Deutschland WM Spiel heute: 2:1 – Wie kann Deutschland Yan Diomandé stoppen?

Vor dem WM-Spiel heute mit der Elfenbeinküste kreist beim DFB-Team fast alles um eine Personalfrage auf der linken Seite in der deutschen Startaufstellung. Wie lässt sich der pfeilschnelle Yan Diomandé am besten aus dem Spiel nehmen? Der 19-Jährige hat sich in kürzester Zeit vom weitgehend unbekannten Leganés-Profi zu einem Flügelstürmer auf internationalem Top-Niveau entwickelt.

Joshua Kimmich (r.) behauptet den Ball gegen Yan Diomande (Elfenbeinküste) im WM-2026-Gruppenspiel der Gruppe E zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste am 20. Juni 2026 im Toronto Stadium. (Alexander Hassenstein / Getty Images)
Joshua Kimmich (r.) behauptet den Ball gegen Yan Diomande (Elfenbeinküste) im WM-2026-Gruppenspiel der Gruppe E zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste am 20. Juni 2026 im Toronto Stadium. (Alexander Hassenstein / Getty Images)

Raum kennt Diomandé besser als jeder andere

David Raum ist einer der wenigen im deutschen Kader, die den Ivorer aus nächster Nähe einschätzen können. Der Leipziger Linksverteidiger und Diomandé sind seit dessen Wechsel aus Spanien Teamkollegen bei RB Leipzig, und Raum hatte zunächst keine allzu hohen Erwartungen an den Neuzugang. „Er kam als niemand zu uns nach Leipzig. Keiner kannte ihn. Er hatte eine hohe Rückennummer und jeder dachte, er ist wieder irgendein Projekt und Spieler, der nicht spielen wird“, sagte er.

Schon nach der ersten gemeinsamen Trainingseinheit änderte sich sein Eindruck jedoch deutlich. „Das ist ein super Junge, der eine mega Entwicklung genommen hat, aber noch nicht am Ende ist“, erklärte Raum. Dass diese Entwicklung real ist, zeigte Diomandé gleich zum WM-Auftakt der Elfenbeinküste gegen Ecuador. In seinem erst elften Länderspiel kam der 19-Jährige auf 80 Ballkontakte, bereitete fünf Chancen vor und suchte selbst zweimal den Abschluss. Zwar war er am späten Siegtor der Ivorer in Philadelphia nicht direkt beteiligt, wurde aber trotzdem zum Spieler des Spiels gewählt.

Amad Diallo von der Elfenbeinküste bejubelt gemeinsam mit seinem Teamkollegen Yan Diomande das 1:0 beim WM-2026-Gruppenspiel gegen Ecuador am 14. Juni 2026 im Philadelphia Stadium. (Kevin C. Cox / Getty Images)
Amad Diallo von der Elfenbeinküste bejubelt gemeinsam mit seinem Teamkollegen Yan Diomande das 1:0 beim WM-2026-Gruppenspiel gegen Ecuador am 14. Juni 2026 im Philadelphia Stadium. (Kevin C. Cox / Getty Images)

Tempo über die Außenbahnen als ivorische Waffe

Der Afrikameister von 2024 setzt offensiv klar auf seine schnellen Flügelspieler. Neben Diomandé bringen auch Amad Diallo von Manchester United und Hoffenheims Bazoumana Touré enorme Geschwindigkeit mit. Diomandé und Diallo zählen in der Bundesliga beide zu den zehn schnellsten Spielern und erreichen rund 36 km/h. Gewinnt die Mannschaft von Emerse Faé den Ball, geht es über die Außenbahnen oft mit Wucht und Direktheit nach vorne, um den Gegner sofort zu überrennen. Für die deutschen Außenverteidiger dürfte am Samstag in Toronto um 22 Uhr, live bei ZDF und MagentaTV, also reichlich Arbeit warten.

