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Paraguay war gegen Frankreich sportlich klar unterlegen, doch der Außenseiter wählte Mittel, die mit einer Weltmeisterschaft kaum vereinbar waren. Der 1:0-Erfolg des Weltmeisters von 2018 geriet deshalb auch wegen zahlreicher unsauberer Aktionen des Südamerikaners in den Fokus. Vor allem Kylian Mbappé und seine Mitspieler mussten sich gegen einen an diesem Tag hochgradig unfair auftretenden Gegner behaupten.

Mbappé trifft, Paraguay provoziert
Am Ende konnte Mbappé nur noch lachen. Der französische Superstar nahm die letzten Sekunden herunter, ehe er mit dem knappen Sieg im Rücken den Einzug ins WM-Viertelfinale feiern durfte. Zwar verwandelte der Angreifer von Real Madrid auch diesmal, wie so oft, per Elfmeter, doch im Spiel selbst brauchten die Franzosen gegen einen rustikal und grenzwertig agierenden Gegner viel Geduld.
Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich sagte bei MagentaTV: „Ich habe das ganze Spiel nur mit dem Kopf geschüttelt.“ Mit dieser Einschätzung traf der Ex-Bundesliga-Referee sicher den Eindruck vieler neutraler Fußballfans. Paraguay versuchte, dem Titelfavoriten das Leben mit allen Mitteln schwer zu machen, doch zwischen leidenschaftlicher Defensivarbeit und regelwidrigem Verhalten lag an diesem Abend ein deutlicher Unterschied.
Tief stehen, eng verteidigen, in die Zweikämpfe gehen, auch mal hart dazwischengehen, das gehört zum Plan des Außenseiters. Dass dabei jedoch Fairplay und Regelwerk nahezu komplett ausgeblendet wurden, sorgte für massiven Ärger.

Mehrere Szenen hätten Karten verdient
Gleich eine Reihe von Aktionen zeigte, wie unsauber Paraguay an diesem Abend unterwegs war. Matias Galarza schlug fernab des Balles einfach den Arm von Mbappé weg und sah dafür nicht einmal Gelb. Juan José Caceres trat nach einem Foul von Mbappé gegen den Franzosen leicht nach und blieb ebenfalls ohne Verwarnung. Auch der eingewechselte Gabriel Avalos fiel negativ auf, als er Dayot Upamecano fernab der Szene mit dem Ellbogen in den Bauch boxte. Eine Karte gab es auch dafür nicht.
Dass Paraguay die Partie mit null Gelben Karten beendete, während Frankreich dreimal verwarnt wurde, wirkte angesichts der Bilder wie ein schlechter Witz. Neben etlichen zwingend notwendigen Gelben hätte es in einzelnen Szenen durchaus auch glatt Rot geben können.
Auch vor dem Strafstoß zeigte sich die Unsportlichkeit deutlich. Nach dem VAR-Eingriff entschied Ilgiz Tantashev auf Elfmeter, doch die Paraguayer belagerten den Unparteiischen anschließend. Galarza und Gustavo Velazquez malträtierten sogar den Elfmeterpunkt. Zum Glück aus Sicht des Fußballs verwandelte Mbappé sicher.
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Ittrich rechnet mit dem Referee ab
Patrick Ittrich kritisierte nicht nur die Spieler, sondern auch den Schiedsrichter scharf. „Der Schiedsrichter war leider überfordert. Für mich war das die schlechteste Leistung bei dieser WM, das muss man leider so deutlich sagen“, stellte er fest. Tantashev habe die Begegnung viel früher strenger leiten müssen.
Auch nach dem Seitenwechsel beziehungsweise im weiteren Verlauf blieb Paraguay auf Krawallkurs. Galarza senste Michael Olise von hinten um, ohne dass der Referee Gelb zeigte. Danach schrie der Paraguayer den Bayern-Profi auch noch an. Kurz darauf ging er im Duell Brust an Brust ohne jede Berührung theatralisch zu Boden.
Es war ohnehin immer wieder Galarza, der negativ auffiel. Er hatte schon Deutschland, das nicht nur an Paraguay, sondern auch stark an sich selbst scheiterte, mächtig genervt. Nach dem Schlusspfiff diskutierte er sogar noch mit dem Schiedsrichter und applaudierte ihm höhnisch, obwohl genau dieser Unparteiische Paraguay nicht eine einzige Karte gezeigt hatte. Ob es dafür nach Abpfiff wenigstens noch Gelb gab? Alberne Frage.
Die spielerische Schönheit gehört nicht zu Paraguays Stärken, und dagegen ist an sich nichts einzuwenden. Bei einer Weltmeisterschaft zählen aber auch Respekt vor dem Spiel und Achtung vor dem Gegner. Genau diesen Anspruch erfüllte Paraguay in diesem Achtelfinale nicht, während die Franzosen ihren Stil und ihre Nerven behielten.