Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
- 1 Nübel als Gast und erwarteter Einsatz gegen Ghana
- 2 VfB und Bayern dominieren den DFB-Kader
- 3 Wehrle über Anerkennung und zwölf Nationalspieler beim VfB
- 4 Angelo Stiller: Anfangs ausgelassen, dann als überzeugender Ballverteiler
- 5 Weitere VfB-Akteure im DFB-Kader: Führich, Vagnoman und Undav
- 6 VfB-Tradition: Stuttgarter in WM- und EM-Kadern

Nübel als Gast und erwarteter Einsatz gegen Ghana
Nach dem Sieg der DFB-Elf in der Schweiz empfängt die deutsche Nationalmannschaft am Montagabend Ghana in der Schwabenmetropole. Für Sonntagnachmittag wurde Torhüter Alexander Nübel als weiterer Gast neben Julian Nagelsmann vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) angekündigt, was nahelegt, dass Nübel am Montagabend im WM-Testspiel gegen Ghana (20.45 Uhr/ARD) sein drittes Länderspiel absolvieren wird.
Die meisten Zuschauer im Stadion dürfte das freuen, findet die Partie doch in der Arena des VfB Stuttgart statt, bei dem Nübel die unangefochtene Nummer eins ist. In der Nationalelf hingegen ist er hinter Oliver Baumann, der beim 4:3 in der Schweiz am Freitagabend spielte, die Nummer zwei.
Aktuelle Nationalspieler vom VfB (Kader für die Spiele gegen die Schweiz und Ghana)
Derzeit stellt der VfB Stuttgart mit fünf Spielern (neben dem FC Bayern) die stärkste Fraktion im DFB-Team von Julian Nagelsmann:
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Alexander Nübel: Steht vor seinem dritten Länderspiel und soll beim Spiel in Stuttgart (gegen Ghana) das Tor hüten. Aktuell die Nummer zwei hinter Oliver Baumann.
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Angelo Stiller: Zunächst nicht nominiert, rutschte er nach Verletzungen (Pavlovic, F. Nmecha) in den Kader. Stand gegen die Schweiz in der Startelf, glänzte als „sehr guter Ballverteiler“ (92 % Passquote) und überzeugte den Bundestrainer.
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Deniz Undav: Mit 23 Pflichtspieltreffern und 13 Vorlagen derzeit der mit Abstand beste deutsche Stürmer (kam gegen die Schweiz nicht zum Einsatz).
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Chris Führich: Wurde wie Angelo Stiller für die aktuellen Spiele nachnominiert.
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Josha Vagnoman: Gehört ebenfalls zum aktuellen Aufgebot.
Maximilian Mittelstädt wurde dieses Mal nicht nominiert, Jamie Leweling musste verletzt wieder abreisen. Julian Chabot war auch schon im DFB-Kader. Mit dem U21 Nationalspieler Finn Jeltsch hat man nochmals eine heißes Eisen im Feuer.

VfB und Bayern dominieren den DFB-Kader
Der VfB gehört zusammen mit dem FC Bayern derzeit zu den am stärksten vertretenen Vereinen im DFB-Kader: Je fünf Spieler stammen aus Stuttgart beziehungsweise aus München. Hätten Aleksandar Pavlovic und Jonas Urbig in der vergangenen Woche aber nicht verletzungsbedingt abreisen müssen, würde der deutsche Rekordmeister aktuell den größten Block im Team von Nagelsmann bilden.
Die hohe Anzahl an Nationalspielern beim VfB sorgt intern für Freude und gilt als Auszeichnung für die Leistungen der Profis. Gleichzeitig verdeutlicht sie, wie sehr Klubentwicklung, Trainer und Betreuer an der Empfehlung von Spielern für Nationalteams beteiligt sind.
Wehrle über Anerkennung und zwölf Nationalspieler beim VfB
„In erster Linie haben sich die Jungs das verdient“, sagte Alexander Wehrle, der seit 2022 Vorstandschef beim VfB ist, gegenüber WELT. „Ich freue mich für sie, weil es eine Anerkennung für ihre Leistungen ist. Aber dahinter stecken natürlich auch immer andere Spieler, die Trainer und Betreuer, die ihren Teil dazu beitragen, dass wir als Team funktionieren, in dem sich dann Spieler für Nationalteams empfehlen. Auch sie haben ihren Anteil daran.“
Wehrle verwies darauf, dass man aktuell insgesamt zwölf Nationalspieler beim VfB habe. In Bezug auf die deutschen Auswahlspieler erwähnte der 51-Jährige Angelo Stiller namentlich und brachte zum Ausdruck, dass er es „wie viele andere nicht verstanden habe“, warum Stiller anfangs nicht nominiert wurde.

