WM 2026 Viertelfinale: Frankreich schlägt Marokko 2:0 – Mbappé trifft traumhaft ins Glück

WM 2026 Viertelfinale Frankreich gegen Marokko: Frankreich steht bei der Fußball WM 2026 als erstes Team im Halbfinale. Gegen Marokko setzte sich der Topfavorit in Foxborough klar mit 2:0 (0:0) durch, obwohl Kylian Mbappé zunächst vom Punkt scheiterte. Der Stürmer von Paris Saint-Germain machte seinen Patzer später mit einem Traumtor wett und leitete damit den nächsten Schritt der Équipe Tricolore Richtung möglichem dritten WM-Titel nach 1998 und 2018 ein. Ousmane Dembélé sorgte wenig später für die Entscheidung.

Frankreichs Spieler bejubeln das 2:0 durch Ousmane Dembélé im Viertelfinale der WM 2026 gegen Marokko am 9. Juli 2026 im Boston Stadium in Foxborough. (Shaun Botterill / Getty Images North America via Getty Images)
Frankreichs Spieler bejubeln das 2:0 durch Ousmane Dembélé im Viertelfinale der WM 2026 gegen Marokko am 9. Juli 2026 im Boston Stadium in Foxborough. (Shaun Botterill / Getty Images North America via Getty Images)
Weltmeisterschaften
9.7.2026
- 22:00
Frankreich
3.10
xG
0.13
2 0
Marokko

Mbappé vergibt vom Punkt, Frankreich bleibt geduldig

Die Franzosen dominierten die Partie von Beginn an, taten sich gegen Marokkos tiefe Defensive aber zunächst schwer. Schon in der Anfangsphase verpasste Dayot Upamecano nach einer Ecke aus kurzer Distanz die frühe Führung, als der völlig freie Bayern-Verteidiger aus vier Metern zu unplatziert köpfte. Zuvor hatte Mbappé aus gut 18 Metern den ersten Warnschuss abgegeben.

Marokko, das im erst zweiten Pflichtspiel der beiden Nationen vor allem auf Umschaltmomente lauerte, kam offensiv über weite Strecken kaum vor. Alle elf Akteure standen extrem tief, doch die Konterchancen blieben aus. Frankreich blieb am Drücker und bekam nach einem Foul von Ex-Münchner Noussair Mazraoui den Elfmeter zugesprochen. Mbappé schob den Ball jedoch direkt in die Arme von Yassine Bounou, der den Strafstoß in der 28. Minute parierte.

Marokkos Torhüter Yassine Bounou pariert einen Foulelfmeter von Frankreichs Kylian Mbappé im Viertelfinale der WM 2026 am 9. Juli 2026 im Boston Stadium in Foxborough. (Lars Baron / Getty Images North America via Getty Images)
Marokkos Torhüter Yassine Bounou pariert einen Foulelfmeter von Frankreichs Kylian Mbappé im Viertelfinale der WM 2026 am 9. Juli 2026 im Boston Stadium in Foxborough. (Lars Baron / Getty Images North America via Getty Images)

Auch danach hielt der marokkanische Schlussmann sein Team mit starken Aktionen im Spiel. Dembélé setzte einen Schlenzer knapp vorbei, Désiré Doué scheiterte nach starkem Dribbling ebenfalls an Bounou, und in der Nachspielzeit der ersten Hälfte lenkte der Keeper einen Fernschuss von Lucas Digne an die Latte.

Dieses Fußball-Video könnte dich interessieren:

Traumtor des Superstars bringt die Wende

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Frankreich den Druck weiter. Bounou parierte zunächst gegen Doué erneut glänzend, dann fiel endlich das erlösende 1:0. Mbappé traf nach einer Stunde aus der Strafraumgrenze sehenswert, ein Schlenzer, der für den marokkanischen Widerstand der Knackpunkt war.

Es war bereits Mbappés achter Turniertreffer und zugleich sein 20. Tor im 20. WM-Spiel. Damit unterstrich der Ausnahmekönner einmal mehr seine Sonderstellung auf der größten Bühne des Fußballs. Nur sechs Minuten später legte Dembélé nach und stellte mit seinem fünften Turniertor auf 2:0.

