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Vier Debütanten, vier besondere Geschichten, vier ganz unterschiedliche Wege zur WM 2026: Curacao, Jordanien, Kap Verde und Usbekistan schreiben in Nordamerika erstmals Weltmeisterschafts-Geschichte. Für alle vier Nationen ist es die Premiere auf der größten Bühne des Fußballs, für mehrere ihrer Gegner zugleich eine echte Standortbestimmung.

Curacao: kleinster WM-Staat der Geschichte
Die blaue Welle rollt an: Curacao ist nach Einwohnerzahl mit nur rund 185.000 Menschen das kleinste Land, das jemals eine WM-Endrunde erreicht hat. Dick Advocaat übernahm den Außenseiter, der als „Blue Wave“ bekannt ist, kurz vor der WM. Zuvor führte Fred Rutten den Karibikstaat sensationell zu einem Teilnehmer der Endrunde. Der Niederländer Advocaat wird mit 78 Jahren zudem zum ältesten Trainer in der WM-Historie.
Die Mannschaft bereitete sich in Noordwijk an der niederländischen Nordseeküste auf das Turnier vor und startet als Nummer 82 der FIFA-Weltrangliste in die Gruppenphase. Am Sonntag wartet auf Curacao gleich Deutschland als erster Gegner. Danach folgen Ecuador am 21. Juni und die Elfenbeinküste am 25. Juni.
Jordanien: Auszeichnung vom König
Bei Jordanien steht neben der sportlichen Premiere auch eine ungewöhnliche Geschichte um Chefcoach Jamal Sellami im Mittelpunkt. Der in Marokko geborene Übungsleiter fand sein Glück in Jordanien, wo er dank eines königlichen Geschenks inzwischen sogar die jordanische Staatsbürgerschaft besitzt, und zwar ehrenhalber. Überreicht wurde sie von Abdullah II persönlich nach dem Einzug ins verlorene Finale des Arab-Cup 2025.
Was der Monarch dem Coach bei einem Titelgewinn geschenkt hätte, bleibt offen. Für Jordanien ist die WM-Gruppe J mit Österreich am 17. Juni, Algerien am 23. Juni und Weltmeister Argentinien am 28. Juni eine besondere Prüfung.
Kap Verde: Erfolg mit globalem Kader
Kap Verde liegt vor der Westküste Afrikas und ist mit rund 530.000 Einwohnern der zweitkleinste Teilnehmer der WM 2026. „Diese Menschen glücklich zu machen, ist enorm“, sagt Pedro Leitao Brito, der unter seinem Spitznamen „Bubista“ bekannt ist. Der Coach wurde 2025 nach der erfolgreichen Qualifikation, in der die „Blauen Haie“ unter anderem Kamerun hinter sich ließen, als Afrikas Trainer des Jahres geehrt.
Auffällig ist auch die Zusammensetzung des Kaders: Keiner der 26 Spieler steht in der heimischen Liga unter Vertrag, und gut die Hälfte wurde in einem anderen Land geboren. Gleich fünf Akteure stammen aus Rotterdam. In Gruppe H trifft der Weltranglisten-69. auf Europameister Spanien am 15. Juni, außerdem auf Uruguay am 22. Juni und Saudi-Arabien am 27. Juni.
Usbekistan: endlich angekommen
Für Usbekistan ist das WM-Ticket die Erfüllung eines langen Traums. Als die Qualifikation feststand, schrieb die usbekische Lokalpresse, dass dies für Länder wie Frankreich oder Brasilien nichts Besonderes sei, für das eigene Volk aber ein großer Moment sei. Schon zweimal war die Auswahl ganz nah dran gewesen.
2005 gewann Usbekistan das entscheidende Spiel gegen Bahrain mit 1:0, doch die Partie wurde wegen einer Schiedsrichter-Fehlentscheidung annulliert. 2013 scheiterte das Team um den heutigen Star Abdukodir Chusanow von Manchester City im letzten Qualispiel gegen Jordanien nach einem 8:9 im Elfmeterschießen. Zwölf Jahre später hat es endlich geklappt, auch weil Fabio Cannavaro an der Seitenlinie steht. Der italienische Weltmeister von 2006 weiß schließlich, wie man solche Momente meistert. In Gruppe K bekommt es Usbekistan mit Kolumbien am 18. Juni, Portugal am 23. Juni und der DR Kongo am 28. Juni zu tun.