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Mit einem „perfekten Start“ in die WM-Mission haben die DFB-Frauen den Kurs Richtung Brasilien 2027 klar vorgegeben. Nach dem 4:0 in Stavanger stehen sechs Punkte und ein Torverhältnis von 9:0 zu Buche – die Grundlage für die direkte Qualifikation als Gruppensieger in der Gruppe A4 ist gelegt. Bundestrainer Christian Wück lobte die Effizienz und das Umschaltspiel, mahnte aber auch Konstanz über 90 Minuten an. Die junge Offensive, angeführt von Vivien Endemann, zeigt sich variabel und spielfreudig; Defensive und Torhüterin lieferten zugleich wichtige Nullen.

Dominanter Spielverlauf in Stavanger
Die DFB-Frauen setzten in Norwegen das offensive Konzept konsequent um und gewannen 4:0 (3:0) auf dem ungewohnten Kunstrasen von Stavanger. Elisa Senß (18.), Carlotta Wamser (45.+1), Vivien Endemann (45.+3) und Jule Brand (58.) erhöhten das Torverhältnis nach dem 5:0 in Dresden gegen Slowenien auf 9:0. Das Umschaltspiel funktionierte mehrfach als Schlüssel zum Erfolg: schnelles Passspiel, gezielte Einläufe und gutes Timing führten zu klaren Großchancen und kontrolliertem Ballbesitzphasen. Dennoch erkannte Wück auch schwächere Abschnitte in beiden Hälften und hielt die Mannschaft zu gebotener Besonnenheit an.
Deutsche Tabelle
Deutscher Spielplan
Endemann als Gewinnerin – Umschaltspiel und Offensive
Vivien Endemann überzeugte auf der linken Seite als Ersatz für die verletzte Klara Bühl und sammelte in den beiden Partien insgesamt zwei Tore und vier Vorlagen. „Sie ist wirklich die Gewinnerin dieses Lehrgangs“, lobte Wück am ARD-Mikrofon und hob Einsatzwillen, Technik und Schnelligkeit hervor. Die Variabilität der Offensive zeigte sich auch über rechts durch Carlotta Wamser und das Einbauen von Jule Brand in die Angriffsbewegungen; das Flügelspiel und schnelle Umschalten trieben die Norwegerinnen wiederholt in Probleme. Sportdirektorin Nia Künzer betonte die Defensive-Verbesserung: „Für mich ist es wichtig, dass wir die Spiele zu null gestaltet haben“ und ergänzte, dass das sonstige Effizienz-Manko abgestellt worden sei.
Defensive Stabilität, Paraden und Debütanten
Ann-Katrin Berger hielt die Null mit starken Paraden, obwohl sie mehrfach behandelt werden musste und kurz vor dem Abpfiff eine schmerzhafte Blessur am Knie erlitt. „Mir geht es gut, wir haben zu null gespielt, da muss es einem immer gut gehen“, gab die erfahrene Torhüterin Entwarnung. In der Schlussphase erhielt Nachwuchsspielerin Jella Veit (20) ihr Länderspieldebüt, was weitere Optionen für die Defensive demonstriert. Trotz der klaren Ergebnisse warnte Berger vor der fehlenden Konstanz: „Wir müssen nur noch die Konstanz über 90 Minuten haben“, so ihre Einschätzung zur weiteren Entwicklung der Mannschaft.
Ausblick: Direkter Weg nach Brasilien und kommende Aufgaben
Mit der Tabellenführung in Gruppe A4 ist der direkte Weg zur WM 2027 in Brasilien weiterhin möglich, denn nur die Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die Endrunde. Wück hob im ZDF hervor, dass Passspiel, Einlaufverhalten und Timing gezielt trainiert würden und es ihn freue, „dass sich die Mädels belohnen“. Weiter an der Feinabstimmung können die DFB-Frauen beim Doppelpack gegen das punktlose Schlusslicht Österreich am 14. und 18. April in Nürnberg und Ried arbeiten.