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Der Triple-Traum der Bayern-Frauen ist im Halbfinale der Champions League geplatzt. Nach dem 1:1 im Hinspiel verloren die Münchnerinnen das Rückspiel beim FC Barcelona mit 2:4 (1:2) und müssen das Endspiel am 23. Mai in Oslo von der Tribüne aus verfolgen.

Barcelona zieht erneut ins Finale ein
Vor 44000 Zuschauern im Camp Nou trafen Salma Paralluelo bereits in der 13. Minute, Alexia Putellas in der 22. und 58. Minute sowie Ewa Pajor in der 55. Minute für das mit Weltstars gespickte Team aus Katalonien. Für Barcelona ist es das sechste Endspiel in Serie in der Königsklasse. Die Bayern verpassten dagegen erneut ihr erstes Europapokal-Finale und scheiterten zum dritten Mal im Halbfinale.
Die Münchnerinnen, die bereits als Meisterinnen feststehen und zudem im DFB-Pokalfinale stehen, kassierten damit auch im zweiten Duell mit Barca in dieser Saison eine Niederlage. Schon in der Ligaphase hatte es ein deutliches 1:7 in Barcelona gegeben.
Bayern kämpft, Barca bleibt kaltblütig
Die Partie begann aus Sicht der Gäste äußerst defensiv. Ohne Trainer José Barcala und ohne Nationalspielerin Franziska Kett, beide rotgesperrt, konzentrierte sich Bayern vor den Augen von Bundestrainer Christian Wück zunächst auf die Absicherung. Barcelona kontrollierte weitgehend das Geschehen in der Münchner Hälfte und wurde mehrfach gefährlich, ehe nach rund einer Viertelstunde der Führungstreffer fiel. DFB-Kapitänin Giulia Gwinn sah dabei nicht gut aus.
Die Antwort der Bayern kam prompt. Über einen Konter und Pernille Harder glich Linda Dallmann in der 17. Minute aus. Doch die Freude hielt nicht lange, weil Putellas Barcelona kurz darauf wieder nach vorn brachte. Danach lag das dritte Tor der Gastgeberinnen bereits in der Luft, mit dem knappen 1:2 aus Münchner Sicht waren die Gäste zur Pause noch gut bedient.

Späte Hoffnung und VAR-Entscheidung
Nach dem Seitenwechsel traten die Bayern mutiger auf, gerieten aber erneut früh ins Hintertreffen. Die frühere Wolfsburgerin Pajor köpfte das 3:1, kurz darauf erhöhte Putellas auf 4:1. Harder sorgte in der 71. Minute noch einmal für Hoffnung, doch die Bayern ließen anschließend mehrere Großchancen liegen. Ein weiterer Treffer der Stürmerin zählte nach Eingriff des VAR in der 90. Minute nicht mehr.
Barcelona trifft im Finale am 23. Mai in Oslo auf OL Lyonnes mit Jule Brand. Die deutsche Nationalspielerin hatte den Rekordsieger bereits am Samstag ins Endspiel geschossen, beim 3:1 gegen Titelverteidiger FC Arsenal zunächst ein Tor vorbereitet und kurz vor Schluss mit ihrem eigenen Treffer die erfolgreiche Aufholjagd vollendet. Das Hinspiel in London hatten die Arsenal-Frauen noch mit 2:1 gewonnen.
„Von den Einzelspielerinnen her ist Barca eines der besten Teams der Welt – gerade in der Offensive. Im Fußball geht es aber darum, das beste Team zu sein“, sagte Dallmann kurz vor dem Anpfiff im ZDF: „Da wir noch nie das Finale erreicht haben, löst das bei uns hoffentlich eine krasse Euphorie aus.“
Herbert Hainer bewertete die Lage zur Pause ebenfalls nüchtern: „Barcelona ist überlegen, keine Frage“, sagte der Bayern-Präsident, „aber es ist noch alles drin.“