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Einen Tag vor dem Endspiel der Fußball-WM sorgt sich die Öffentlichkeit weiter um die Luftqualität in New York. Rauchschwaden zahlreicher Waldbrände in Kanada ziehen über weite Teile der USA hinweg und trüben auch den Himmel über dem Finalort East Rutherford ein.

Schadstoffwerte im Fokus vor dem Anpfiff
Vor dem Finale zwischen Argentinien und Spanien am Sonntag (21.00 Uhr MESZ, live bei ZDF und MagentaTV) richtet sich der Blick zunehmend auf die Atemluft in und um das Stadion. Christopher Carlsten, Leiter der Abteilung für Pneumologie an der University of British Columbia (UBC), ordnete die Lage gegenüber der Nachrichtenagentur AFP ein. Die zu erwartenden Werte seien „keineswegs extrem. Optimal ist es allerdings auch nicht“, so der Mediziner. Bereits am Donnerstag hatte die New Yorker Stadtverwaltung für Teile der Metropole die Luftqualität in die Kategorie „ungesund“ eingestuft, während die Silhouette der Wolkenkratzer von Manhattan zeitweise kaum noch zu erkennen war.
WM-Organisationschef Andrew Giuliani versicherte, man „beobachte die Situation genau“. Der US-Wetterdienst (NWS) rechnet zwar mit einer Verbesserung am Freitag, geht aber davon aus, dass sich der Rauch bis Samstag erneut verdichten könnte.
Sorge um Fans größer als um die Profis
Für die Akteure von Argentinien und Spanien zeichnet der Lungenfacharzt kein alarmierendes Bild. Die Spieler seien „weit davon entfernt, ernsthafte gesundheitliche Probleme zu bekommen“. Dennoch könne die durch Rauchpartikel belastete Luft die Leistungsfähigkeit auf dem Rasen „beeinträchtigen“.
Größere Bedenken äußerte Carlsten mit Blick auf das Publikum in den Rängen. „Bei den Fans mache ich mir vor allem wegen der kurzfristigen Auswirkungen etwas mehr Sorgen, denn bei Zehntausenden von Menschen wird es zwangsläufig einige geben, die gesundheitlich anfälliger sind“, erklärte der Experte. Besonders Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege könnten demnach empfindlicher auf die Schadstoffbelastung reagieren als gesunde Spitzensportler.
Wetterlage bleibt unberechenbarer Faktor
Carlsten schränkte seine Einschätzung zugleich ein und verwies auf mögliche Verschlechterungen kurz vor dem Anpfiff. Es gebe durchaus ein Szenario, „in dem sich die Dinge leider nicht so gut entwickeln wie erwartet, was das Wetter, den Wind und Ähnliches betrifft, und der zuvor von mir genannte prognostizierte Wert zum Zeitpunkt der Veranstaltung deutlich schlechter ausfällt“. Konkret rechnet der Experte mit einem Schadstoffwert zwischen 10 und 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für ein allgemein unbedenkliches Niveau einen Richtwert von etwa 5 Mikrogramm pro Kubikmeter, womit die für East Rutherford erwarteten Werte deutlich über der offiziellen Gesundheitsempfehlung liegen dürften.