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Der deutliche 7:1-Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Curacao bei der WM hat Berti Vogts nur bedingt beeindruckt. Für den früheren Bundestrainer war die Partie eher ein lockeres Testspiel als ein echtes Turnierduell.

Vogts zweifelt am Aussagewert des Siegs
In seiner WM-Kolumne für die Rheinische Post fand der 79-Jährige klare Worte. Ich muss es leider so hart sagen: Ein solches Spiel trägt zwar das Siegel WM, aber es war kein echtes WM-Spiel
, schrieb Vogts über das klare 7:1. Aus seiner Sicht zeigt das Ergebnis vor allem, wie notwendig es ist, über den Umfang einer derart aufgeblähten Weltmeisterschaft nachzudenken. Man tut niemandem einen Gefallen damit
, erklärte er.
Das sensationelle 0:0 von Kap Verde gegen Spanien am Montag stand bei seiner Einschätzung allerdings noch nicht im Blickfeld. Von diesem Resultat wusste Vogts beim Verfassen seiner Kolumne noch nichts.
Warnung vor zu viel Selbstvertrauen
Mit Blick auf die deutsche Auswahl mahnte Vogts außerdem zur Besonnenheit. Die Mannschaft solle sich nach dem gelungenen Start keinesfalls zu sicher fühlen. Pflicht erfüllt mit viel Spielfreude, abhaken. Wir müssen auf dem Teppich bleiben
, warnte er. Dazu ergänzte der Europameister von 1996: Luftschlösser sind gefährlich bei einer WM
.
Lehre aus eigenen Erfahrungen
Vogts weiß aus eigener schmerzhafter Erfahrung, wie riskant Überheblichkeit im Turnierverlauf sein kann. Bei der WM 1994 war sein Team gedanklich bereits beim erhofften Halbfinale gegen Italien. Am Ende folgte jedoch das böse Erwachen im Viertelfinale, das die deutsche Mannschaft gegen Bulgarien mit 1:2 verlor.