Das Drama um Lennart Karl hat den deutschen Fußball kurz vor dem Turnierstart hart getroffen. Der 18 Jahre alte Bayern-Star zog sich im DFB-Training einen Muskelbündelriss zu. Karl ist damit nicht der erste deutsche Spieler, der kurz vor einem großen Turnier ausgebremst wird.

Ballack als prominentes Beispiel
Zu den bekanntesten Pechvögeln zählt einer von Karls heutigen Beratern, Michael Ballack. Am 15. Mai 2010 foulte Portsmouth-Profi Kevin-Prince Boateng den Chelsea-Star im englischen Pokalfinale. Ballack verletzte sich dabei schwer am Sprunggelenk, es kam zu einem Innenbandriss und einem Teilriss des vorderen Syndesmosebandes. Für den DFB-Kapitän war die WM in Südafrika damit gelaufen.
Auch Sebastian Deisler musste gleich mehrfach bittere Rückschläge hinnehmen. Die WM 2002 verpasste er wegen eines im Mai erlittenen Bänderrisses. Noch schmerzhafter war sein Aus für die Heim-WM 2006, nachdem er sich im März eine langwierige Knieverletzung zugezogen hatte.
Reus, Rüdiger und Gnabry mit spätem Ausfall
Am 6. Juni 2014 erwischte es Marco Reus. Beim 6:1 gegen Armenien verletzte sich der damalige BVB-Profi schwer am Sprunggelenk, nur sechs Tage vor dem Start der WM in Brasilien. Deutschland wurde später Weltmeister, allerdings ohne Reus. Für ihn begann damit eine beispiellose Serie an Turnierpech, denn auch die EM 2016, die EM 2021 und die WM 2022 verpasste er verletzt.

Nur drei Tage vor dem Beginn der EM 2016 traf es zudem Antonio Rüdiger. Der Innenverteidiger zog sich im französischen Évian einen Kreuzbandriss zu und fiel damit direkt für das Turnier aus.
Im April folgte der nächste Rückschlag für den DFB mit Bayern-Profi Serge Gnabry. Er erlitt einen Adduktoren-Ausriss im rechten Oberschenkel und schrieb danach: „Der Traum von der WM mit dem DFB-Team ist für mich leider vorbei.“