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Wann ist eine WM die beste WM der Geschichte? Genau diese Frage treibt die Schweizer in diesem Sommer an. Dreimal stand die Nati bereits in einem Viertelfinale, 1934, 1938 und 1954, doch damals waren Format und Teilnehmerzahl völlig andere. Heute Abend (22 Uhr, live in der ARD und bei MagentaTV) bietet sich gegen Kolumbien die Chance, erstmals in der modernen WM-Ära in die Runde der letzten Acht einzuziehen.

Der erste K.o.-Sieg seit 88 Jahren macht Mut
Gegen Algerien gewann die Schweiz zuletzt erstmals seit 88 Jahren wieder ein K.o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft. 1938 hatte sie sich im Wiederholungsspiel gegen das Deutsche Reich durchgesetzt, damals begann das Turnier allerdings direkt mit den Achtelfinals. „Wir sind zusammengewachsen, haben viel erlebt und genug Erfahrung im Umgang mit bedeutenden Begegnungen“, sagte Kapitän Granit Xhaka und schob eine Prophezeiung hinterher: „Wir können uns weiter steigern.“ Tatsächlich hat die Schweiz bei diesem Turnier noch nicht am Limit gespielt. Die Gegner der Vorrunde waren international bestenfalls zweitklassig, und selbst Kolumbien zählt nicht zu den Topfavoriten.
Manzambi fehlt, setzte aber Akzente
Mit Aufsteiger Johan Manzambi (der heute Abend fehlen wird) steht zudem ein aufregender Unterschiedsspieler im Team des SC Freiburg im Schweizer Aufgebot, der mehr ist als nur der legitime Nachfolger des zurückgetretenen Xherdan Shaqiri. Seit 2006 erreichte die Schweiz mit Ausnahme von 2010 jedes WM-Achtelfinale, doch dann war stets Schluss. 2006 gegen die Ukraine scheiterten alle Schützen kläglich im Elfmeterschießen, 2014 verlor die Nati trotz überragender Leistung gegen Argentinien durch ein Tor von Angel di Maria in der 118. Minute, 2018 und 2022 fehlte nach kräftezehrenden Gruppenduellen mit Serbien die Frische gegen Schweden (0:1) und Portugal (1:6).
„Wir haben aus diesen Erfahrungen gelernt“, sagt Trainer Murat Yakin, der sich vor vier Jahren in Katar mit seinen Personalentscheidungen auf der rechten Abwehrseite verpokerte und nun als erster Schweizer Coach eine zweite WM-Gelegenheit erhält. Zwar gibt es erneut Fragezeichen auf der rechten Abwehrseite, doch das Nationalteam wirkt insgesamt gefestigter als 2022, mit deutlich weniger emotionalen Ausschlägen in der Vorrunde.
Diesmal nur leichter Außenseiter
Zweimal war die Schweiz im Achtelfinale klarer Underdog (gegen Argentinien und Portugal), zweimal traf sie auf Gegner auf Augenhöhe (Ukraine und Schweden). Gegen Kolumbien ist die Nati höchstens leichter Außenseiter. Es könnte die perfekte Konstellation sein, um in Vancouver nachzuholen, was in Köln, Sao Paulo, St. Petersburg und Lusail nicht gelang. Und in einem möglichen Viertelfinale gegen Argentinien und Lionel Messi winkt dann nicht nur die Revanche für 2014, sondern endgültig ein Platz in den Schweizer Geschichtsbüchern.
Die voraussichtlichen Aufstellungen
Schweiz: Kobel; Ndoye, Elvedi, Akanji, Rodriguez; Freuler, Zakaria, Xhaka; Manzambi, Embolo, Vargas.
Kolumbien: Vargas; Munoz, J. Arias, Lucumi, Mojica; Puerta, Lerma; Sanchez, James, Luis Diaz; Luis Suarez.
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