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Die Schweiz hat bei der WM 2026 in Nordamerika ein nervenaufreibendes Elfmeterschießen gegen Kolumbien mit 4:3 für sich entschieden und steht im Viertelfinale. Nach 120 intensiven Minuten in Vancouver verwandelte Ruben Vargas den entscheidenden Versuch, zuvor hatte Gregor Kobel gegen Cucho Hernadnez pariert. Damit lebt nicht nur der WM-Traum weiter, die Eidgenossen haben zugleich bereits die beste Endrundenplatzierung ihrer Geschichte erreicht. Jetzt wartet in Kansas City das Duell mit Titelverteidiger Argentinien und Superstar Lionel Messi, angesetzt für Sonntag um 3.00 Uhr MESZ.

Schweiz trotzt dem kolumbianischen Druck
Die Mannschaft von Murat Yakin musste vor dem Anpfiff einen empfindlichen Rückschlag wegstecken, weil Jungstar Johan Manzambi wegen einer Knieprellung ausfiel. Der 20 Jahre alte Akteur des SC Freiburg war zwar im Stadion dabei und reiste mit einem goldenen WM-Pokal aus Lego im Mannschaftsbus an, wurde auf dem Platz aber durch Ardon Jashari von der AC Mailand ersetzt.
Im BC Place war die Schweiz klar in der Minderheit. Zehntausende kolumbianische Fans hatten am Vormittag Ortszeit einen Fanmarsch durch Vancouver gebildet, das Stadion war fast komplett in Gelb gefärbt. Yakin blieb dennoch selbstbewusst und hatte vorab betont, man habe schon gezeigt, dass man mit dieser Kulisse umgehen könne. Die Schweiz wolle Kolumbien „mit Fußball schlagen, nicht mit den Fans“.
Auf dem Rasen entwickelte sich genau das erwartete intensive Duell. Beide Teams gingen mit hoher Aggressivität in die Zweikämpfe, wodurch kaum Spielfluss entstand und zahlreiche Unterbrechungen den Rhythmus bestimmten. Die Schweizer konnten Manzambi dabei deutlich vermissen. Fabian Rieder kam in der 30. Minute aus halblinker Position zum Abschluss, Dan Ndoye probierte es zwei Minuten später ebenfalls von links, doch die Unberechenbarkeit des Jungstars ließ sich nicht ersetzen.

Kobel hält die Schweiz im Rennen
Zur Pause reagierte Yakin und nahm den glücklosen Jashari aus der Partie. Der eingewechselte Djibril Sow verfehlte kurz nach Wiederbeginn das Tor nur knapp, später fehlte auch bei einem Freistoß von Rieder in der 53. Minute nicht viel. Für eine Entscheidung innerhalb der regulären Spielzeit reichte das aber nicht, sodass die Verlängerung den nächsten großen Prüfstein brachte.
Dort blieb die Schweiz zunächst vom Glück begleitet. Gregor Kobel konnte sich weiter auf höchstem Niveau auszeichnen, während Jhon Lucumi in der 99. Minute nur die Latte traf und Jaminton Campaz in der 115. Minute knapp verzog. Auf der anderen Seite scheiterte der eingewechselte Zeki Amdouni in der 104. Minute an Camilo Vargas.
Im anschließenden Elfmeterschießen behielt die Nati schließlich die Nerven. Kobel parierte gegen Cucho Hernadnez, Vargas setzte dann den letzten und entscheidenden Strafstoß sicher ins Netz. Für Kolumbien endete damit der größte WM-Auftritt seit Brasilien 2014, als James Rodríguez und Co. das Viertelfinale erreicht hatten.
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Historischer Erfolg für die Nati
Für die Schweiz bedeutet der Einzug unter die besten acht der Welt einen Meilenstein. Zuletzt hatte die Nati 1954 im eigenen Land ein WM-Viertelfinale erreicht und damals dafür lediglich die Gruppenphase überstehen müssen. 1934 und 1938 kam die Schweiz ebenfalls unter die besten acht, damals begann das Turnier allerdings direkt mit dem Achtelfinale.
Die Partie in Vancouver bestätigte einmal mehr, dass Yakin und sein Team auch unter maximalem Druck bestehen können. Trotz Ausfällen, kolumbianischer Übermacht auf den Rängen und einer langen, zähen Begegnung fand die Schweiz am Ende den Weg in die nächste Runde und reist nun mit einem historischen Ergebnis nach Kansas City weiter.