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Jürgen Klinsmann hat nach dem bitteren WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft deutliche Worte gefunden. Der frühere Bundestrainer sprach beim US-Sender ESPN von einem „sehr traurigen Tag für uns alle in Deutschland“ und nannte das Ausscheiden „niederschmetternd“ und „eine Peinlichkeit“.

Klinsmann zieht harte Parallelen zu den letzten Turnieren
Der 61-Jährige ordnete das Debakel in eine Reihe schwerer Rückschläge ein. Für ihn ist der Auftritt „genau so schrecklich wie in Katar vor vier und Russland vor acht Jahren“. Die neuerliche Enttäuschung stürze Deutschland „in ein tiefes, tiefes Loch“, sagte Klinsmann weiter und machte klar, dass daraus Konsequenzen folgen müssten, „was auch immer diese Konsequenzen sein mögen“.
Besonders scharf fiel sein Urteil über den Auftritt der DFB-Elf aus, die im Sechzehntelfinale gegen Paraguay im Elfmeterschießen mit 3:4 ausgeschieden war. Klinsmann erklärte, die Mannschaft habe „ihr Gesicht verloren“.
Verantwortung bei Trainerteam, Verband und Spielern
Auf die Frage nach Bundestrainer Julian Nagelsmann wollte sich Klinsmann nicht auf eine einzelne Person festlegen. „Die Verantwortung liegt bei allen – vom Trainerstab über den Verband bis hin zu jedem einzelnen Spieler. Jeder hat seinen Teil zu diesem Desaster beigetragen“, sagte er.
Aus Sicht des Ex-Nationaltrainers fehlten der Auswahl in der entscheidenden Phase die nötigen Eigenschaften. Die Spieler hätten „nicht die Energie, die Entscheidungsfreude und Aggressivität, um diese Schlacht zu gewinnen“, kritisierte er. Besonders irritiert zeigte sich Klinsmann davon, dass die deutsche Mannschaft am Ende offenbar nicht einmal auf das Elfmeterschießen vorbereitet gewesen sei, „was irrwitzig ist. Wir lieben Elfmeterschießen normalerweise!“
Alles soll auf den Prüfstand
Klinsmann forderte nach dem erneuten WM-Fehlschlag eine grundlegende Analyse. „Alles, von oben bis unten, muss hinterfragt und diskutiert werden“, sagte der Architekt des Sommermärchens 2006. Für ihn steht fest, dass der deutsche Fußball nach diesem Aus eine umfassende Aufarbeitung braucht.