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Die deutsche Nationalmannschaft hat mit dem jüngsten Auftritt mehrere Ausrufezeichen gesetzt. Vor allem Felix Nmecha, Jamal Musiala und Florian Wirtz prägten das Spiel, während Joshua Kimmich mit zwei Torvorlagen glänzte. Auch die neuen Gesichter Nathaniel Brown und Nicko Schlotterbeck schrieben ihre eigenen Geschichten.

Neuer kehrt zurück, die Abwehr braucht Anlauf
Manuel Neuer meldete sich nach 709 Tagen zurück in der DFB-Auswahl und wurde mit 40 Jahren zum ältesten deutschen Nationalspieler. Sein erstes geprüftes Geschoss schlug zwar im Netz ein, doch der Schuss wurde von Kimmich noch abgefälscht. Danach hatte der Keeper meist wenig zu tun.
In der Innenverteidigung startete Jonathan Tah mit einigen Unsicherheiten, leistete sich früh einen Fehlpass und verlor auch einen Zweikampf. Nach der Pause wurde er deutlich stabiler. Nico Schlotterbeck wiederum hatte vor dem Gegentreffer eine unglückliche Rettungsaktion auf dem Konto, machte das aber mit seinem ersten Länderspieltor wieder wett und köpfte die wichtige Führung. Bei Ecken suchte man ihn immer wieder gezielt als Abnehmer.

Auf der linken Seite erhielt Nathaniel Brown den Vorzug vor David Raum und zahlte das Vertrauen zurück. Er spielte mehrere feine Bälle in die Tiefe, schlug die präzise Ecke zum Treffer von Schlotterbeck und feierte später sogar sein erstes Tor im Nationaltrikot.
Stimmen zum 7:1 Spiel Deutschland gegen Curacao
Julian Nagelsmann (Bundestrainer): „Ich habe mich extrem für die Mannschaft gefreut, habe ihr von Herzen gratuliert. Curacao hat noch nie Raute gespielt, da mussten wir etwas anpassen. Dann kriegen wir aus der ersten Aktion des Gegners den Ausgleich, da musst du dich erst einmal sammeln – wir haben viele Newcomer dabei, dann die Historie mit den Niederlagen 2018 und 2022, da musst du dann auch erstmal sieben Tore machen und gewinnen. Es waren gute Dinge dabei, aber auch Dinge, die man gut analysieren kann und die dich weiterbringen.“
Manuel Neuer: „Ich glaube, wenn Jo (Kimmich) ihn nicht berührt, habe ich ihn. Aber bis auf ein paar Unsicherheiten hatten wir alles im Griff. Für mich war es auch wieder ein erstes Spiel. Ich gehe es an, als wäre es meine erste WM. Das war etwas ganz Besonderes für mich. Wir lassen niemanden links liegen, alle ziehen am gleichen Strang. Hier wird jeder mitgenommen, wir brauchen jeden Spieler.“
Kai Havertz: „Die erste Halbzeit war hart, wir haben es gut gemacht und können zufrieden sein. Das erste Spiel ist immer das härteste, aber wir haben gut Selbstvertrauen getankt. Das 7:1 gegen Brasilien 2014 habe ich gesehen, es steht in den Geschichtsbüchern – jetzt mit diesem Ergebnis zu starten, ist etwas Besonderes. Manu war als Einziger dabei, ich frag ihn nachher mal, wie es war.“ Nathaniel Brown: „Es ist unbeschreiblich. Im ersten WM-Spiel zu treffen, meine Familie ist da, dann mit den Jungs zu jubeln – einfach unglaublich. Das Gegentor war unnötig, aber gehört dazu. Ich bin stolz, dass wir den Kopf nicht haben hängen lassen.“
Kimmich und das starke Mittelfeld
Joshua Kimmich war auf seiner Seite defensiv immer wieder gefordert, fand im Spiel nach vorne zunächst noch nicht den erhofften Zugriff, steigerte sich dann aber klar. Am Ende legte er sowohl Jamal Musiala als auch Deniz Undav die Tore auf.
Aleksandar Pavlovic zeigte eine ordentliche und solide Leistung. Bei seinen Abschlüssen fehlte ihm etwas das Glück, zudem agierte er erwartungsgemäß defensiver als sein Nebenmann Felix Nmecha. Der Dortmunder spielte dagegen groß auf, traf zur frühen Führung und holte kurz vor der Pause auch noch den Elfmeter heraus. Für ihn war es das bislang beste Länderspiel.

Musiala, Wirtz und die offensive Wucht
Jamal Musiala legte den nächsten Schritt auf seinem Weg zurück in die Spur hin. Das Sorgenkind setzte sich immer wieder gegen die gegnerische Abwehrkette durch, strahlte Spielfreude aus und traf direkt nach dem Seitenwechsel. Florian Wirtz war ebenfalls kaum zu stoppen, überzeugte mit klugen Ideen und starken Dribblings und harmonierte prächtig mit seinem Kumpel Musiala.
Leroy Sané bemühte sich zwar, brachte aber längst nicht alles auf den Platz. Nach einem Traumpass von Wirtz vergab er vor dem Tor zu zögerlich, zudem leistete er sich einige unnötige Ballverluste. Auch nach der Pause ließ er eine Großchance liegen. Kai Havertz tat sich zunächst schwerer, weil er nicht optimal ins Kombinationsspiel eingebunden war, unterstrich später aber seine Rolle als erste Wahl vom Punkt und traf spät noch sehenswert. Deniz Undav, der nach gut einer Stunde für Musiala kam, fand schnell hinein, bereitete Browns Treffer per Hacke vor und machte anschließend das halbe Dutzend voll.
David Raum löste nach Browns Tor direkt den Torschützen ab. Antonio Rüdiger kam für Tah und sammelte als inzwischen nur noch Innenverteidiger Nummer drei Spielpraxis. Leon Goretzka ersetzte den starken Nmecha und wird sich auch im weiteren Turnierverlauf wohl mit der Jokerrolle begnügen müssen. In der Schlussphase übernahm Waldemar Anton den rechten Part in der Viererkette von Kimmich.