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Lothar Matthäus erwartet zum WM-Start der deutschen Nationalmannschaft gegen Curacao ein deutliches Ausrufezeichen. Für den Rekordnationalspieler ist ein klarer Sieg gegen den Außenseiter Pflicht, am liebsten mit einem Ergebnis in der Größenordnung des 8:0 gegen Saudi-Arabien 2002.

Matthäus hofft auf einen frühen Wirkungstreffer
In seiner WM-Kolumne in der Sport Bild stellte Matthäus klar: „Ohne respektlos gegenüber Curacao sein zu wollen: Alles andere als ein klarer Sieg ist ein No-Go.“ Die DFB-Elf startet am 14. Juni in Houston gegen den krassen Außenseiter in das XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada, das vom 11. Juni bis 19. Juli läuft. Für Matthäus wäre ein überzeugender Auftakt nicht nur ein Pflichtsieg, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung der weiteren K.o.-Phase. „Ich erwarte dieses Mal ein ähnliches Ergebnis wie 2002 beim 8:0 gegen Saudi-Arabien, was damals der erste Schritt auf dem Weg ins Finale war“, sagte er.
Die Vorrundengegner der Deutschen sind neben Curacao auch die Elfenbeinküste, die am 20. Juni in Toronto wartet, sowie Ecuador am 25. Juni in East Rutherford. Ein dominanter Auftritt zum Beginn könne laut Matthäus sofort positive Stimmung erzeugen und die Anhänger emotional mitnehmen. „Vielleicht sogar ähnlich, wie es uns 1990 beim 4:1 gegen das allerdings starke Jugoslawien gelang. Der Sieg gab uns damals enormen Schub Richtung Titelgewinn“, sagte der frühere Kapitän.
Nagelsmann unter Beobachtung, Rüdiger im Fokus
Auch für die WM-Generalprobe am Samstag in Chicago gegen die USA hat Matthäus eine klare Vorstellung. Für den Anstoß um 20.30 Uhr MESZ bei RTL erwartet er von Bundestrainer Julian Nagelsmann, „dass wir zu mindestens 90 oder 95 Prozent“ bereits die deutsche Nationalmannschaft sehen, die auch gegen Curacao aufläuft. Gegen den klaren Außenseiter müsse dann „auf jeden Fall unsere erste Elf sein, damit sie sich für die schwereren Aufgaben danach einspielen kann. Wenn auch sicherlich offensiver ausgerichtet als gegen stärkere Gegner.“
Abseits der sportlichen Planung sieht Matthäus im Kader allerdings auch Konfliktpotenzial. Antonio Rüdiger nannte er dabei ausdrücklich als Spieler, der sich bei diesem Turnier vorbildlich kontrollieren müsse. „Man muss da Antonio Rüdiger nennen, der mehrmals Dinge gemacht hat, die Schlagzeilen produziert haben, die man nicht braucht und nicht lesen will. Er muss sich bei der WM absolut im Griff haben“, sagte Matthäus.
Fragezeichen im Torwartteam
Für Verwunderung sorgte bei ihm zudem die Nominierung von Alexander Nübel als drittem Torwart. Diese Rolle sei normalerweise auch dafür gedacht, für „Harmonie pur“ zu sorgen, erklärte Matthäus. Beim DFB-Rückkehrer Manuel Neuer und Nübel sei das allerdings schwierig, weil sich beide nicht mögen. „Das war nach dem DFB-Pokalfinale zu sehen, das weiß man auch schon länger“, so Matthäus.
Auch Julian Nagelsmann wisse um die Vorgeschichte der beiden Keeper, die als scharfe Konkurrenten gelten. Ein Doppelzimmer sollten sie nach Einschätzung des früheren Weltmeisters deshalb besser nicht teilen. „Das Problem wird die Mannschaft begleiten, weil es einfach so ist. Darauf müssen alle aufpassen“, sagte Matthäus.