Spanien und Argentinien treffen im WM-Finale aufeinander – Generationenkonflikt!

Das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien wird zum Spektakel im MetLife-Stadium. Am Sonntag um 15 Uhr Ortszeit treffen zwei völlig unterschiedliche Mannschaftstypen in New Jersey aufeinander, etwa zehn Meilen vor den Toren Manhattans. Doch das eigentliche Spiel droht zur Nebensache zu werden.

Bildkombination der beiden Gesichter des WM-Finales 2026: Argentiniens Kapitän Lionel Messi am 11. Juli 2026 in Kansas City (links) und Spaniens Offensivspieler Lamine Yamal am 14. Juli 2026 in Arlington. Am 19. Juli 2026 treffen Spanien und Argentinien im Endspiel der Weltmeisterschaft im Stadion von New York/New Jersey in East Rutherford aufeinander. (Photo by Odd ANDERSEN and Paul ELLIS / AFP)
Bildkombination der beiden Gesichter des WM-Finales 2026: Argentiniens Kapitän Lionel Messi am 11. Juli 2026 in Kansas City (links) und Spaniens Offensivspieler Lamine Yamal am 14. Juli 2026 in Arlington. Am 19. Juli 2026 treffen Spanien und Argentinien im Endspiel der Weltmeisterschaft im Stadion von New York/New Jersey in East Rutherford aufeinander. (Photo by Odd ANDERSEN and Paul ELLIS / AFP)

Weltmeisterschaften
19.7.2026
- 21:00
Spanien
- -
Argentinien

Das Rahmenprogramm überlagert das Wesentliche

Vor dem Anpfiff wird die Bühne zur Hauptattraktion: Tom Cruise, Robbie Williams, Nicole Scherzinger und Post Malone eröffnen die Abschlussfeier, bevor Chris Martin von Coldplay, Madonna und Shakira folgen. Die Halbzeitshow wird mit einer 30-Minuten-Dauer aufgeblasen und lockt auch Justin Bieber sowie die südkoreanische Gruppe BTS. Hinzu kommt eine Hydration Break und die Anwesenheit von US-Präsident Donald Trump bei der Siegerehrung, der dem Weltmeister nicht unbeabsichtigt die Schau stehlen könnte. Die Frage drängt sich auf: Wie sehr dreht sich dieses Finale noch um den Fußball selbst?

Spaniens perfekt geölte Maschine tritt an

Für Spanien sprechen die Leistungen der zurückliegenden Partien, allen voran das beeindruckende 2:0 gegen Frankreich im Halbfinale. Die Seleccion hat zum optimalen Zeitpunkt ihre beste Form erreicht. Trainer Luis de la Fuente hat ein Kollektiv erschaffen, das maschineller Präzision gleicht, wo jeder Spieler exakt an seinem Platz funktioniert. Selbst Frankreich mit seiner Offensiv-Klasse blieb gegen diese Organisation nahezu wehrlos. Nur ein Gegentor in sieben Turnierpartien unterstreicht, dass eine zuverlässige Defensive den Weg zu Titeln ebnet. Der bekannte Satz von Berti Vogts aus seiner Zeit als EM-Gewinner 1996 passt perfekt: Der Star ist die Mannschaft.

Spaniens Lamine Yamal beschwert sich beim WM-2026-Halbfinale gegen Frankreich am 14. Juli 2026 im Dallas Stadium in Arlington bei Schiedsrichter Ivan Barton, nachdem sein Treffer wegen einer Abseitsstellung aberkannt wurde. (David Ramos / Getty Images)
Spaniens Lamine Yamal beschwert sich beim WM-2026-Halbfinale gegen Frankreich am 14. Juli 2026 im Dallas Stadium in Arlington bei Schiedsrichter Ivan Barton, nachdem sein Treffer wegen einer Abseitsstellung aberkannt wurde. (David Ramos / Getty Images)

Dass der Rekord-Europameister, der drei der letzten fünf Kontinentalmeisterschaften dominierte, erst zum zweiten Mal überhaupt ein WM-Finale erreicht hat, wirkt fast unwahrscheinlich. Beim ersten Mal 2010 besiegten die Spanier die Niederlande mit 1:0 nach Verlängerung, wobei Andres Iniesta den entscheidenden Treffer erzielte. Der zweite Stern ist nun greifbar nah.

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Wer das Siegtor schießen wird, lässt sich kaum vorhersagen. Bei dieser Squadra können faktisch alle Feldplayer zur Torquelle werden. Mikel Oyarzabal führt die Torschützenliste mit fünf Treffern an und ist ein echter Entscheidungsmoment-Spieler für kritische Situationen. Aber plötzlich trifft auch Außenverteidiger Pedro Porro oder Joker Mikel Merino. Rodri als Spielmacher ist das Herz des spanischen Spiels und hat hier seine EM-Form gefunden. Lamine Yamal mit nur einem Turnier-Tor beim 4:0 gegen Saudi-Arabien wird als der große Star gehandelt, zeigte aber auch gegen Frankreich, wie er mit Cleverness den Elfmeter zum 1:0 herausholte. Der 19-Jährige könnte Geschichte schreiben: Wäre er Weltmeister, würde er nach Pelé und Ronaldo, die mit 17 Jahren, sowie dem Italiener Giuseppe Bergomi mit 18 Jahren der viertjüngste Titelträger der WM-Historie werden und zugleich der erste Spieler, der als Jugendlicher EM und WM gewinnt.

Messi schreibt sein finales Kapitel

Als Lamine Yamal 2007 geboren wurde, hatte Lionel Messi bereits Champions League und zweifache Meisterschaft mit Barcelona gewonnen und nahm schon an der WM 2006 teil. Ein zweiter Weltmeistertitel nach 2022 wäre die absolute Krönung einer Geschichte, die ein ganzes Turnier geprägt hat wie selten ein einzelner Akteur. Der 39-Jährige erzielte acht Treffer in diesem Wettbewerb und hat nun 21 Tore in sechs WM-Teilnahmen auf seinem Konto. Dazu kommen vier Assists, darunter zwei gegen England, mit einer bildschönen Flanke auf Lautaro Martinez in der Nachspielzeit zum Erfolg. Dass der inzwischen bei Inter Miami weilende Superstar, der seit Juli 2023 seinen Ruhestands-Fußball genießt, noch zu dieser Form fähig ist, überraschte selbst die argentinischen Fans. Statt «Wie lange hält Messi noch?» lautete die Frage. Der Maestro antwortete mit einem Manifest seiner Spielkunst und positioniert sich damit endgültig als der Größte der vergangenen zwei Jahrzehnte. Nicht durch reine Laufleistung, sondern durch Tore und Vorlagen in den entscheidenden Augenblicken, gestützt von einer Mannschaft, die für ihn rennt und kämpft, weil sie weiß: Ohne Messi wäre der vierte WM-Titel unerreichbar.

Dieser vierte Sterngewinn rückt nun in greifbare Nähe. Argentinien würde damit zu Deutschland und Italien aufschließen, während Erzrivale Brasilien mit fünf Titeln weiterhin vorne bliebe. Doch auch Cheftrainer Lionel Scaloni schreibt sich in die Geschichte ein: Der 2018 als Interimsmanager gestartete Coach könnte der erste Trainer seit Italiens Vittorio Pozzo werden, der zweimal hintereinander Weltmeister wird. Zugleich könnte Argentinien neben jenen Italienern und Brasilien das dritte Land sein, das den WM-Titel erfolgreich verteidigt. Dieses Endspiel wird Geschichte schreiben. Hoffentlich eine, die sich primär auf dem Platz abspielt und nicht daneben.