechs Niederlagen und belegte am Ende Platz fünf, was den direkten Einzug über einen der sechs CONMEBOL-Startplätze sicherte. Zum Abschluss der Qualifikation setzte es ein überraschendes 0:1 in Bolivien. Seit Oktober kamen zudem Testspielniederlagen gegen Japan mit 2:3 und gegen Frankreich mit 1:2 hinzu, ehe Ancelottis Mannschaft die jüngsten drei Partien gegen Kroatien, Panama und Ägypten mit einem Gesamtscore von 11:4 für sich entschied.
In der FIFA-Weltrangliste liegt Brasilien auf Rang fünf. Gegen afrikanische Teams spricht die Bilanz klar für den Rekordchampion, denn sieben von acht WM-Duellen wurden gewonnen. Die einzige Ausnahme bildete das 0:1 in der Gruppenphase gegen Kamerun bei der WM 2022. Entsprechend sehen die besten WM-Wettanbieter die Selecao als deutlichen Favoriten für das Erreichen der K.-o.-Runde in Gruppe C.
Marokkos Aufstieg und der Wechsel auf der Bank
Marokko reist als eines der spannendsten Teams des Turniers an. Vier Jahre nach dem historischen Einzug als erstes afrikanisches Land ins WM-Halbfinale steht für den Atlas-Löwen bei der siebten Endrunden-Teilnahme die nächste große Bewährungsprobe an. Viele Experten trauen der Auswahl erneut einen langen Lauf zu.
Die Turnierhistorie der Marokkaner ist eng mit Nord- und Mittelamerika verknüpft. Die ersten drei WM-Auftritte fanden 1970 und 1986 in Mexiko sowie 1994 in den USA statt. Dort gab es zunächst das Aus in der Vorrunde, 1986 aber auch einen bemerkenswerten Sprung bis ins Achtelfinale. Auf amerikanischem Boden folgte 1994 eine ernüchternde Endrunde mit drei Niederlagen.
Sportlich hat sich Marokko in den vergangenen Jahren zu einer Macht entwickelt. Seit Beginn des Jahres 2023 stehen 33 Siege, zehn Unentschieden und nur zwei Niederlagen in 45 Begegnungen. In der FIFA-Rangliste wird das Team aktuell sogar vor den Niederlanden, Belgien und Deutschland geführt und rangiert auf Platz sieben.
Walid Regragui gebührt großer Anteil an diesem Aufstieg. Unter ihm marschierte Marokko mit acht Siegen aus acht Partien souverän durch die CAF-Qualifikation für die WM und wurde in diesem Jahr nach dem chaotischen Endspiel, in dem Senegal der Titel aberkannt wurde, zudem kontrovers zum Afrika-Cup-Sieger erklärt. Regragui trat jedoch weniger als 100 Tage vor der WM zurück. Seitdem hat Ex-U23-Coach Mohamed Ouahbi übernommen und den A-Kader in fünf Spielen zu drei Siegen und zwei Remis geführt. Zuletzt hieß es beim 1:1 gegen Norwegen Unentschieden.
Gegen Brasilien will Marokko auch im direkten Duell ein Ausrufezeichen setzen. Zwei der bisherigen drei Vergleiche gingen an den WM-Rekordchampion, das jüngste Aufeinandertreffen entschied Marokko allerdings im März 2023 mit 2:1 für sich.
Personalsorgen und mögliche Startelf
Bei Brasilien fehlt Neymar weiterhin. Der Rekordtorschütze der Nationalmannschaft laboriert noch immer an einer schweren Wadenverletzung zweiten Grades und dürfte für Samstag keine Option sein. Rechtsverteidiger Wesley fällt wegen einer Muskelverletzung aus, die er sich beim Testspielsieg gegen Ägypten zugezogen hat, und verpasst die WM.
Mit Ederson wurde ein künftiger Manchester-United-Profi kurzfristig in den Kader berufen. Der Mittelfeldspieler soll im Training bereits auch als Rechtsverteidiger getestet worden sein. Danilo und Roger Ibanez sind weitere Alternativen für die rechte Seite der Defensive. Voraussichtlich von Beginn an dabei sind zudem Alisson Becker, Gabriel Magalhaes und Bruno Guimaraes aus der Premier League sowie Vinicius Junior von Real Madrid und Raphinha vom FC Barcelona. Offen ist noch, ob Ancelotti im Sturmzentrum Matheus Cunha, Endrick oder Igor Thiago den Vorzug gibt.

Auch Marokko muss auf wichtige Spieler verzichten. Innenverteidiger Nayef Aguerd fehlt wegen einer Leistenverletzung, Flügelspieler Abde Ezzalzouli aufgrund einer Knieverletzung. Beide wurden bereits durch Marwane Saadane von Al Fateh und Amine Sbai von Angers ersetzt. Ezzalzouli zog sich seine Blessur im Test gegen Norwegen zu, in dem auch Noussair Mazraoui mit einer Schulterproblematik ausgewechselt werden musste. Seine Einsatzfähigkeit ist zwar nicht grundsätzlich ausgeschlossen, eine späte Entscheidung steht aber noch aus.
Als gesetzte Größen gelten Kapitän Achraf Hakimi und Brahim Diaz. Letzterer erzielte gegen Norwegen sein 14. Länderspieltor im 26. Einsatz und könnte in einer variablen Dreierreihe im Angriff von Ismael Saibari, der mit Bayern München in Verbindung gebracht wird, sowie Bilal El Khannouss begleitet werden.
Mögliche Startelf Brasilien:
Alisson Becker; Danilo, Marquinhos, Gabriel, Sandro; Casemiro, Guimaraes; Raphinha, Paqueta, Vinicius Jr; Cunha
Mögliche Startelf Marokko:
Bounou; Hakimi, Diop, Riad, Mazraoui; Amrabat, El Aynaoui, Ounahi; Diaz, Saibari, El Khannouss
Wer gewinnt Brasilien gegen Marokko? Die Einschätzung zum Auftakt
Für Marokko wäre ein Sieg gegen Brasilien ein echtes Signal an die Konkurrenz und ein deutlicher Schub im Rennen um Platz eins in Gruppe C. Das Duell bringt zwei Nationen zusammen, die in der FIFA-Rangliste nur durch einen Platz getrennt sind.
Dennoch geht Brasilien als Favorit in die Partie. Mit Ancelotti an der Seitenlinie und angesichts der verletzungsgeplagten Atlas Lions samt unerfahrenerer Abwehr erwartet man von der Seleção einen offensiv starken Auftritt, der den Gegner unter Druck setzen soll.
Wer überträgt das WM-Spiel Brasilien gegen Marokko im TV?
Das WM-Spiel Brasilien gegen Marokko überträgt das ZDF live im Free-TV und im ZDF-Stream. Kommentator: Claudia Neumann. Zusätzlich läuft die Partie bei MagentaTV (Telekom) im Stream. Anstoß ist am Sonntag, den 14. Juni 2026, um 00:00 Uhr MESZ.