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Wenige Monate vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 eskaliert in den USA ein Streit um die Anreise der Fans: Für eine Zugverbindung zwischen der Pennsylvania Station in New York und dem New Jersey Stadium steht ein Preissprung von 13 auf 150 Dollar im Raum. Das entspräche einem Aufschlag von 1153 Prozent und würde vor allem Anhänger hart treffen. Besonders brisant: Auch die türkische Nationalmannschaft ist nach 24 Jahren wieder dabei.

FIFA und New Jersey im Streit um die Transportkosten
Ausgelöst wurde die Debatte durch die Zuständigkeit für die Kosten des Bahnbetriebs während des Turniers. NJ Transit verweist auf immense operative Aufwendungen, die für Sicherheit und reibungslose Abläufe bei den insgesamt acht Spielen im New Jersey Stadium anfallen sollen. Die Behörde kalkuliert dafür mit Ausgaben von rund 50 Millionen Dollar und hat auch Reserven für mögliche Störungen sowie zusätzliche Belastungen des Schienennetzes eingeplant.
New Jerseys Gouverneurin Mikie Sherrill stellt sich hinter die drastische Preisforderung, lehnt aber eine Dauerbelastung für die Stammkunden des Nahverkehrs ab. Sie machte klar, dass sie dieses Gesetz nicht über Jahre auf dem Rücken der regulären Fahrgäste in New Jersey durchsetzen werde. „Die FIFA sollte den Transportpreis zahlen, und wenn sie das nicht tut, werde ich die Ausbeutung der Passagiere aus New Jersey nicht zulassen“, sagte sie.
Geänderte Vereinbarung verschärft die Lage
Die FIFA verweist ihrerseits auf einen 2018 geschlossenen Vertrag mit der Gastgeberstadt. Darin war ursprünglich vorgesehen, dass die Transportangebote an den Spieltagen kostenlos sein sollten. Doch 2023 wurde dieser Passus geändert: Seitdem sollen alle Ticket- und Akkreditierungshalter die Fahrtkosten zum Stadion an den Spieltagen selbst übernehmen.
Die Entwicklung in New Jersey steht zudem nicht allein. Auch in Boston soll der Preis für die Zugverbindung zum Stadion während des Turniers bereits von 20 auf 80 Dollar angehoben worden sein. Für reisende Fans bedeutet das eine zusätzliche finanzielle Last, die deutlich über die ursprüngliche Reiseplanung hinausgeht.
Türkische Fans müssen mit K.-o.-Spiel in New Jersey rechnen
Für die Anhänger der türkischen Nationalmannschaft könnte die Preisexplosion besonders unangenehm werden. Das Team von Vincenzo Montella könnte im New Jersey Stadium auflaufen, falls es die Gruppe D als einer der besten Drittplatzierten beendet. Dann würde die Türkei in der Runde der letzten 32 auf den Sieger der Gruppe I treffen – und dieses entscheidende K.-o.-Spiel würde im New Jersey Stadium ausgetragen.
Für die Milli Takim und ihre Fans ist die Lage damit nicht nur sportlich, sondern auch logistisch und finanziell eine erhebliche Herausforderung. Wer die Türkei vor Ort unterstützen will, sollte sich frühzeitig auf mögliche Mehrkosten einstellen.