Deutsche Aufstellung gegen Ecuador – Klopp sieht noch „Spielraum“ in der Defensive

Jürgen Klopp sieht die deutsche Nationalmannschaft vor dem sportlich bedeutungslosen Gruppenfinale gegen Ecuador gut aufgestellt, erkennt aber im Defensivverhalten und im Umschalten nach hinten noch Luft nach oben. Vor Ratschlägen an Bundestrainer Julian Nagelsmann will der 59-Jährige bewusst Abstand halten. Zugleich traut er dem DFB-Team viel zu und hält Deutschland weiter für einen echten Titelanwärter.

MagentaTV-Experte Jürgen Klopp im Interview auf der Breakfast-Club-Dachterrasse vor der New Yorker Skyline, vor dem WM-Spiel Argentinien gegen Österreich.
MagentaTV-Experte Jürgen Klopp im Interview auf der Breakfast-Club-Dachterrasse vor der New Yorker Skyline, vor dem WM-Spiel Argentinien gegen Österreich. (Screenshot: MagentaTV)

Weltmeisterschaften
25.6.2026
- 22:00
Ecuador
2 1
Deutschland
Ecuador – DeutschlandE
Do 25.06. · 22:00 Uhr · ARD

Update 20:30 Uhr: Die offizielle Aufstellung Deutschland ist da!

Klopp hält sich bei Nagelsmanns Personalfragen zurück

Bei einem adidas-Termin in Brooklyn erklärte Klopp, dass er Nagelsmann vor dem letzten Vorrundenspiel keine Vorgaben machen werde. „Es gibt für alles Argumente“, sagte der frühere Coach von Borussia Dortmund und des FC Liverpool mit Blick auf die mögliche Rotation. Die Frage laute immer, ob man alle Spieler bei Laune halten wolle, weil man sie im Turnierverlauf brauche, oder ob man sich mit der Startelf weiter einspielen wolle.

Seine Grundhaltung sei in solchen Situationen stets klar gewesen: „Niemand weiß so gut über meine Mannschaft Bescheid wie ich.“ Im Fall der deutschen Auswahl gelte aus seiner Sicht entsprechend, „dass niemand so gut Bescheid weiß wie Julian“. Klopp sei aber überzeugt, „dass es echt Sinn macht, dass er eine Aufstellung findet, mit der wir das Spiel gewinnen können“. In ein Spiel gehe man nie mit der Haltung, es sei „nicht so wichtig“. Ein Sieg fühle sich „immer besser an“, während eine Niederlage oft „die schlechte Stimmung“ mit sich bringe. Als Vereinstrainer habe er Rotationen nie aus Schonungsgründen vorgenommen, sondern „damit ich frische Beine auf den Platz bringe und das Spiel gewinnen kann“.

Mehr Stabilität gegen den großen Gegnerkreis

Insgesamt zeigt sich Klopp mit dem Leistungsvermögen des Teams zufrieden. „Wir sind eine richtig gute Fußball-Mannschaft“, betonte er. „Ich mag die Art und Weise, wie wir spielen. Wir haben verschiedene Abläufe und können guten Fußball spielen. Aber wir haben auch noch ein bisschen Spielraum.“ Gerade in der Defensive und im defensiven Umschaltverhalten sieht er noch Entwicklungspotenzial, wenn die Mannschaft ganz oben angreifen will.

Nach den ersten beiden Spieltagen habe er ohnehin noch keinen klaren Favoriten gesehen. „Es hat mich noch niemand so sehr überzeugt, dass ich schon weiß, wer Weltmeister werden wird“, sagte Klopp. Deutschland wünsche er sich zwar als Turniersieger, „ich habe davon geträumt“. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass es mehrere starke Teams gebe, die den Titel holen könnten. Dafür müsse „unglaublich viel zusammenkommen. Du musst auch Glück haben, da geht es nicht nur um die Qualität.“

Bundestrainer Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz der deutschen Nationalmannschaft einen Tag vor dem WM-2026-Gruppenspiel gegen Curaçao am 13. Juni 2026 im Houston Stadium. (Molly Darlington / Getty Images)
Bundestrainer Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz der deutschen Nationalmannschaft einen Tag vor dem WM-2026-Gruppenspiel gegen Curaçao am 13. Juni 2026 im Houston Stadium. (Molly Darlington / Getty Images)

Nagelsmann plant im Gruppenfinale mit einem Mix

Vor dem Duell mit Ecuador am Donnerstag um 22.00 Uhr deutscher Zeit in East Rutherford, live in der ARD und bei MagentaTV, steht Julian Nagelsmann vor einem Balanceakt. Das Spiel hat sportlich kaum noch Bedeutung, trotzdem muss der Bundestrainer einige Akteure aus der zweiten Reihe einbauen und zugleich die deutsche Aufstellung für die K.o.-Phase schärfen. „Es wird wohl ein Mix werden“, kündigte Nagelsmann an.

Fest steht bereits, dass die Abwehr umgebaut werden muss. Nico Schlotterbeck fällt mit einer Innenbandverletzung im Sprunggelenk für die WM aus, Antonio Rüdiger ist als erster Ersatz vorgesehen. Dazu kommt, dass Nathaniel Brown über leichte Adduktorenprobleme klagt und am Mittwoch am Rand des Abschlusstrainings nur lockere Läufe absolvierte. Dadurch ist eine zweite Änderung wahrscheinlich, denn die linke Abwehrseite dürfte an den Leipziger David Raum gehen.

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Auch im Tor könnte sich etwas tun. Oliver Baumann darf möglicherweise für sein vorbildliches Verhalten belohnt werden, nachdem er wegen der Rückkehr von Manuel Neuer auf die Bank gerückt war. Im Mittelfeld drängt Leon Goretzka nach seiner Rettungstat gegen die Elfenbeinküste beim 2:1 ins Team. Zudem soll Deniz Undav, der mit drei Toren und zwei Vorlagen bislang der auffälligste deutsche WM-Spieler ist, von Beginn an auflaufen. Ob noch weitere Stammkräfte geschont werden, hängt auch vom Zustand von Jamal Musiala ab, der nach seiner langen Verletzungspause genau beobachtet werden muss. Rechts außen bietet sich Jamie Leweling als Alternative zu Leroy Sané an.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Ecuador: Galíndez/CA Huracán (39 Jahre/37 Länderspiele) – Ordóñez/Club Brügge (22/18), Pacho/Paris Saint-Germain (24/36), Hincapié/FC Arsenal (24/54) – Preciado/Atlético Mineiro (28/58), Caicedo/FC Chelsea (24/63), Franco/Atlético Mineiro (27/60), Estupiñán/AC Mailand (28/55) – Yeboah/FC Venedig (26/25), Plata/Flamengo (25/52) – Valencia/CF Pachuca (36/107). – Trainer: Beccacece

Deutschland: Baumann/TSG Hoffenheim (36/13) – Kimmich/Bayern München (31/112), Rüdiger/Real Madrid (33/84), Tah/Bayern München (30/49), Raum/RB Leipzig (28/38) – Pavlovic/Bayern München (22/13), Goretzka/Bayern München (31/72) – Leweling/VfB Stuttgart (25/6), Musiala/Bayern München (23/44), Wirtz/FC Liverpool (23/43) – Undav/VfB Stuttgart (29/11) – Trainer: Nagelsmann

Schiedsrichterin: Tori Penso (USA)