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Die deutsche Nationalmannschaft startet bei der FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mit dem ersten Gruppenspiel gegen Curaçao am Sonntag Abend um 19 Uhr Anstoßzeit. Für mehrere Akteure ist das Turnier zugleich womöglich die letzte realistische Titelchance ihrer Laufbahn. Manuel Neuer steht im Tor, Jo Kimmich ist seit der EM 2016 dabei und Leon Goretzka steht schon fast im Altenteil in Italien. Hier die deutsche WM Aufstellung.

Am Sonntag um 19 Uhr trifft die Auswahl von Bundestrainer Julian Nagelsmann in Houston erstmals überhaupt auf die Karibikinsel. Die Partie wird live in der ARD und bei MagentaTV gezeigt. Gespielt wird im Houston Stadium, der Heimstätte der Houston Texans, das 2002 eröffnet wurde, knapp 71.500 Zuschauer fasst und über ein Dach sowie eine Klimaanlage verfügt.
Aufstellung – So könnte Deutschland in Houston beginnen
Neuer – Kimmich, Tah, N. Schlotterbeck, Brown – F. Nmecha, Pavlovic – L. Sané, Musiala, Wirtz – Havertz
Für das Auftaktspiel deutet vieles auf eine Formation im 4-2-3-1-System hin. Nagelsmann setzte zuletzt auf eine Viererkette, davor eine Doppelsechs und eine offensive Dreierreihe mit Leroy Sané, Jamal Musiala und Florian Wirtz. Im Sturmzentrum kamen zuletzt Denis Undav, Kai Havertz oder Nick Woltemade infrage.
Die mögliche Startelf liest sich so: Manuel Neuer im Tor, davor Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und Nathaniel Brown. Im zentralen Mittelfeld könnten Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic beginnen, dahinter oder davor dann Sané, Musiala und Wirtz, während Havertz die Spitze besetzt.
Der deutsche WM-Kader steht
Julian Nagelsmann benannte sein 26 Spieler umfassendes Aufgebot am 21. Mai. Als Kapitän führt Joshua Kimmich vom FC Bayern München die Mannschaft an. Für den verletzten Lennart Karl rückte Assan Ouedraogo nach.
Der erfahrenste Spieler im deutschen Kader neben Kimmich, der inzwischen auf 108 Länderspiele kommt, ist Manuel Neuer. Der Weltmeister von 2014 stand zuletzt beim Viertelfinale der Heim-EM im Juli 2024 in Stuttgart gegen Spanien im Tor. Neuer bringt es auf 124 Einsätze und liegt damit auf Platz 5 der deutschen Rekordnationalspieler. Kimmich steht bei 109 Spielen und neun Toren und gehört bereits ebenfalls zu den Top Ten der DFB-Rekordliste.

Für einige ist es die letzte WM-Chance
Zu jener Generation, die einst mit großen Erwartungen aufgebaut wurde, zählen auch Antonio Rüdiger und Leon Goretzka. Beide gehörten 2017 unter Joachim Löw zu jenem zusammengewürfelten, jungen Team, das beim Confederations Cup in Russland völlig überraschend das Finale in St. Petersburg gegen die A-Nationalmannschaft von Chile mit 1:0 gewann. Damals galten die Titelträger als mögliche Nachfolger des goldenen Jahrgangs um Manuel Neuer, Sami Khedira, Mesut Özil, Mats Hummels und Jérôme Boateng, der 2009 U21-Europameister wurde und fünf Jahre später in Brasilien den WM-Titel gegen Argentinien holte.
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Auch Jonathan Tah und Leroy Sané zählten damals zu den Hoffnungsträgern, verpassten das Acht-Nationen-Turnier in Russland aber verletzungsbedingt. Die großen Erwartungen erfüllten sich für diese Generation nicht. Zu ihr gehörten außerdem zeitweise Timo Werner, Niklas Süle, Serge Gnabry und Marc-André ter Stegen. Auf Vereinsebene sammelten Kimmich, Goretzka und Rüdiger reichlich Titel und erreichten mit dem Gewinn der Champions League die höchste Stufe. Im Nationaltrikot folgten jedoch bisher vor allem Rückschläge.
Auch das Viertelfinal-Aus bei der Heim-Europameisterschaft 2024 wird angesichts der inzwischen gesunkenen Ansprüche aus Kimmichs Sicht fast schon positiv eingeordnet. Er sagte: „Wenn man rein sportlich draufblickt, war es gar nicht so, dass wir da sehr gute Spiele gemacht haben.“
Besonders sehr beschäftigt ihn dieser Negativlauf. Kimmich hat sein gesamtes Fußballerleben lang verkörpert, dass es nur ums Gewinnen geht, und er kann Niederlagen kaum akzeptieren. Unvergessen bleiben die Bilder nach dem Vorrunden-Aus in Katar, als der sichtlich angegriffene Kimmich vom „schwersten Tag meiner Karriere“ sprach und von der „Angst, in ein Loch zu fallen“. Er erklärte damals, er befürchte, „dass ich persönlich mit dem Misserfolg in Verbindung gebracht werde. Und das ist nichts, wofür man stehen möchte“.
Curaçao reist mit erfahrenen Kräften an
Auch der Gegner bringt auffällige Namen mit. Die erfahrensten Spieler im Aufgebot der Karibikinsel sind Torwart Eloy Room von MLS-Klub Miami FC und Kapitän Leandro Bacuna vom türkischen Zweitligisten Igdir FK, beide mit jeweils 71 Länderspielen und damit zugleich Rekordspieler ihres Landes.
Aus der Bundesliga kennt man Riechedly Bazoer, der inzwischen für den türkischen Erstligisten Konyaspor spielt und von 2017 bis 2019 25 Partien für den VfL Wolfsburg bestritt. Ebenfalls bekannt ist Jürgen Locadia, aktuell bei Miami FC, der 2022 beim VfL Bochum unter Vertrag stand. Dazu kommen Gervane Kastaneer von Persis Solo in Indonesien, Tahith Chong von Sheffield United sowie Roshon van Ejima vom RKC Waalwijk. Kastaneer lief 2017 und 2018 zehnmal für den 1. FC Kaiserslautern in der 2. Bundesliga auf, Chong spielte 2020 und 2021 genau 13-mal für Werder Bremen, und van Ejima kam in derselben Zeit elfmal für Preußen Münster in der Regionalliga West zum Einsatz.
Ein großer Teil des Curaçao-Kaders wurde in den Niederlanden geboren und fußballerisch ausgebildet, teils in den Nachwuchsleistungszentren von Ajax Amsterdam, Feyenoord Rotterdam oder PSV Eindhoven.