Frauen Fußball heute: Gwinns Appell an Klubs und DFB: „Nach vorne bewegen“

Giulia Gwinn richtet einen klaren Appell an Klubs und Verbände und fordert, den Frauenfußball „nach vorne zu bewegen“. Die 26‑jährige Kapitänin der Nationalmannschaft betont, dass alle Beteiligten dasselbe Ziel verfolgen sollten und die Spielerinnen ihren Beitrag sowohl auf dem Platz als auch abseits davon leisten wollen. Ihr Anliegen kommt vor dem Hintergrund, dass der Plan einer gemeinsamen Tochtergesellschaft von DFB und FBL Anfang Februar gescheitert ist. Gwinn fordert konkrete Schritte zur Professionalisierung, während über eine neue Verbandsstruktur diskutiert wird.

Die deutsche Verteidigerin Giulia Gwinn (links) und die spanische Stürmerin Esther Gonzalez (#09) kämpfen um den Ball während des Hinspiels des Finales der UEFA Women's Nations League zwischen Deutschland und Spanien am 28. November 2025 in Kaiserslautern, Westdeutschland. (Foto: THOMAS KIENZLE / AFP)
Die deutsche Verteidigerin Giulia Gwinn (links) und die spanische Stürmerin Esther Gonzalez (#09) kämpfen um den Ball während des Hinspiels des Finales der UEFA Women’s Nations League zwischen Deutschland und Spanien am 28. November 2025 in Kaiserslautern, Westdeutschland. (Foto: THOMAS KIENZLE / AFP)

Gwinn fordert Einheit: „Wir alle das gleiche Ziel“

Giulia Gwinn macht den gemeinsamen Nenner zur Priorität: „Übergeordnet sollte immer stehen, dass wir alle das gleiche Ziel haben: dass der Frauenfußball in Deutschland sich weiter nach vorne bewegt“, sagte die Kapitänin. Für Gwinn zählt vor allem, dass „alle Beteiligten in dieselbe Richtung wollen. Und das ist für uns Spielerinnen die Hauptsache.“ Ihre Worte richten sich gleichermaßen an die Klubs, den DFB und den Ligaverband FBL.

Auswirkungen des Scheiterns der Tochtergesellschaft

Der Plan für eine gemeinsame Tochtergesellschaft von DFB und FBL war Anfang Februar geplatzt; seitdem bleibt die zukünftige Struktur der Frauen‑Bundesliga offen. Dennoch zeichnen sich Tendenzen zu einer zweigleisigen Verbandsstruktur ab – ähnlich dem Männerbereich. Gleichwohl bleibt unklar, welche konkreten Maßnahmen Klubs und Verbände jetzt ergreifen, um Lizenzierung, Infrastruktur und Finanzierung voranzubringen.

Professionalisierung: Spielerinnen wollen Taten sehen

Gwinn betont, dass Worte allein nicht reichen: „Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, mit unserem Fußball auf dem Feld. Aber auch, wenn es darum geht, die Stimme zu erheben abseits des Platzes.“ Damit unterstreicht die Nationalmannschaftskapitänin, dass Spielerinnen aktiv in Debatten um Rahmenbedingungen, Nachwuchsarbeit und Arbeitsbedingungen eingebunden werden wollen. Die Forderung nach konkreten Schritten zur Professionalisierung umfasst damit sportliche wie organisatorische Aspekte.

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Debatte um Grundlagenvertrag und Anschluss an die DFL

In der Diskussion um die künftige Verbandsstruktur fällt zunehmend der Begriff Grundlagenvertrag, der die Zusammenarbeit zwischen DFB und DFL regelt. Zudem gibt es Stimmen aus der Frauen‑Bundesliga, die den Anschluss der im Dezember 2025 gegründeten FBL an die DFL als mögliches Zukunftsmodell favorisieren. Wie Verbände und Klubs diesen Weg bewerten und ob er zur gewünschten Professionalisierung führt, bleibt Thema der laufenden Gespräche.