Donald Trump hat sich beim WM-Finale nicht nur auf das Siegerfoto der spanischen Nationalmannschaft gedrängt, sondern gleich auch noch Ansprüche für die Zukunft angemeldet. Bei Gianni Infantino warb der US-Präsident unverhohlen um eine weitere Endrunde in den Vereinigten Staaten, noch während seiner Amtszeit.

Die Szene in East Rutherford wird als Sinnbild in die Geschichte des Turniers eingehen. Als Trump Spaniens Kapitän Rodri die goldene Trophäe überreichte, versuchte der sichtlich irritierte Spielmacher, den Staatschef behutsam zur Seite zu drängen. Doch der ließ sich nicht beirren und verharrte weiter im Bild. Selbst FIFA-Präsident Infantino, der in auffällig weißen Sneakern herbeieilte und vorsichtig an Trumps Arm zog, konnte den Moment nicht verhindern. Am Ende stand Trump mittendrin auf dem Foto, das nun endgültig in die Annalen des Fußballs eingehen dürfte.
Ein Bühnenauftritt mit Ansage
Dass sich Infantino so ergeben um den US-Präsidenten bemühte, passte ins Bild der vergangenen Monate. Schon bei der Klub-WM im Vorjahr hatte sich Trump auf das Siegerfoto des FC Chelsea gemogelt. Auch beim Finale ließ er sich von Pfiffen der Zuschauer bei seinem Einlauf ins Stadion nicht aus der Ruhe bringen und nutzte die Plattform, die ihm der Weltverband über Monate bereitwillig geboten hatte, ein weiteres Mal für seine Zwecke.
Gegenüber Fox Sports erklärte Trump, angesichts des Erfolgs dieser Weltmeisterschaft werde er „sofort“ eine erneute Ausrichtung in den USA beantragen. Seinem „Kumpel“ Infantino unterbreitete er dabei gleich einen Vorschlag: „Du musst zwei Länder auswählen. Kündige uns also beim nächsten Mal wieder an und danach ein weiteres Land. Das wird die Wut und den Schock etwas lindern.“ Dass in seine Amtszeit in zwei Jahren bereits die Olympischen Sommerspiele von Los Angeles fallen, schien ihm dabei nicht zu genügen. „Wir müssen das noch einmal machen, und zwar solange ich noch da bin. Hast du das gehört, Gianni? Wir müssen hören, was Gianni dazu sagt“, sagte Trump bei seinem ersten Besuch eines WM-Spiels überhaupt.

Voller Begeisterung blickte der Präsident auf die vergangenen Wochen zurück. Er glaube nicht, „dass es jemals etwas Vergleichbares gegeben hat wie das, was rund um diese Weltmeisterschaft passiert ist“, so Trump. „Es war wunderschön. Es war einfach wunderbar anzusehen, und ich gebe Gianni wirklich die Anerkennung dafür.“ Er habe den FIFA-Chef vor der Vergabe des Turniers noch gewarnt, es könne zu vielen leeren Rängen kommen. „Damit lag ich wohl ziemlich daneben“, räumte er ein.
Einfluss auf und neben dem Platz
Bereits während des Turniers hatte Trump für Diskussionen gesorgt, als er Infantino nach eigener Aussage anrief, um eine Überprüfung der Roten Karte gegen US-Angreifer Folarin Balogun zu erwirken. Zwar betonte Infantino öffentlich die Unabhängigkeit der FIFA-Disziplinarkommission, dennoch setzte das Gremium die Sperre zur Bewährung aus, was in Teilen der Fußballwelt einen Sturm der Entrüstung auslöste.
Ob Trump seinen Einfluss künftig erneut geltend macht, bleibt abzuwarten, seine Ankündigung lässt jedoch aufhorchen. Die nächste Weltmeisterschaft 2030 wird gemeinsam von Spanien, Portugal und Marokko ausgerichtet, die ersten drei Partien sollen nach aktuellem Planungsstand in Uruguay, Argentinien und Paraguay stattfinden. Vier Jahre später übernimmt Saudi-Arabien die Gastgeberrolle, während die Vergabe für 2038, für die sich auch der DFB interessiert, noch aussteht.
Bis dahin wäre Trump bereits 92 Jahre alt. Sein Platz in der Fußball-Geschichte auf dem Siegerfoto ist ihm ohnehin schon sicher.
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