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Manuel Neuer wird bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada als klare Nummer eins ins Turnier gehen. Das stellte Bundestrainer Julian Nagelsmann bei der Nominierung seines 26-köpfigen Kaders unmissverständlich fest und betonte zugleich die Wirkung des Bayern-Keepers auf die Mannschaft. Hinter Neuer und Oliver Baumann ist Alexander Nübel die Nummer drei im deutschen Tor.

Neuer vor dem nächsten großen Turnier
„Ja, das planen wir“, sagte Nagelsmann am Donnerstag mit Blick auf die Rolle des 40-Jährigen. Der Chefcoach erklärte weiter: „Jeder weiß, welche Aura Manu hat, welche Qualitäten er hat, was er einer Mannschaft gibt. Er wird der Mannschaft helfen.“ Neuer war nach der EM 2024 aus dem DFB-Team zurückgetreten, seitdem hatte sich der Hoffenheimer Oliver Baumann als Stammtorhüter etabliert. Für den 35-Jährigen wäre eine Rückkehr des Münchners auf die Eins ein „natürlich ein Schlag“ gewesen, so Nagelsmann, der zugleich von einer „Weltklasse-1b-Lösung, die wir installiert haben“ sprach.
Die Entscheidung für Neuer hängt nach Angaben des Bundestrainers auch mit der Perspektive nach dem Turnier zusammen. Ausschlaggebend sei ebenfalls gewesen, „dass wir Klarheit haben, wie es bei ihm dann auch weitergeht, ob er nach der Saison weiterspielen möchte“. Neuer hatte seinen Vertrag beim FC Bayern vor Kurzem um ein Jahr bis 2027 verlängert.
Rekordjagd und mögliche Rückkehr gegen Finnland
Für Neuer wäre es seit 2010 bereits die fünfte Weltmeisterschaft. Damit würde er den Torwart-Rekord von Antonio Carbajal einstellen, der von 1950 bis 1966 bei fünf Turnieren im Einsatz gewesen war. Außerdem nahm Neuer bereits an vier Europameisterschaften teil. Sein DFB-Debüt feierte er am 2. Juni 2009 beim 7:2 gegen die VAE. Sein bislang letztes von 124 Länderspielen absolvierte er am 5. Juli 2024 beim bitteren 1:2 n.V. im Viertelfinale der Heim-EM gegen Spanien.
Am 31. Mai könnte der Weltmeister von 2014 in Mainz gegen Finnland zurückkehren, dann wären 695 Tage seit seinem letzten Einsatz im Nationaltrikot vergangen. Die Nationalmannschaft startet am Mittwoch in Herzogenaurach in die Vorbereitung auf die WM.
Wade, Bayern und die Rolle für Urbig
Sportlich ist der Rückkehrer allerdings nicht völlig sorgenfrei. Neuer plagen derzeit erneut Probleme an der linken Wade, schon dreimal fiel er in dieser Saison wegen eines Muskelfaserrisses aus. Ob der Keeper am Samstag um 20.00 Uhr in der ARD und bei Sky im Pokalfinale des FC Bayern gegen den VfB Stuttgart zur Verfügung steht, ist offen.
Beim Rekordmeister soll Neuer künftig zudem verstärkt als Mentor für den jungen Jonas Urbig eingebunden werden. Der 22-Jährige reist ebenfalls mit der Nationalmannschaft in die USA und soll im Training als vierter Torwart aushelfen, gehört aber nicht zum 26er-Kader. Neuer kommt für Bayern seit 2011 auf 598 Pflichtspiele und gewann mit dem Klub 13 Meisterschaften sowie fünf Pokalsiege. Bei seiner Vertragsunterschrift hatte er erklärt: „Hier stimmen alle Voraussetzungen: Wir können mit dieser Mannschaft jeden schlagen, ich fahre jeden Tag mit Spaß an die Säbener Straße und bringe meine Leistung.“