Neue DFB Nationalmannschaft Welt: Klopp, Völler & Mertesacker? Kann das gutgehen?

Jürgen Klopp und Rudi Völler treiben die Planungen für eine neue DFB-Führung voran, als dritte Kraft rückt Per Mertesacker immer stärker in den Fokus. Noch ist nichts unterschrieben, doch die Signale verdichten sich von Tag zu Tag. Aus dem möglichen Trio könnte eine schlagkräftige Neuausrichtung beim Verband entstehen.

Jürgen Klopp, der künftige Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, lächelt vor dem Achtelfinale der WM 2026 zwischen Brasilien und Norwegen am 5. Juli 2026 im New York New Jersey Stadium in East Rutherford. (Elsa / Getty Images North America via Getty Images)
Jürgen Klopp, der künftige Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, lächelt vor dem Achtelfinale der WM 2026 zwischen Brasilien und Norwegen am 5. Juli 2026 im New York New Jersey Stadium in East Rutherford. (Elsa / Getty Images North America via Getty Images)

Klopp und Völler senden klare Signale

Jürgen Klopp griff in Vancouver bei seiner Expertenrolle zu Pommes mit Ketchup und einem kanadischen Mineralwasser aus der blauen Dose, während sich Rudi Völler in der Frankfurter Kennedyallee eine gute Tasse schwarzen Kaffee servieren ließ. Trotz der großen räumlichen Distanz suchten beide das Gespräch, zunächst am Telefon, später auch öffentlich in Interviews. Die Botschaft war eindeutig: Sie wollen gemeinsam an einer erfolgreicheren Zukunft des deutschen Fußballs arbeiten.

Klopp, 59, verwies bei MagentaTV mit einem Augenzwinkern darauf, dass er zwar „zweimal für die Studenten-Nationalmannschaft gespielt“ habe, die große Verbands- und Turniererfahrung aber bei Völler, 66, liege. An der Chemie im dynamischen Duo werde es deshalb „nicht scheitern“, sagte der frühere Coach von Liverpool und betonte zugleich: „Wenn es so kommen sollte, ist es total hilfreich, dass man jemanden da hat, der die Abläufe kennt.“ Schon das „erste Spiel gegen Holland“ im September hatte Klopp im Blick.

Völler hatte die Tür zuvor weit aufgestoßen. Nach einem längeren Telefonat am Samstag sagte der Weltmeister von 1990, es habe sich „schnell herauskristallisiert, dass das am Ende auch funktionieren kann und wird“. Außerdem kündigte er an: „Ich werde eng mit dem Bundestrainer zusammenarbeiten.“

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Bastian Schweinsteiger feiert zusammen mit Per Mertesacker, Manuel Neuer, Kevin Grosskreutz und Lukas Podolski den Gewinn der Weltemisterschaft 2014. AFP PHOTO / POOL/ MARKUS GILLIAR
Bastian Schweinsteiger feiert zusammen mit Per Mertesacker, Manuel Neuer, Kevin Grosskreutz und Lukas Podolski den Gewinn der Weltemisterschaft 2014. AFP PHOTO / POOL/ MARKUS GILLIAR

DFB hält noch die Handbremse, doch die Indizien verdichten sich

Mit dem Bundestrainer? So weit sei man noch nicht, versicherten beide zwar pflichtbewusst. Dennoch spricht inzwischen einiges dafür, dass Klopp tatsächlich beim Deutschen Fußball-Bund anheuern könnte. Selbst Oliver Mintzlaff, aktuell noch Klopps Chef bei Red Bull, soll Völler telefonisch zur Zusammenarbeit geraten haben. Damit fügt sich ein weiteres Puzzleteil in die wachsende Spur.

Spätestens zum Ende der Woche wollen Bundesliga-Chef Hans-Joachim Watzke und DFB-Präsident Bernd Neuendorf nach Amerika fliegen, um einer Einigung näherzukommen. Gegen Turnierende soll sich dann auch Mintzlaff dazugesellen. Völler hat mit ihm bereits gesprochen. Nach diesem Austausch, sagte der DFB-Sportdirektor, zeige sich, „dass halt jeder versucht, Lösungen zu finden“. Und ergänzt habe er mit Blick auf die Zukunft: „Bis dann Jürgen Klopp letztendlich der Bundestrainer wird.“

Bemerkenswert ist dabei auch der Tempo-Gegensatz in der öffentlichen Kommunikation. Noch vor Völlers Aussagen hatte Watzke versucht, die Euphorie zu bremsen und darauf hingewiesen, dass es weiterhin viele und „gewaltige“ Hürden gebe. Einen Tag später wirkte es allerdings so, als hätten Völler und Klopp mit ihren Aussagen eher weiter beschleunigt, auch wenn sie selbst auf die letzten offenen Punkte verwiesen.

Mertesacker als dritte Säule im Gespräch

Während sich die Fronten um Klopp und Völler weiter annähern, taucht in den Gesprächen immer häufiger der derzeitige ZDF Experte Per Mertesacker auf. Der Weltmeister von 2014 brachte sich zunächst selbst ins Gespräch, ehe Uli Hoeneß ihn nachdrücklich empfahl. Auch Völler erwähnte den früheren Nationalspieler im Zusammenhang mit anderen Rio-Helden, die nun Verantwortung übernehmen sollten.

Mertesacker, der erklärt hat: „Ich stehe zur Verfügung“, gilt als möglicher dritter Mann. Als langjähriger Leiter der Arsenal-Akademie bringt er Erfahrung aus der Nachwuchsarbeit mit. Im DFB-Umfeld spielt zudem eine weitere Personalie hinein, denn Geschäftsführer Andreas Rettig lässt seinen Vertrag zum Jahresende auslaufen.

Auch Hannes Wolf ist Teil der Überlegungen. Der Nachwuchsdirektor hat beim Verband 2024 die „Trainingsphilosophie Deutschland“ gestartet, ein ganzheitliches Förderkonzept für die fußballerische Ausbildung. In einem Zusammenspiel mit Mertesacker, dazu Völler als erfahrener Seismograph für Stimmungen und Klopp als Potenzial-Maximierer für die A-Mannschaft, könnte die neue DFB-Welt aussehen. Noch ist das aber nur eine Vision, die man sich gegenseitig per Telefon und bei Kaffees weiter schmackhaft macht, bevor irgendwann die Unterschriften folgen.