WM 2026 heute: VAR nimmt Deutschland die Führung! Nagelsmann tobt

Raus bei der WM 2026! War der Schiedsrichter schuld? Wieder einmal fühlt sich die deutsche Nationalmannschaft um eine mögliche Erlösung betrogen. Beim WM-Desaster gegen Paraguay wurde der vermeintliche Führungstreffer zum 2:1 nach einem VAR-Eingriff zurückgenommen, am Ende stand das bittere Aus im Elfmeterschießen mit 3:4. Julian Nagelsmann tobte über die Entscheidung von Schiedsrichter Jalal Jayed, auch die Experten zeigten sich fassungslos.

Schiedsrichter Jalal Jayed überprüft nach dem Treffer von Jonathan Tah im WM-2026-Sechzehntelfinale zwischen Deutschland und Paraguay die Szene am VAR-Monitor. Die Partie fand am 29. Juni 2026 im Boston Stadium in Foxborough, Massachusetts, statt. (Foto: Darrian Traynor/Getty Images)
Schiedsrichter Jalal Jayed überprüft nach dem Treffer von Jonathan Tah im WM-2026-Sechzehntelfinale zwischen Deutschland und Paraguay die Szene am VAR-Monitor. Die Partie fand am 29. Juni 2026 im Boston Stadium in Foxborough, Massachusetts, statt. (Foto: Darrian Traynor/Getty Images)
Weltmeisterschaften
29.6.2026
- 22:30
Deutschland
1.49
xG
0.42
1 1
Paraguay

VAR greift ein, Nagelsmann explodiert

In der 102. Minute schien die DFB-Elf dem nächsten großen Moment ganz nah. Doch der Treffer von Jonathan Tah zählte nicht, weil der marokkanische Referee nach Hinweis seiner Video-Assistentin Tatiana Guzman aus Nicaragua die Szene noch einmal prüfte und Waldemar Antons Mitwirkung am Gegentor als regelwidriges Blocken wertete. Für Deutschland war es der Rückschlag in einer ohnehin chaotischen Szene, die das Turnier endgültig kippte.

Bundestrainer Julian Nagelsmann tröstet Manuel Neuer nach dem verlorenen Elfmeterschießen im WM-2026-Sechzehntelfinale gegen Paraguay am 29. Juni 2026 im Boston Stadium in Foxborough, Massachusetts. (Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)
Bundestrainer Julian Nagelsmann tröstet Manuel Neuer nach dem verlorenen Elfmeterschießen im WM-2026-Sechzehntelfinale gegen Paraguay am 29. Juni 2026 im Boston Stadium in Foxborough, Massachusetts. (Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Nagelsmann reagierte noch während und nach der Partie mit deutlichen Worten. „Ein Witz, dass er den abpfeift. Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Vollskandal!“, schimpfte der Bundestrainer. Die Enttäuschung saß tief, auch weil die Entscheidung aus deutscher Sicht als spielentscheidend empfunden wurde.

Experten widersprechen dem Schiedsrichter

Jonathan Tah selbst wollte keine Legendenbildung um seinen aberkannten Kopfball betreiben. Den Vergleich mit der berühmten Hand von Marc Cucurella bei der Heim-EM 2024 wies er nicht in erster Linie zurück, doch er blieb sachlich. „Es bringt nichts, darüber zu diskutieren“, sagte Tah, der mit einer schwarzen Plastiktüte voller Überreste eines blamablen Turniers dastand, „wir müssen uns an die eigene Nase packen.“ Zugleich machte er klar: „Für mich war das auf jeden Fall kein Foul. Alle sind am Boden zerstört.“

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Auch die TV-Experten sahen die Szene deutlich anders als Jayed. Der frühere Bundesliga-Referee Thorsten Kinhöfer fand im ZDF klare Worte: „Mir fehlen die Worte“, sagte er. „Die Entscheidung ist absolut nicht nachvollziehbar. Das ist nie und nimmer ein Foul, überhaupt nicht. Das ist handelsüblich.“ Patrick Ittrich schloss sich bei MagentaTV an und kritisierte vor allem den VAR-Eingriff. „Für mich ist das zu kleinlich. Natürlich gibt es einen Kontakt, aber ich sehe kein Wegstoßen, kein Wegdrücken, kein Festhalten“, erklärte er. „Insofern ist es keine klare Fehlentscheidung und dieser Eingriff nicht gerechtfertigt.“

Jonathan Tah (Nummer 4) jubelt ausgelassen über seinen vermeintlichen Treffer zum 2:1, der anschließend wegen eines Foulspiels von Waldemar Anton an Paraguays Torwart Orlando Gill aberkannt wurde, während weitere deutsche Spieler herbeieilen. Aufgenommen im Sechzehntelfinale der WM 2026 zwischen Deutschland und Paraguay im Boston Stadium in Foxborough am 29. Juni 2026. (Robert Cianflone / Getty Images)
Jonathan Tah (Nummer 4) jubelt ausgelassen über seinen vermeintlichen Treffer zum 2:1, der anschließend wegen eines Foulspiels von Waldemar Anton an Paraguays Torwart Orlando Gill aberkannt wurde, während weitere deutsche Spieler herbeieilen. Aufgenommen im Sechzehntelfinale der WM 2026 zwischen Deutschland und Paraguay im Boston Stadium in Foxborough am 29. Juni 2026. (Robert Cianflone / Getty Images)

Klopp zieht den Premier-League-Vergleich

Für zusätzliche Brisanz sorgte Jürgen Klopp, der im Zusammenhang mit der Szene sogar als möglicher neuer Bundestrainer gehandelt wird. Der frühere Liverpool-Coach verwies auf Standards und zog einen Vergleich zur Premier League. „Wenn dieses Tor irregulär ist, wird Arsenal nicht englischer Meister. Wir gewinnen das Spiel, wenn der Ball drin ist“, sagte Klopp bei MagentaTV. Er spielte damit auf die Gunners an, die sich den Titel in England auch durch kluges Behaupten gegen den Torwart bei ruhenden Bällen gesichert hatten.

Genau so, argumentierten die Deutschen, sei auch die Situation in Foxborough zu bewerten gewesen. Dort habe Waldemar Anton mit den Händen den paraguayischen Torwart Orlando Gill gestört und so den Weg für Tah freigemacht. Doch der VAR-Eingriff brachte die Szene zu Fall, der Treffer wurde aberkannt und die DFB-Elf musste die bittere Niederlage hinnehmen.

Tah blieb bei seiner nüchternen Linie. „Am Ende“, sagte er, „müssen wir die Entscheidung akzeptieren.“