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Der FIFA-Rat hat im Vorfeld des 76. FIFA-Kongresses in Vancouver weitreichende Entscheidungen für die Weltmeisterschaft 2026 getroffen. Besonders deutlich fällt die finanzielle Aufwertung für die 48 teilnehmenden Nationen aus, denn der Weltverband erhöht die Gehälter und Prämien um 15 Prozent. Insgesamt schüttet die FIFA damit die Rekordsumme von 871 Millionen Dollar aus.

Mit dem Beschluss reagiert der Verband auf die gewachsene Dimension des Turniers in Nordamerika und die deutlich höheren organisatorischen Anforderungen für die Verbände. Auch die Begleitleistungen wurden angepasst. Die Vorbereitungszulage steigt von 1,5 Millionen Dollar auf 2,5 Millionen Dollar, die Gebühren für die Qualifikationstouren liegen künftig bei 10 Millionen Dollar statt bisher 9 Millionen Dollar. Zusätzlich ist eine weitere Zulage von 16 Millionen Dollar pro Land festgeschrieben.
Strengere Linie gegen Proteste und unsportliches Verhalten
Neben den finanziellen Fragen legte die FIFA in Vancouver auch sportliche Regeln neu fest. In Abstimmung mit den jüngsten IFAB-Beschlüssen verschärft der Weltverband die Disziplinarbestimmungen für die WM 2026 deutlich, um die Autorität der Schiedsrichter zu schützen.
Spieler sehen künftig sofort die Rote Karte, wenn sie aus Protest gegen eine Entscheidung des Unparteiischen das Spielfeld verlassen. Ebenfalls mit einem Platzverweis geahndet wird das demonstrative Zuhalten des Mundes im Gespräch mit Gegenspielern, sofern es als unsportliche Geste oder verdeckte Beleidigung gewertet wird. Die Maßnahmen sollen hitzige Diskussionen eindämmen und den respektvollen Umgang auf dem Platz stärken.
Gelbe Karten werden gelöscht, Afghaninnen erhalten Plattform
Auch beim Kartenmanagement gibt es eine wichtige Neuerung. Der FIFA-Rat stimmte dem Vorschlag zu, Gelbe Karten nach Abschluss der Gruppenphase sowie nach den Qualifikationsspielen zu annullieren. Damit sollen Sperren für Schlüsselspieler in den K.-o.-Runden verhindert und die sportliche Qualität der entscheidenden Partien gesichert werden.
Abseits des sportlichen Geschehens setzte das Gremium zudem ein humanitäres Zeichen. Die afghanische Flüchtlingsfußballmannschaft der Frauen wurde offiziell für die Teilnahme an künftigen FIFA-Organisationen ausgewählt. Der Weltverband trägt damit den besonderen Lebensumständen dieser Spielerinnen Rechnung und eröffnet ihnen eine Bühne im internationalen Wettbewerb.
Nordamerika rüstet sich für das Turnier der Superlative
Mit den Beschlüssen sind die Weichen für die 76. FIFA-Weltmeisterschaft gestellt. Die Kombination aus massiver finanzieller Aufstockung und klar verschärften Verhaltensregeln zeigt den Anspruch der FIFA, die erste Endrunde mit 48 Mannschaften zu einem Modellturnier zu machen. Für die Verbände bedeutet die Erhöhung der Mittel mehr Planungssicherheit für Trainingslager, Logistik und den gesamten WM-Auftritt.
Während der Blick bereits auf den Anpfiff 2026 gerichtet ist, hat der Verband in Vancouver die Rahmenbedingungen für ein Großereignis geschaffen, bei dem sportliche Fairness und die finanzielle Anerkennung der Leistungen gleichermaßen im Mittelpunkt stehen.