Aufstellung – So könnte Deutschland spielen: 

1 Neuer – 4 Tah, 5 Pavlovic, 6 Kimmich (C), 7 Havertz, 10 Musiala, 15 Schlotterbeck, 17 Wirtz, 18 Brown, 19 Sané, 23 Nmecha.

| BMO Field | 20.6.2026-22:00
Deutschland
S S S S S
2 : 1
1.84
xG
1.23
Endergebnis
Elfenbeinküste
N S S S S
Deniz Undav
68'
Deniz Undav
90'+4'
Franck Kessié
30'
1
Manuel Neuer
18
Nathaniel Brown
15
Nico Schlotterbeck
4
Jonathan Tah
6
Joshua Kimmich
5
Aleksandar Pavlović
23
Felix Nmecha
17
Florian Wirtz
10
Jamal Musiala
19
Leroy Sané
7
Kai Havertz
1
Yahia Fofana
3
Ghislain Konan
20
E. Agbadou
7
Odilon Kossounou
5
Wilfried Singo
18
Ibrahim Sangaré
11
Yan Diomande
26
Christ Inao Oulaï
8
Franck Kessié
15
A. Diallo
9
Ange-Yoan Bonny
field field
Tore
68'
90'
+4

Raum weiß aus den Leipziger Einheiten genau, was Diomandé antreibt. Der 19-Jährige zieht seine Energie aus erfolgreichen Sololäufen. Je öfter ihm solche Aktionen gelingen, desto mehr Spielfreude entwickelt er. Genau deshalb müsse man ihm diese Momente früh nehmen, betonte der Nationalspieler. „Dann wird es auch für ihn schwer.“

Warum Brown wohl die bessere Lösung bleibt

Trotz dieser Überlegungen spricht vieles dafür, Julian Nagelsmann auf der Linksverteidigerposition erneut Nathaniel Brown zu vertrauen. Der Frankfurter überzeugte beim WM-Debüt gegen Curacao auf ganzer Linie und hat sich einen Platz in der Startelf verdient. Dazu kommt, dass der von Bayern München umworbene 23-Jährige mit 35,8 km/h beinahe genauso schnell ist wie Diomandé.

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Brown bringt zudem im Ballbesitz mehr Balance ins deutsche Spiel, weil er mit seiner intelligenten Positionierung im Halbraum eine zusätzliche Ebene eröffnet, die Raum so nicht anbietet. Dass die Ivorer gegen Ecuador gelegentlich anfällig für schnelle, kurze Pässe durchs Zentrum wirkten, passt ebenfalls ins Bild. Genau diese Lösungen kann Brown zusammen mit Florian Wirtz und Jamal Musiala deutlich besser liefern als sein Konkurrent.

Leweling als taktischer Hebel für die rechte Seite

Ein Wechselbahnhof könnte dennoch auf der rechten Seite anstehen. Leroy Sané lieferte zum Auftakt über 90 Minuten zwar eine engagierte, am Ende aber wenig produktive Vorstellung und könnte eine Pause erhalten. Dafür wäre Jamie Leweling eine Option. Der Stuttgarter fühlt sich auf beiden Außenbahnen wohl und kann unter VfB-Coach Sebastian Hoeneß auch als Schienenspieler agieren. In dieser Rolle übernimmt er regelmäßig Defensivaufgaben, die er für einen Offensivmann außergewöhnlich gut löst.

Leweling würde das deutsche Angriffsspiel nicht nur beleben, sondern auch Joshua Kimmich auf der rechten Seite bei der Rückwärtsbewegung entlasten. Denn Diomandé taucht ebenso wie bei Leipzig auf beiden Flügeln auf. Gegen Ecuador begann er rechts, rückte im Laufe der Partie aber nach links. Gerade für Kimmich, der in Tempoduellem eher Nachteile hat, könnte ein laufstarker Außenspieler mit Defensivstärke an seiner Seite wertvoll sein.

Als Stuttgart in der Rückrunde mit 1:0 gegen Leipzig gewann, spielte Leweling bereits in genau dieser Aufgabe und lieferte sich damals immer wieder direkte Duelle mit Diomandé. Der Bundestrainer sollte den Mut für diesen taktischen Kniff haben.

Für Deniz Undav bleibt vorerst erneut nur die Rolle als Joker, auch wenn seine Zahlen längst mehr hergeben würden. In zehn Länderspielen erzielte der Stuttgarter sieben Treffer und brauchte dafür lediglich 399 Minuten. Damit trifft Undav im Schnitt alle 57 Minuten. Auch gegen die Elfenbeinküste wird er deshalb wieder auf seine Chance als Einwechselspieler warten.