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Der FC Bayern hat im Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Paris Saint-Germain ein historisches Spektakel geliefert und steht nach dem 4:5 in einer äußerst prekären Lage. Beim torreichsten Halbfinale der Wettbewerbsgeschichte braucht der Rekordmeister am Mittwoch kommender Woche in München einen Heimsieg, um das Endspiel am 30. Mai in Budapest noch zu erreichen.
Fußball Ergebnis heute – FC Bayern droht Aus in der Champions League

Offener Schlagabtausch im Prinzenpark
Ohne den gesperrten Vincent Kompany erlebte Bayern im stimmungsvollen Prinzenpark ein Spiel, das an Wucht und Drama kaum zu überbieten war. Der Chefcoach verfolgte die Partie mit einem Knopf im Ohr von seinem Tribünenplatz aus, umgeben von seinen Spielanalysten, während ihn Assistent Aaron Danks an der Seitenlinie vertrat. Kompany zitterte und bibberte, sah Abwehrfehler in Serie und völlig losgelöste Offensivreihen.
Manuel Neuer betonte vor dem von Le Figaro als „Kampf der Häuptlinge“ beschriebenen Duell: „Vincent ist im Herzen dabei, wir spielen auch für ihn“. Der Kapitän stand ebenso wie Jamal Musiala in der Startelf, der 297 Tage nach seiner schweren Verletzung beim bitteren Klub-WM-Aus gegen Paris beim 0:2 sein Comeback in der Anfangsformation feierte. Kompany hatte vor dem Anpfiff erklärt: „Nicht nur einer, die ganze Mannschaft muss da sein“ und mit Blick auf seine Sperre ergänzt: „Ich habe Vertrauen in die Jungs.“
Führung, Wackler und PSGs gnadenlose Effizienz
Die Bayern kamen mit reichlich Mut in die Partie und wurden früh belohnt, als Willian Pacho Luis Díaz zu hart traf. Harry Kane verwandelte den Foulelfmeter in der 17. Minute sicher und erzielte seinen 13. Treffer in der Champions League, während Kompany auf der Tribüne die Faust zeigte. Zunächst wirkte das wie der Auftakt zu einem offenen Duell, doch Paris arbeitete sich schnell ins Spiel.
Michael Olise hatte in der 20. Minute nach Kanes feinem Zuspiel sogar das 2:0 auf dem Fuß, ehe erstmals Ousmane Dembélé gefährlich wurde und frei vor Neuer vergab. Kurz darauf legte Chwitscha Kwarazchelia den schläfrigen Josip Stanisic zum 1:1 bloß. Die Bayern-Fans riefen „Alles geben für unseren Traum“, doch PSG schlug weiter zu. João Neves lenkte nach einem starken Olise-Dribbling den Ball noch an den eigenen Pfosten, traf im Gegenzug nach einer Ecke aber zum 2:1, weil Musiala ihn aus den Augen verloren hatte.
Olises Zaubertor, bei dem er sich gegen vier Gegenspieler durchsetzte, brachte Bayern zwar erneut zurück und sorgte für das 2:2. Doch Paris antwortete direkt wieder. Ein Handspiel von Alphonso Davies, der zur Pause für Konrad Laimer wich, führte zum nächsten Elfmeter, den Dembélé zum 3:2 verwandelte. Neuer war zwar mit den Händen am scharf getretenen Strafstoß, konnte ihn aber nicht entscheidend entschärfen.
Paris schlägt doppelt nach, Bayern bleibt dran
Nach dem Seitenwechsel entglitt den Gästen das Geschehen mehr und mehr. PSG entwickelte eine Wucht, mit der zuvor schon Chelsea und Liverpool nicht zurechtgekommen waren. Kwarazchelia bekam beim 4:2 zu viel Raum und erhöhte, ehe Dembélé nach einem Konter seinen zweiten Treffer markierte und auf 5:2 stellte.
Doch die Münchner Mentalitätsmonster gaben nicht auf. Dayot Upamecano köpfte nach einer Freistoßflanke von Joshua Kimmich zum 5:3 ein, ehe Luis Díaz einen weiteren Traumpass von Kane technisch brillant zum 5:4 nutzte. Danach drängten die Bayern mit Macht auf den Ausgleich, hatten aber in der Schlussphase auch Glück, als Senny Mayulu in der 87. Minute nur die Latte traf.
