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Mitfavorit Portugal ist mit einem Stolperer in die WM 2026 gestartet und kam zum Auftakt der Gruppe K im Houston Stadium, wo sonst die Houston Texans aus der NFL spielen, nur zu einem 1:1 gegen die DR Kongo. João Neves köpfte die Portugiesen schon in der 6. Minute in Führung, doch tief in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit traf Yoane Wissa in der 45.+5 zum Ausgleich und erzielte damit das erste WM-Tor in der Verbandsgeschichte der Kongolesen. Alle Tore und der Verlauf stehen in unserem Ergebnis-Artikel zum Spiel, hier bündeln wir die Pressestimmen zu einem Abend, an dem ein Außenseiter Geschichte schrieb und ein Favorit Fragen offenließ.
Aus Deutschland kommt das Wort vom Schock
Die deutschen Beobachter ordnen das Remis als klare Enttäuschung für Portugal ein. Die WELT titelte, der Mitfavorit sei gegen die DR Kongo nur zu einem Remis gekommen und den Afrikanern sei der erste Treffer ihrer WM-Historie gelungen. Das Blatt wertete das Unentschieden als herbe Überraschung und Schock für die Portugiesen und stellte den historischen Moment der Kongolesen in den Vordergrund.
TAG24 schaute vor allem auf die zweite Halbzeit und schrieb, auch nach dem Seitenwechsel seien die Portugiesen nicht besser geworden und hätten besonders im letzten Drittel mit der Ideenfindung gehadert. Das Portal sprach von einer großen Enttäuschung und sah ein Team, das im Aufbau zum Tor schlicht keine Lösungen fand.
Die Debatte um Martínez und Ronaldo
Im Mittelpunkt der internationalen Wertungen stand die Frage, ob Trainer Roberto Martínez richtig entschieden hat, den formschwachen Cristiano Ronaldo auf dem Platz zu lassen. Morocco World News gab Martínez selbst das Wort. Er erklärte, es ergebe keinen Sinn, den besten Torjäger des Weltfußballs in einem Spiel auszuwechseln, in dem man ein Tor brauche. Der Trainer verteidigte seine Entscheidung mit der Strafraumpräsenz seines Stürmers.
Football Today hielt die Gegenposition fest und zitierte BBC-Experte Chris Sutton, der einige Entscheidungen von Martínez nicht verstehe, Ronaldo sei am Rand geblieben und das Spiel an ihm vorbeigezogen. Sutton kritisierte den Coach scharf dafür, den wirkungslosen Angreifer nicht vom Feld genommen zu haben. (Die BBC-Stimme war für uns nur über die Wiedergabe bei Football Today greifbar, daher die Zuordnung dorthin.)
Stolz im Lager der Außenseiter
Aus dem afrikanischen Blickwinkel klang der Abend ganz anders. Das nigerianische Portal ACL Sports gab Kongos Trainer Sébastien Desabre die Bühne, der sagte, man sei stolz, das erste Tor erzielt und den ersten Punkt für das Land bei dieser WM geholt zu haben. Desabre wertete das Remis als Schritt nach vorn und stellte den ersten WM-Treffer der Verbandsgeschichte in den Mittelpunkt.
Das Daten- und Analyseportal Sofascore erklärte den Punkt taktisch und schrieb, die DR Kongo habe lange Phasen ohne Ball in Kauf genommen, tief verteidigt und die perfekten Momente zum Angriff gewählt. Das Portal lobte die disziplinierte Defensivarbeit, die Portugals Ballbesitz von rund 75 Prozent ins Leere laufen ließ.
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Worin sich die Stimmen treffen
Über die Lager hinweg deckt sich der Befund. Die deutschen Medien sehen einen enttäuschten Favoriten, ACL Sports und Sofascore beschreiben aus kongolesischer und neutraler Sicht einen verdienten Lohn für eine kluge, tief gestaffelte Anlage. Auseinander gehen die Wertungen allein in der Personalie. Während Martínez bei Morocco World News seine Treue zu Ronaldo begründete, lieferte Football Today mit der BBC-Stimme die harte Gegenrede. Einig sind sich am Ende fast alle darin, dass die DR Kongo den Abend für sich verbuchen darf.
WM 2026 Tabelle der Gruppe K
Nach dem ersten Spieltag stehen Portugal und die DR Kongo mit je einem Punkt an der Spitze, Kolumbien und Usbekistan greifen erst noch ein.
Wie es weitergeht
Für Portugal steht am 23. Juni das zweite Gruppenspiel gegen Usbekistan an, die DR Kongo trifft einen Tag später, am 24. Juni, auf Kolumbien. Beide Partien gehören weiter zur Gruppe K.