Frankreichs Kylian Mbappé bejubelt seinen Treffer zum 1:0 im Viertelfinale der WM 2026 gegen Marokko am 9. Juli 2026 im Boston Stadium in Foxborough. (Lars Baron / Getty Images North America via Getty Images)
Frankreichs Kylian Mbappé bejubelt seinen Treffer zum 1:0 im Viertelfinale der WM 2026 gegen Marokko am 9. Juli 2026 im Boston Stadium in Foxborough. (Lars Baron / Getty Images North America via Getty Images)

Frankreich im Halbfinale, Marokko mit bitterem Ende

Der Sieg im Gillette Stadium bei Boston war am Ende verdient, auch wenn die Franzosen lange Geduld brauchten. Marokkos Mauertaktik funktionierte eine Stunde lang, dann kippte die Partie endgültig. Für die Mannschaft von Didier Deschamps, der mit seinem 25. WM-Spiel am Donnerstag mit Helmut Schön als Rekordtrainer gleichzog, geht es nun am Dienstag um 21.00 Uhr MESZ in Dallas gegen Spanien oder Belgien weiter. Im Finale winkt dann zum dritten Mal in Serie ein Endspiel, ein Kunststück, das bislang nur Deutschland von 1982 bis 1990 und Brasilien von 1994 bis 2002 gelang.

Marokkos Nationalmannschaft posiert für das Mannschaftsfoto vor dem Viertelfinale der WM 2026 gegen Frankreich am 9. Juli 2026 im Boston Stadium in Foxborough. (Alex Slitz / Getty Images North America via Getty Images)
Marokkos Nationalmannschaft posiert für das Mannschaftsfoto vor dem Viertelfinale der WM 2026 gegen Frankreich am 9. Juli 2026 im Boston Stadium in Foxborough. (Alex Slitz / Getty Images North America via Getty Images)

Für Marokko wurde das Spiel dagegen zum bitteren Ende einer großen Hoffnung. Statt zum zweiten Mal nacheinander in die Runde der letzten Vier einzuziehen, platzte der Traum vom ersten WM-Triumph einer afrikanischen Mannschaft erneut gegen Frankreich. Besonders schmerzhaft: Ausgerechnet gegen die frühere Kolonialmacht, in deren Land sechs Spieler des aktuellen Kaders geboren wurden, war Schluss. Mit den Löwen vom Atlas schied zudem das letzte afrikanische Team aus dem Turnier aus.

Schon vor dem Anpfiff hatte es für Marokko einen Rückschlag gegeben. Ismael Saibari, der Bayern-Star-Neuzugang, war nach seiner Muskelverletzung aus dem Achtelfinale gegen Kanada, das die Nordafrikaner 3:0 gewonnen hatten, noch keine Option für die Startelf. Auf französischer Seite saß Aurélien Tchouaméni nach seinem Achtelfinal-Ausfall zunächst nur auf der Bank.

Frankreichs Nationalmannschaft posiert für das Mannschaftsfoto vor dem Viertelfinale der WM 2026 gegen Marokko am 9. Juli 2026 im Boston Stadium in Foxborough. (Alex Slitz / Getty Images North America via Getty Images)
Frankreichs Nationalmannschaft posiert für das Mannschaftsfoto vor dem Viertelfinale der WM 2026 gegen Marokko am 9. Juli 2026 im Boston Stadium in Foxborough. (Alex Slitz / Getty Images North America via Getty Images)

Auch die starke Elfmeterstärke von Bounou half am Ende nicht mehr. Der Keeper hatte nun neun Strafstöße bei Weltmeisterschaften einschließlich Elfmeterschießen erlebt und dabei nur zwei Gegentreffer kassiert. Nach dem 0:2 stand für Marokko dennoch nur die Erkenntnis, dass die eigene Geschichte in Foxborough an Frankreich zerschellte. Mbappé musste in der 77. Minute verletzt vom Feld, anschließend wurde sein Knöchel mit Eis gekühlt.

Für Frankreich bleibt damit der Traum vom dritten WM-Titel lebendig. Für Marokko endete das Rendezvous mit der Geschichte in einem Alptraum.