WM, Visa und FIFA: Neuendorf wehrt Vorwürfe mangelnden Engagements ab

DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat den Vorwurf zurückgewiesen, er halte sich im sportpolitischen Umfeld der WM 2026 zu sehr zurück. In New York betonte der 64-Jährige, dass er sich sehr wohl um die relevanten Themen kümmere. Gleichzeitig machte er klar, dass bei Gesprächen mit FIFA und anderen Entscheidungsträgern Fingerspitzengefühl gefragt sei. Der DFB startet am Sonntag, den 14. Juni, um 19:00 Uhr MESZ gegen Curacao in die Weltmeisterschaft.

Ghana-Trainer Otto Addo und DFB-Präsident Bernd Neuendorf posieren vor dem Länderspiel Deutschland gegen Ghana in der MHPArena in Stuttgart am 30. März 2026. Alex Grimm / Getty Images
Ghana-Trainer Otto Addo und DFB-Präsident Bernd Neuendorf posieren vor dem Länderspiel Deutschland gegen Ghana in der MHPArena in Stuttgart am 30. März 2026. Alex Grimm / Getty Images

Neuendorf setzt auf Gespräche abseits der Bühne

„Man könne sicher sein, dass ich mich dieser Themen annehme“, sagte Neuendorf am Freitag Ortszeit in New York. Zugleich warnte er davor, alle Informationen sofort öffentlich zu machen. „Es hilft nicht, wenn ich alles, was ich weiß, auf den Markt trage.“ Für den FIFA-Council-Mitglied sei es in vielen Fällen klüger, „in Ruhe und hinter den Kulissen mit den Leuten zu reden“.

Falls Handlungsbedarf bestehe, gebe es aus seiner Sicht „entsprechende Ansprechpartner, an die wir uns vertrauensvoll wenden können“. Der DFB-Chef verwies dabei auf bereits erreichte Fortschritte, etwa bei den WM-Tickets und den Prämien. „Das haben wir als Europäer geschafft bei der FIFA. Das sind Themen, die kann man in Ruhe besprechen mit den Leuten, bei denen man weiß, dass sie die Entscheidungsträger sind. Und das findet auch statt“, sagte Neuendorf.

Weltmeisterschaften
14.6.2026
- 19:00
Deutschland
- -
Curaçao
Weltmeisterschaften
20.6.2026
- 22:00
Deutschland
- -
Elfenbeinküste
Weltmeisterschaften
25.6.2026
- 22:00
Ecuador
- -
Deutschland

 

DFB will sich bei Visa-Fällen einschalten

Zu den aktuellen Visa-Problemen rund um die WM erklärte Neuendorf, der DFB wolle sich auch für die Anhänger des deutschen Gruppengegners Elfenbeinküste einsetzen. Nach Angaben einer Fanvereinigung seien diesen Besuchern die Visa für die Einreise in die USA verweigert worden. Neuendorf sagte, er wisse nicht, ob die Sache bereits endgültig entschieden sei. Sollte das aber so sein, wäre das aus seiner Sicht „ein Vorgang, der für meine Begriffe nicht nachvollziehbar wäre“.

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Der DFB-Präsident stellte klar, dass er sich um solche Fragen kümmern werde. „Man dürfe davon ausgehen, dass ich mich um diese Sachen kümmere.“ Die Visavergabe für die Reise zur WM sorgt seit Wochen für Schlagzeilen. Laut dem American Immigration Council können auch Fans aus dem Iran, Haiti und Senegal nicht in die USA einreisen.

Sportlich bekommt die Debatte für den DFB zusätzliches Gewicht, weil Deutschland am 20. Juni im kanadischen Toronto auf die Elfenbeinküste trifft.