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Ronald Koeman ist nach dem WM-Aus der Niederlande als Bondscoach zurückgetreten und hat seinen Abschied mit bemerkenswerter Ruhe vollzogen. Der 63-Jährige kehrt in seine Heimat zurück und begründet den Schritt mit dem Wunsch, mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Damit beginnt für den niederländischen Verband KNVB erneut die Suche nach einem neuen Nationaltrainer.

Koeman setzt einen Schlusspunkt
Nach dem bitteren Aus im Sechzehntelfinale gegen Marokko, das die Niederlande im Elfmeterschießen mit 2:3 verloren, ließ Koeman zunächst noch Raum für Spekulationen. Erst knapp einen Tag später folgte der offizielle Rücktritt. Seine letzten Worte klangen dabei wie der endgültige Abschied aus dem Nationalteam.
„Ich habe mich entschieden, mehr Zeit mit meiner Frau, meinen Kindern und Enkelkindern zu verbringen“, sagte Koeman. Die De Telegraaf sprach von einem „Abgang mit Würde“ und deutete an, dass die zweite Amtszeit des früheren Weltklasseverteidigers nun beendet sei und der Weg für einen Neuanfang frei werde.
Auch private Gründe spielten eine Rolle. Koemans Ehefrau Bartina kämpft seit Jahren gegen Brustkrebs, und der Coach machte deutlich, wie sehr ihn ihre Situation geprägt hat. „Wenn jemand, den man von ganzem Herzen liebt, einen schweren Kampf ausfechtet, verändert sich die eigene Perspektive. Meine Frau Bartina hat mich trotz ihrer eigenen Krankheit jeden Tag unterstützt und ermutigt, meine Arbeit als Nationaltrainer zu Ende zu bringen. Dafür bin ich ihr dankbarer, als ich es jemals in Worte fassen könnte“, schrieb er bei Instagram.
Der KNVB muss schnell handeln
Für die Niederlande beginnt damit abermals eine Phase des Umbruchs. Als mögliche Nachfolger werden bereits mehrere Namen gehandelt, darunter PSV-Erfolgscoach Peter Bosz, der frühere Liverpool-Trainer Arne Slot sowie Erik Ten Hag und Michael Reiziger. Zeit bleibt dem Verband jedoch kaum, denn im September startet schon die Nations League.
Nigel de Jong, beim KNVB Direktor für Spitzenfußball, betonte die Dringlichkeit, kündigte aber zugleich Sorgfalt an. „Wir wissen um die Dringlichkeit, werden uns aber gleichzeitig die nötige Zeit nehmen, um die richtige Entscheidung sorgfältig zu treffen“, sagte er.
WM-Aus trifft mehrere Nationalteams
Koeman steht mit seinem Rücktritt nicht allein. Insgesamt war für bislang sechs Trainer bei dieser WM Endstation. Neben dem Niederländer verloren auch Miroslav Koubek aus Tschechien, Steve Clarke aus Schottland, Sebastian Beccacece aus Ecuador sowie der sogar vom Staatspräsidenten angezählte Myung-bo Hong aus Südkorea ihren Posten. Tunesiens Sabri Lamouchi wurde bereits nach nur einem Spiel durch Hervé Renard ersetzt.
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Bei anderen Übungsleitern dürfte der Druck ebenfalls steigen. Vor allem Julian Nagelsmann steht nach dem Aus im Elfmeterschießen gegen Paraguay offenbar vor einer ungewissen Zukunft. Anders als Koeman flog der Bundestrainer zunächst nach Hause, um dort über seine weitere Arbeit zu beraten.
Koeman selbst zog damit einen klaren Schlussstrich. Er sei „stolz auf alles, was mir der Fußball gebracht hat, auf die Menschen, die ich kennengelernt habe, und auf die Tatsache, dass ich meine größte Leidenschaft zu meinem Beruf machen durfte“, schrieb er. Auch das klang wie ein Abschied für immer.
WM 2026: Alle Trainer, die nach dem Aus zurückgetreten oder entlassen wurden
| Trainer | Land | Was geschah | Unser Artikel |
|---|---|---|---|
| Ronald Koeman | 🇳🇱 Niederlande | Rücktritt nach Aus im Sechzehntelfinale | Koeman tritt zurück |
| Miroslav Koubek | 🇨🇿 Tschechien | Posten geräumt nach dem WM-Aus | — |
| Steve Clarke | 🏴 Schottland | Posten geräumt nach dem WM-Aus | — |
| Sebastián Beccacece | 🇪🇨 Ecuador | Aufhören nach dem WM-Aus | Beccacece hört auf |
| Myung-bo Hong | 🇰🇷 Südkorea | Rücktritt – zuvor vom Staatspräsidenten angezählt | Hong wirft das Handtuch |
| Sabri Lamouchi | 🇹🇳 Tunesien | Entlassen nach 1.Spiel, ersetzt von Hervé Renard | Tunesien feuert Lamouchi |