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Österreich hat seine erste WM-Teilnahme seit 28 Jahren im Sechzehntelfinale beendet: Nach Platz zwei in der Gruppe J war beim 0:3 gegen Europameister Spanien Endstation. Zwischen dem umjubelten Last-Second-Tor von Saša Kalajdžić gegen Algerien und der ernüchternden Analyse von Taktikexperte Dominik Thalhammer liegen dabei Welten – und Teamchef Ralf Rangnick blickt eher skeptisch in die Zukunft. So schnitt Österreich bei der WM 2026 ab.

Österreich bei der WM 2026: Alle Spiele und Ergebnisse
Rangnicks Team überstand die Gruppe J mit vier Punkten als Zweiter hinter dem souveränen Titelverteidiger Argentinien – vor Algerien, das bei gleicher Punktzahl die schlechtere Tordifferenz hatte.
Österreich 3:1 Jordanien (17. Juni, San Francisco)
Zum Auftakt gab es im San Francisco Bay Area Stadium einen Pflichtsieg gegen Jordanien. Romano Schmid traf nach Vorarbeit von Xaver Schlager früh zur Führung (21.), nach dem Ausgleich durch Ali Olwan (50.) brachte ein Eigentor von Yazan Al Arab (76.) die ÖFB-Elf wieder auf Kurs. Kurios: Den Schlusspunkt setzte Marko Arnautović per Elfmeter in der zwölften Minute der Nachspielzeit (90.+12) – nachdem ihm der VAR zuvor noch einen Treffer wegen Handspiels aberkannt hatte.
Argentinien 2:0 Österreich (22. Juni, Dallas)
Im Dallas Stadium war der Weltmeister eine Nummer zu groß: Lionel Messi vergab zunächst einen Elfmeter (9.), traf dann aber doppelt (38., 90.+5). Bitter aus österreichischer Sicht: Die große Ausgleichschance ließ Joker Patrick Wimmer liegen. „Wenn Wimmer das Tor macht …“, haderte Rangnick anschließend laut kicker.
Algerien 3:3 Österreich (28. Juni, Kansas City)
Das denkwürdigste Spiel der österreichischen WM: Arnautović (28., Vorlage David Alaba) und Marcel Sabitzer (55., Vorlage Konrad Laimer) brachten die ÖFB-Elf zweimal in Führung, doch Riyad Mahrez drehte die Partie mit seinem Doppelpack (60., 90.+3) scheinbar zugunsten Algeriens. Dann kam die 96. Minute – und mit ihr Saša Kalajdžić: Der eingewechselte Stürmer drückte die Hereingabe von Michael Gregoritsch zum 3:3 über die Linie und machte den Einzug ins Sechzehntelfinale perfekt.
Spanien 0:3 Österreich – das Aus im Sechzehntelfinale (2. Juli, Los Angeles)
Im SoFi Stadium von Los Angeles war Österreich dann chancenloser als erhofft: Mikel Oyarzabal (36., 89.) und Pedro Porro (66.) schossen den Europameister verdient ins Achtelfinale.
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Die Einsatzdaten der ÖFB-Spieler bei der WM 2026
Drei Dauerbrenner standen in allen vier Spielen über die volle Distanz auf dem Platz: Kapitän Sabitzer, Laimer und Torhüter Alexander Schlager. Bester österreichischer Torschütze des Turniers war ausgerechnet Arnautović, der nur einmal in der Startelf stand – für ihn war es zugleich der Abschied aus dem Nationalteam.
| Spieler | Spiele | Startelf | Minuten | Tore | Vorlagen |
|---|---|---|---|---|---|
| Marcel Sabitzer | 4 | 4 | 360 | 1 | 0 |
| Konrad Laimer | 4 | 4 | 360 | 0 | 1 |
| Alexander Schlager | 4 | 4 | 360 | 0 | 0 |
| Stefan Posch | 4 | 4 | 333 | 0 | 0 |
| Nicolas Seiwald | 4 | 4 | 316 | 0 | 0 |
| David Alaba | 4 | 4 | 278 | 0 | 1 |
| Romano Schmid | 4 | 4 | 267 | 1 | 0 |
| Xaver Schlager | 4 | 4 | 241 | 0 | 1 |
| Kevin Danso | 4 | 2 | 239 | 0 | 0 |
| Paul Wanner | 4 | 2 | 233 | 0 | 0 |
| Michael Gregoritsch | 3 | 2 | 189 | 0 | 1 |
| Marko Arnautović | 4 | 1 | 142 | 2 | 0 |
| Carney Chukwuemeka | 3 | 0 | 80 | 0 | 0 |
| Saša Kalajdžić | 3 | 1 | 77 | 1 | 0 |
Einsatzdaten aus allen vier WM-Spielen Österreichs; ohne Einsatz blieben unter anderem Patrick Pentz, Alessandro Schöpf, David Affengruber und Michael Svoboda.

Der magische Moment gegen Algerien – Heldenepos oder Kalkül?
