Viele freie Plätze, aber offiziell fast ausverkauft: Die FIFA hat ihre Zuschauerangabe zum WM 2026 Spiel Südkorea gegen Tschechien verteidigt. Laut Weltverband basiert die Zahl auf gescannten Eintrittskarten und den tatsächlich im Stadiongelände anwesenden Fans, nicht auf einer optischen Schätzung der sichtbaren Auslastung.

Beim zweiten Spiel der WM in den USA, Mexiko und Kanada im Stadion von Guadalajara hatte die FIFA 44.985 Zuschauer gemeldet. Die Arena fasst 45.664 Plätze, auf mehreren Rängen, auch auf Höhe der Mittellinie, blieben jedoch zahlreiche Sitze leer. Genau deshalb stellte sich die Frage, ob die veröffentlichte Zahl überhaupt den realen Verhältnissen im Stadion entsprach.
FIFA verweist auf gescannte Tickets und Stadionbereich
Der Verband betonte, die offizielle Zuschauerzahl bilde „die Anzahl der gescannten Eintrittskarten sowie der tatsächlich innerhalb des Stadiongeländes anwesenden Zuschauer wider“. Eine Einschätzung anhand des sichtbaren Sitzplatzbildes während der Partie sei dafür ausdrücklich nicht maßgeblich. Außerdem verwies die FIFA darauf, dass beim Spiel in Guadalajara mehrere Besucher mit gültigen Tickets dabei beobachtet worden seien, wie sie sich in den Umläufen und Aufenthaltsbereichen des Stadions aufhielten, statt die gesamte Begegnung auf ihren zugewiesenen Plätzen zu verbringen.
Man arbeite, so die FIFA, „eng mit den Stadionbetreibern und den Ticketteams zusammen, um sicherzustellen, dass alle veröffentlichten Zahlen auf verifizierten Betriebsdaten beruhen“.

Kritik an Ticketpolitik bleibt bestehen
Für zusätzlichen Diskussionsstoff sorgt auch die Aussage von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Er hatte zu Jahresbeginn betont, dass 500 Millionen Ticketanfragen eingegangen seien und alle WM-Spiele bereits ausverkauft seien. Dennoch sind für Partien mit kleineren Nationen weiterhin Karten erhältlich. Die Ticketpolitik des Weltverbands und die teils exorbitant hohen Preise hatten schon im Vorfeld für deutliche Kritik gesorgt.