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Österreich bekommt kurz vor dem ersten WM-Spiel seit 28 Jahren wichtigen Rückenwind: Ralf Rangnick hat seinen Vertrag als ÖFB-Teamchef bis 2028 verlängert. Damit ist auch der Werberunde von der AC Mailand eine Absage erteilt, noch bevor die Partie Österreich gegen Jordanien ansteht.

ÖFB-Boss Josef Pröll sprach von einem wichtigen Signal für die Geschlossenheit im Team und die gemeinsamen Ziele. Nun soll die neu geschaffene Klarheit im Idealfall direkt auf dem Platz wirken, im besten Fall mit einem gelungenen Auftakt und einem Sieg zum Turnierstart.
Verlängerung bis 2028 und klare Botschaft an das Team
Der Verband hat nach eigenen Angaben mit Hilfe von Sponsoren ein „attraktives und wirtschaftlich darstellbares Gesamtpaket geschnürt“. Gleichzeitig machte der ÖFB deutlich, dass man finanziell nicht mit den ganz großen internationalen Klubs mithalten kann. Nach Pröll waren es deshalb nicht nur Geldfragen, die Rangnick überzeugt haben.
Ein entscheidender Punkt war offenbar auch die Perspektive in seinem Funktionsteam. „Wer von meinem Trainerteam weiter zur Verfügung steht“, zählte Rangnick selbst zu den Faktoren. Sein Assistenten-Duo Onur Cinel und Stefan Oesen hat ebenfalls verlängert.
Rangnick erklärte zudem: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass für mich die Geschichte Vertragsverlängerung eine Grundsatzentscheidung ist, in der viele Faktoren eine Rolle gespielt haben.“ Und weiter: „Alles, was in den letzten vier Jahren hier passiert ist, ist mindestens zu 50 Prozent dem gesamten Betreuerteam zu verdanken.“
Der neue Kontrakt enthält außerdem eine automatische Verlängerung bis zur EM 2028 in Großbritannien und Irland, falls sich Österreich für das Turnier qualifiziert.
Kalajdzic drängt, Baumgartner fehlt, Chukwuemeka rückt ins Blickfeld
Sportlich richtet sich die gesamte Konzentration inzwischen auf den WM-Start. Vor allem im Angriff muss Rangnick eine heikle Entscheidung treffen. Sasa Kalajdzic, im Training auffallend stabil und formstark, macht Druck auf Marko Arnautovic und Michael Gregoritsch. Der baumlange Stürmer, technisch stark und im Kopfballspiel enorm präsent, hat nach drei Kreuzbandrissen in den vergangenen Jahren wieder ein Niveau erreicht, das einen Einsatz gegen Jordaniens kompakte Defensive von Beginn an rechtfertigen würde.
In diesem Szenario müsste mindestens einer aus dem Duo Gregoritsch und Arnautovic zunächst auf die Bank. Kalajdzic ist dabei als Zehner eingeplant.
Auch im offensiven Mittelfeld gibt es mehrere offene Fragen. Carney Chukwuemeka wird im ÖFB-Camp intensiv diskutiert, weil er den verletzten Christoph Baumgartner auf Anhieb ersetzen könnte. Alternativen wären Marcel Sabitzer, Paul Wanner oder Romano Schmid, sollte dieser von der rechten Seite in die Mitte rücken. Hinzu kommt die Positionsfrage bei Konrad Laimer, der seine enormen Laufleistungen entweder als Außenverteidiger oder auf dem Flügel einbringen könnte.
Baumgartner zurück im Camp, Ljubicic überraschend nachnominiert
Eine bittersüße Nachricht gab es auch um Christoph Baumgartner. Der 26-Jährige kann nach seiner schweren Verletzung immerhin wieder lächeln. Als feststand, dass er die WM verpasst, sei das ein „Wahnsinns-Schock“ gewesen, sagte Baumgartner bereits in Santa Barbara, wo er seit Mittwoch ist, den ersten Teil seiner Reha absolviert und zugleich als Motivator für die Mannschaft wirkt.
Verletzt hatte er sich am 1. Juni beim Aufwärmen für den letzten Test gegen Tunesien. Ein MRT brachte anschließend Gewissheit: Der Leipzig-Profi erlitt eine schwere Muskelverletzung im Oberschenkel-Adduktorenbereich. „Das war ein wahnsinniger Schlag für mich.“ Zur genauen Ausfalldauer machte er keine Angaben, sie könnte aber bis zu fünf Monate betragen. In den kommenden zwei Wochen ist er noch auf Krücken angewiesen. Trotz allem war ihm die Freude über die Rückkehr ins WM-Camp anzusehen. „So geht mein Traum doch noch in Erfüllung, wenn auch anders.“
Während Baumgartner also ausfällt, hat Dejan Ljubicic plötzlich den Sprung in den Kader geschafft. Der Schalker Aufsteiger kam aus dem Strandurlaub in Kroatien direkt zur WM-Nominierung und kehrt nach mehr als zweieinhalb Jahren in das ÖFB-Team zurück. „Der Anruf vom Teamchef kam um 7 Uhr früh“, erzählte Ljubicic schmunzelnd. „Ich habe bis halb zehn geschlafen, dann ging es schnell.“ Eines ist für ihn klar: Einen Anruf von Rangnick will er künftig nicht mehr verpassen.