Vor WM Finale: Messi trifft Brady bei Show

Ein letztes Mal Bühne frei für die ganz großen Namen des Weltsports: Vor dem WM-Finale zwischen Argentinien und Spanien trafen sich Football-Ikone Tom Brady, Tennis-Star Novak Djokovic, Basketball-Superstar Kevin Durant und Ex-Profi Rio Ferdinand im New Yorker Javits-Center, um das große Endspiel einzuläuten. Der eigentliche Mittelpunkt der glamourösen Show war jedoch, wie so oft, Lionel Messi.

Lionel Messi, Trainer Lionel Scaloni und Torhüter Emiliano Martinez stellen sich am 17. Juli 2026 beim Fanatics Fest im Javits Center in New York den Fragen von Tom Brady und Rio Ferdinand. Die Pressekonferenz fand einen Tag vor dem WM-Finale 2026 zwischen Spanien und Argentinien statt. (Elsa / Getty Images North America via Getty Images)
Lionel Messi, Trainer Lionel Scaloni und Torhüter Emiliano Martinez stellen sich am 17. Juli 2026 beim Fanatics Fest im Javits Center in New York den Fragen von Tom Brady und Rio Ferdinand. Die Pressekonferenz fand einen Tag vor dem WM-Finale 2026 zwischen Spanien und Argentinien statt. (Elsa / Getty Images North America via Getty Images)

Weltmeisterschaften
19.7.2026
- 21:00
Spanien
- -
Argentinien

Buhrufe für de la Fuente, Jubel für Messi

Während die Bässe dröhnten und die Menge tobte, wirkte ausgerechnet Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente inmitten des Starrummels ziemlich fehl am Platz. Als das Publikum ihn während seiner Wortbeiträge auspfiff, musste der Europameister-Coach sichtlich um Fassung ringen. „Es ist mir eine Freude, bei Ihnen zu sein, aber zuallererst brauchen wir Respekt“, mahnte er mit strengem Blick in den bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Kongresszentrums. Wenig später zog sich de la Fuente lieber zurück und überließ den restlichen Abend der prominenten Moderatoren-Riege.

Im direkten Gespräch mit Tom Brady äußerte sich Messi am Freitagabend erstmals öffentlich zu jenem 19 Jahre alten Badewannen-Foto mit Spaniens Offensivtalent Lamine Yamal, das derzeit nicht nur in New York für Gesprächsstoff sorgt. „Dieses Foto ist verrückt“, so der argentinische Kapitän, der damit das Generationen-Duell vor dem Endspiel am Sonntag (21.00 Uhr MESZ, live bei ZDF und MagentaTV) noch weiter befeuerte: „Das Leben ist verrückt, und die Tatsache, dass wir beide uns nach diesem Foto bei der Weltmeisterschaft gegenüberstehen, ist unglaublich.“

Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente beantwortet am 13. Juli 2026 bei einer Pressekonferenz im Dallas Stadium in Arlington, Texas, die Fragen der Medien. (Florencia Tan Jun / Getty Images)
Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente beantwortet am 13. Juli 2026 bei einer Pressekonferenz im Dallas Stadium in Arlington, Texas, die Fragen der Medien. (Florencia Tan Jun / Getty Images)

Für Messi steht in seinem dritten WM-Finale und insgesamt 34. WM-Partie, wohl seiner letzten überhaupt, die Chance auf den zweiten Weltmeistertitel und damit auf endgültige Unsterblichkeit. Yamal wiederum könnte mit einem Sieg im Alter von 19 Jahren und sechs Tagen als jüngster Spieler der Geschichte EM- und WM-Titel in Personalunion gewinnen und damit den Generationswechsel im Weltfußball einläuten. „Er hat eine großartige Karriere vor sich und die Chance, etwas Historisches zu erreichen, aber ich hoffe, es passiert nicht dieses Mal“, kommentierte Messi, der bei seiner sechsten Weltmeisterschaft steht.

Sichtlich erleichtert, dass die turbulente Fragerunde mit den Sportgrößen vorüber war, äußerte sich de la Fuente anschließend bei der offiziellen Pressekonferenz, die zuvor ganz ohne Fans, dafür vor Hunderten Journalisten fünf Stockwerke höher stattgefunden hatte, noch einmal ausführlich zu seinem prominenten Gegenspieler. Der 39-Jährige verlange „besondere Aufmerksamkeit. Messi ist einzigartig. Ein Vorbild für junge Sportler, was seine Einstellung und sein Verhalten angeht, besonders angesichts der spektakulären WM, die er in seinem Alter spielt.“ Auf eine gezielte Manndeckung wolle man aus leidvoller Erfahrung trotzdem verzichten. „Wir müssen aufmerksam sein und ihn genau im Auge behalten“, so der Spanier.

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Spaniens Selbstvertrauen nach starkem Halbfinale

Unabhängig von der Messi-Diskussion strahlt die spanische Auswahl enormes Selbstbewusstsein aus, gestützt vor allem durch den überzeugenden Halbfinalerfolg gegen Frankreich (2:0). „Unser Ziel war es, genau da zu stehen, wo wir jetzt sind“, betonte Mittelfeldregisseur Rodri. „Wir wollten die Weltmeisterschaft gewinnen, und wir wissen, dass wir es können. Wir haben gezeigt, dass wir große Rivalen schlagen können, und jetzt stehen wir vor dem bisher härtesten Gegner. Es wird der perfekte Test sein, um zu sehen, ob wir den WM-Pokal wirklich holen können. Wir müssen mehr Siegeswillen als Angst vor einer Niederlage haben.“

Besonders die Defensive der Iberer beeindruckte im bisherigen Turnierverlauf. Nur ein Gegentor musste La Roja bislang hinnehmen, im Viertelfinale ließen Abwehrtalent Pau Cubarsi und seine Mitspieler dem französischen Offensivpersonal um Kylian Mbappé nicht einmal eine nennenswerte Torchance zu. „Wir sind schwer zu schlagen. Wir kontrollieren beide Strafräume und das Mittelfeld gut. Wir haben wenige Schwächen“, erklärte Rodri und ergänzte grinsend: „Welche das sind, behalte ich für mich.“

Argentinien präsentiert sich statistisch offensiver, aber auch anfälliger: Sechs Gegentreffer kassierte die Albiceleste bereits, stellte im Gegenzug mit 19 erzielten Toren aber den besten Angriff des gesamten Turniers, deutlich vor Spanien mit 13 Treffern. Allein acht Tore gehen dabei auf das Konto von Messi persönlich, hinzu kommen vier von ihm vorbereitete Treffer.

Nervosität vor dem Endspiel wollte de la Fuente dennoch nicht aufkommen lassen, allenfalls der chaotische New Yorker Verkehr bereitete ihm am Freitagabend Kopfzerbrechen. „Ich bin nervös, weil wir mit dem Hubschrauber ins Hotel zurückfliegen, und das macht mich nervös. Sonst nichts“, scherzte der Trainer. Ansonsten sei er „völlig ruhig. Wir wollen einfach nur Spaß haben.“