Das Kalajdžić-Tor in der 96. Minute von Kansas City hat nach Ansicht vieler Fans das Zeug, sich in der rot-weiß-roten WM-Geschichte gleich hinter dem „Wunder von Córdoba“ einzureihen. Doch ausgerechnet Dominik Thalhammer, der die ÖFB-Frauen 2017 ins EM-Halbfinale führte, säte in einer vielbeachteten Analyse Zweifel: „Welche Mannschaft würde in der Nachspielzeit einer Weltmeisterschaft das Zentrum so verteidigen?“, fragte der Taktikexperte laut kicker. Sieben Algerier stellten Sabitzer auf der Außenbahn – aber nur drei Verteidiger bewachten das eigene Tor gegen vier österreichische Angreifer. Thalhammers Theorie: Der Ausgleich könnte den Algeriern durchaus gelegen gekommen sein, um dem Sechzehntelfinal-Gegner Spanien zu entgehen und stattdessen auf die Schweiz zu treffen – das Ex-Team ihres Trainers Vladimir Petković.
Noch weniger Widerspruch erntete Thalhammer mit seiner Feststellung, Österreich habe bei dieser WM schlichtweg „seine DNA verloren“. Vor dem 2:3 durch Mahrez ließ die einstige Pressing-Maschine um Laimer und Co. sage und schreibe 109 algerische Pässe in einer Ballbesitzphase von 5 Minuten und 34 Sekunden zu. Und schon Argentinien hatte beim 2:0 im zweiten Gruppenspiel 54 Pässe in Folge spielen können, ohne dass Österreich Zugriff bekam.
Rangnick kontert die Kritik – nur Pröll ist zufrieden
Der Teamchef wollte die Kritik so nicht stehen lassen: „Ich finde, wir haben das in den drei Gruppenspielen schon in Phasen gezeigt und geschafft“, konterte Rangnick und wehrte sich dagegen, „diese Mannschaft nur auf das Anpressen zu reduzieren.“ Auffällig war dennoch, wie sehr der einst so anspruchsvolle Coach – der vor vier Jahren nach einem 1:1 gegen Frankreich noch erklärt hatte, das Ergebnis fühle sich nicht so an, „dass man mir gratulieren müsste“ – die Auftritte wegmoderierte: Beim 0:3 gegen Spanien erklärte er eine Kopfballszene von Gregoritsch zur vermeintlichen Schlüsselszene.
Wirklich zufrieden zeigte sich am Ende nur ÖFB-Präsident Josef Pröll: „Wir haben das geschafft, was uns wichtig war – nämlich die Gruppenphase aktiv zu überstehen, selbstbestimmt und nicht durch Zufall“, bilanzierte der frühere Vizekanzler. Dahinter dürfte auch Erleichterung stecken: Bei einem Vorrunden-Aus hätten die FIFA-Prämien die enormen WM-Kosten womöglich nicht gedeckt.
Mit Blick auf die Zukunft gehen die Meinungen ebenfalls auseinander. Pröll verweist nach dem Teamrücktritt von Arnautović auf Paul Wanner und Carney Chukwuemeka sowie etliche U17-Vizeweltmeister. Rangnick mag da nicht einstimmen: „Wenn nicht irgendwo einer mit österreichischen Vorfahren auftaucht, den wir bisher nicht kennen, werden wir in zwei Jahren noch mit den Stürmern spielen, die wir jetzt haben. Ich schaue viele Spiele der U 17, U 19, U 21 – ich sehe niemanden, der in den nächsten zwei Jahren in die Fußstapfen treten könnte.“
FAQ: Österreichs Abschneiden bei der WM 2026
Wie hat Österreich bei der WM 2026 abgeschnitten?
Österreich wurde mit vier Punkten Zweiter der Gruppe J (3:1 gegen Jordanien, 0:2 gegen Argentinien, 3:3 gegen Algerien) und schied im Sechzehntelfinale mit 0:3 gegen Spanien aus.
Wer waren Österreichs Torschützen bei der WM 2026?
Marko Arnautović traf zweimal, dazu erzielten Romano Schmid, Marcel Sabitzer und Saša Kalajdžić je ein Tor. Beim 3:1 gegen Jordanien half zudem ein Eigentor von Yazan Al Arab.
Warum ist das 3:3 gegen Algerien umstritten?
Taktikexperte Dominik Thalhammer zeigte auf, dass Algerien den späten Ausgleich auffällig passiv verteidigte – möglicherweise mit Kalkül, um im Sechzehntelfinale Spanien zu entgehen und stattdessen auf die Schweiz zu treffen.
Wie geht es mit dem ÖFB-Team weiter?
Marko Arnautović ist aus dem Nationalteam zurückgetreten, im Herbst stehen die nächsten Länderspiele an. Das nächste große Turnierziel ist die EM 2028 – wobei Teamchef Ralf Rangnick vor allem im Sturm keinen Nachfolger in Sicht sieht.
Zitate: kicker