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Leroy Sané hat sich bei der deutschen Nationalmannschaft innerhalb weniger Tage vom Bankdrücker zum Matchwinner entwickelt und dabei zugleich Mitgefühl gezeigt. Nach dem verletzungsbedingten Aus von Lennart Karl sagte er: „Für Lenny“ sei „ein Traum geplatzt, das tut mir persönlich super leid für ihn, er ist ein super Junge, ein super Fußballspieler.“

Sané nutzt die Chance gegen die USA
In Chicago schlug für den 30-Jährigen wieder die Stunde, nachdem der Pechvogel abgereist war. Einen Tag nach dem Schock um Teenager Karl erzielte Sané beim 2:1 1:1 gegen die USA sein 17. Länderspieltor im 76. Einsatz und verhalf der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zu einer gelungenen WM-Generalprobe.
Das Spiel passte ganz zum Profil des Flügelflitzers, wie Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bei RTL formulierte: „Er ist ein Spieler, der das Unglaublichste macht – oder man sieht ihn nicht. Und das ist auch unglaublich bei seinen Fähigkeiten.“ Sané bleibt damit der ewig Hochtalentierte, dem nur wenige Fußballer auf der Welt sportlich das Wasser reichen können, der aber auch immer wieder enttäuscht hat.
Warnungen von Nagelsmann und ein Teamplayer-Auftritt
Julian Nagelsmann kennt diese Mischung aus Klasse und Unberechenbarkeit bestens. „Lothar hat es schon 200-mal gesagt, ich schon 300-mal“, sagte der Bundestrainer und ergänzte seufzend, Sané bringe alles mit, was ein Topfußballer brauche. Er solle sich „einfach von der Leine lassen – dann kann er viel Freude bereiten“.
Ganz frei wirkte Sané wenige Tage vor dem WM-Auftakt gegen Außenseiter Curacao zwar nicht durchgängig, doch immer wieder blitzte seine besondere Qualität auf. Vor allem aber zeigte er sich als vorbildlicher Teamplayer. Auf die Frage nach seinem Siegtor reagierte er gelassen: „Ist mir egal“, sagte er, „es ist fürs Team wichtiger, dass alle an einem Strang ziehen und positiv die Spiele angehen“.
Dass der Treffer in der Mannschaft gut ankam, zeigte auch der Jubel. Selbst die Ersatzspieler feierten mit, während Deniz Undav Sané augenzwinkernd einen kleinen Tritt in den Hintern verpasste, den der Torschütze mit Humor nahm. „Wir verstehen uns alle sehr, sehr gut, haben eine Riesenvorfreude im Team“, erklärte er und versprach: „Wir wollen und werden voll angreifen.“
Zweite WM für den polarisierenden Offensivmann
Für Sané ist es erst die zweite Weltmeisterschaft. 2018 war er vom damaligen Bundestrainer Joachim Löw kurzfristig aus dem Kader gestrichen worden, 2022 stand er nur beim Vorrunden-Aus gegen Costa Rica beim 4:2 von Beginn an auf dem Platz.
Bei seiner Nominierung hatte Nagelsmann über den oft polarisierenden Profi gesagt: „Er ist ein Spieler, wo man immer mehr sieht, was er nicht bringt, weil er manchmal leider eine gewisse Ausstrahlung hat.“ Intern sei der frühere Münchner dagegen „sehr beliebt“, zudem „ein super feiner Kerl“, betonte der Chefcoach in Chicago. „Er muss einfach immer an die Grenze gehen“, so Nagelsmann. Dann, und nur dann, kann Sané zu einem noch größeren WM-Profiteur werden.