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Der WM-Auftakt von Tunesien endete nicht nur mit einer empfindlichen 1:5-Niederlage gegen Schweden, sondern auch mit dem sofortigen Aus für Sabri Lamouchi. Noch in der Nacht verließ der entlassene Coach das InterContinental Presidente in Monterrey mit hängender Miene. Nur kurz darauf präsentierte der Verband bereits den Nachfolger: Hervé Renard soll die Adler von Karthago umgehend wieder auf Kurs bringen.

Renard übernimmt sofort
Der 57 Jahre alte Franzose wird zunächst bis zum Ende der Weltmeisterschaft die Leitung der Nationalmannschaft übernehmen, wie Moez Nassari, Präsident des tunesischen Fußballverbands FTF, mitteilte. Bereits am Dienstag sollte Renard die erste Trainingseinheit mit dem Team im Rayados Training Center in Monterrey leiten. Dort arbeiten auch die Bundesliga-Profis Rani Khedira vom 1. FC Union und Ellyes Skhiri von Eintracht Frankfurt unter dem neuen Chef.
Renard kommt mit reichlich Erfahrung nach Tunesien. Erst im April war er als Nationaltrainer Saudi-Arabiens freigestellt worden. Mit Sambia und der Elfenbeinküste hatte er zuvor schon den Afrika-Cup gewonnen. Jetzt wartet auf ihn allerdings ein Härtetest unter maximalem Druck.
Druck vor Japan und den Niederlanden
Am Sonntag um 6.00 Uhr MESZ bei MagentaTV trifft Tunesien auf Japan, zum Abschluss der Gruppe F geht es am 26. Juni gegen die Niederlande. Schon gegen Japan steht der neue Verantwortliche enorm unter Zugzwang. Ein weiterer Rückschlag würde für Tunesien wohl das WM-Aus bedeuten.
Das Vertrauen in Lamouchi war dagegen rasch aufgebraucht. Erst Mitte Januar hatte der Franzose den Posten von Sami Trabelsi übernommen. In fünf Partien verbuchte er nur einen Sieg gegen Haiti, dazu kamen vier Niederlagen. Nach der schmerzlichen Niederlage gegen Schweden war die Entscheidung des Verbands daher nur noch eine Frage der Zeit.
Historischer Negativfall für Tunesien
Direkt nach dem Spiel hatte Lamouchi selbst schon einen bitteren Abend eingeräumt. „Den Wettbewerb mit einer solch herben Niederlage zu beginnen, ist schwer“, sagte er konsterniert. Kurz darauf war seine Amtszeit beendet.
Für Tunesien ist der schnelle Trainerwechsel bei einer WM kein Neuland. Bereits bei der Endrunde 1998 musste Henryk Kasperczak nach zwei Niederlagen gehen. Auch andere Teams erlebten in Frankreich vorzeitige Konsequenzen. Südkoreas Trainer Bum-Kun Cha und Saudi-Arabiens brasilianischer Coach Carlos Alberto Parreira wurden dort ebenfalls vorzeitig entlassen.