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Deutschland hat sein letztes WM-Gruppenspiel gegen Ecuador mit 1:2 verloren und geht damit mit angeknackstem Selbstvertrauen ins Sechzehntelfinale. International sorgte vor allem der Auftritt der Südamerikaner für Bewunderung, während die DFB-Auswahl nach dem Rückschlag kritisch beurteilt wurde. Hier die internationalen Pressestimmen zu Deutschland gegen Ecuador.

Ecuador erntet Lob aus aller Welt
Vor allem in England fiel das Echo eindeutig aus. Die Daily Mail schrieb, die Südamerikaner hätten ihrer Kampagne neuen Schwung verliehen, weil ein Patzer von Manuel Neuer den Außenseitern in New Jersey den Sieg beschert habe. Der Guardian sprach sogar von einem hochverdienten Erfolg. Deutschland habe zwar nach zwei Minuten getroffen, doch Ecuador habe sich geweigert, das Spiel herzuschenken. In den restlichen 88 Minuten seien die Südamerikaner die bessere Mannschaft gewesen und hätten sich mit dem sicheren Platz in der K.o.-Runde belohnt.
Auch Spanien sah einen starken Auftritt der „La Tri“. Marca hob das „goldene Tor von Plata“ hervor und schrieb, Ecuador habe sich gegen ein Deutschland zurückgekämpft, dessen Form bei dieser Weltmeisterschaft nachlasse und dessen Status als möglicher Titelkandidat nun wirke wie ein Mantel, der nicht mehr passe. Die AS betonte das heldenhafte Ecuador, das sich in letzter Minute den Einzug ins Sechzehntelfinale gesichert habe. Der Sieg gegen ein schwaches Deutschland sei sensationell gewesen, hinzu komme der unbändige Kampfgeist auf schwierigstem Terrain.

Stolz in Ecuador, Warnsignale für den DFB
In Ecuador selbst wurde der Coup als historisch eingeordnet. El Universo sprach von einem der größten Kapitel der WM-Geschichte, nachdem der viermalige Weltmeister Deutschland mit 2:1 bezwungen worden sei. Für die „La Tri“ sei es der erste Sieg überhaupt gegen eine Mannschaft gewesen, die schon einmal Weltmeister geworden ist. La Hora bezeichnete die Partie als eine der komplettesten Turnierleistungen Ecuadors. Nicht nur das Ergebnis sei gegen ein Team voller Stars gedreht worden, auch über weite Strecken habe Ecuador dominiert und dabei Intensität, guten Umgang mit dem Ball und eine Persönlichkeit gezeigt, die Hoffnung auf weitere WM-Geschichte mache. Einmal mehr hätten die Ecuadorianer bewiesen, dass es immer möglich sei.
In Italien richtete sich der Blick ebenfalls auf die Konsequenzen für Deutschland. Die Gazzetta dello Sport schrieb von Ecuadors Feier und dem Einzug ins Sechzehntelfinale, nannte Plata als Matchwinner und verwies zugleich auf Unsicherheit bei Neuer. Neben der Niederlage drohe auch ein Kratzer im Selbstvertrauen der Deutschen.

Pressestimmen aus der Nachbarschaft
Auch in der Schweiz und in Österreich wurde das Spiel klar eingeordnet. Der Blick sprach von einem „Denkzettel für Deutschland“ und davon, dass Ecuador vor Glück weine. Den Deutschen könne der Ausgang zwar theoretisch egal sein, weil sie schon vor dem Spiel Gruppensieger gewesen seien, doch laut dem Blatt fuchse sie vor allem, dass sie bei dieser WM bislang nie zu null gespielt hätten. Auch gegen Ecuador sei das nicht gelungen, im Gegenteil, am Ende habe es sogar zwei Gegentore gegeben.
Der Tages-Anzeiger schrieb, Deutschland sei über Ecuador gestolpert. Selbst Joker Undav habe das nicht verhindern können. Nach dem Traumstart habe der DFB die Partie aus der Hand gegeben und damit zugleich Ecuadors Weiterkommen gesichert. Die Krone in Österreich fasste den Abend knapp zusammen und sprach von schwachen Deutschen, die gegen Ecuador k.o. gegangen seien.