Angelo Stiller: Anfangs ausgelassen, dann als überzeugender Ballverteiler
Bundestrainer Nagelsmann hatte im Kader für die Spiele gegen die Schweiz und Ghana zunächst auf Stiller verzichtet, der beim VfB Dreh- und Angelpunkt im Spiel ist – und dafür Pavlovic und Felix Nmecha vom BVB den Vorzug gegeben. Letzterer aber fiel dann ebenfalls verletzt aus, sodass Stiller in der Partie gegen die Schweiz neben dem Münchner Leon Goretzka sogar von Beginn an zum Einsatz kam – und den Bundestrainer überzeugte.
Nagelsmann lobte Stiller für seine Qualitäten als „sehr, sehr guter Ballverteiler“. Er sei ein Spieler, der extreme Ruhe ausstrahlen würde „und nie nervös wird, auch wenn er Druck hat, das macht er einfach gut“. 81 Minuten stand Stiller gemeinsam mit Goretzka auf dem Rasen, ehe der Bundestrainer mit Pascal Groß und Anton Stach eine neue Doppelsechs brachte.
Die Zahlen untermauern das gute Spiel von Stiller. Er hatte 79 Ballkontakte und spielte 72 Pässe, von denen 92 Prozent auch ankamen. Zudem gewann er die Hälfte seiner sechs Zweikämpfe. Zur Wahrheit gehört auch, dass Stiller einen Anteil am ersten Gegentor hatte.
Weitere VfB-Akteure im DFB-Kader: Führich, Vagnoman und Undav
Neben Nübel und Stiller gehören noch die Stuttgarter Chris Führich, der ebenfalls nachnominiert wurde, Josha Vagnoman und Deniz Undav zum DFB-Kader. Letzterer ist mit 23 Pflichtspieltreffern und 13 Vorlagen derzeit der mit Abstand beste deutsche Stürmer.
Gegen die Schweiz musste Undav zuschauen. Im Angriff startete Kai Havertz, ehe später Nick Woltemade zum Einsatz kam.

VfB-Tradition: Stuttgarter in WM- und EM-Kadern
Dass Profis vom VfB ein Thema für die deutsche Nationalmannschaft sind, hat Tradition. Bei der EM 2024 stellten die Schwaben mit vier Spielern (Undav, Führich, Waldemar Anton und Maximilian Mittelstädt) nach dem FC Bayern (fünf) die stärkste Fraktion.
Historische VfB-Blöcke bei großen Turnieren
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EM 2024 (4 Spieler): Deniz Undav, Chris Führich, Waldemar Anton, Maximilian Mittelstädt.
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WM 2010 (3-4 Spieler): Sami Khedira, Cacau, Serdar Tasci. (Christian Träsch war nominiert, fiel aber kurzfristig verletzt aus).
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EM 2004 (4 Spieler): Philipp Lahm, Kevin Kuranyi, Andreas Hinkel, Timo Hildebrand.
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EM 1984 (4 Spieler): Guido Buchwald, Helmut Roleder, Bernd Förster, Karl-Heinz Förster.
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EM 1980 (3 Spieler – Europameister): Bernd Förster, Karl-Heinz Förster, Hansi Müller.
Bei der WM 2010 zählten mit Sami Khedira, Cacau, Serdar Tasci und Christian Träsch ursprünglich vier Stuttgarter zum deutschen Kader. Da sich Träsch kurzfristig verletzte, reiste nur ein Trio mit nach Südafrika.
Bei der EM 2004 waren mit Philipp Lahm, Kevin Kuranyi, Andreas Hinkel und Timo Hildebrand ebenfalls vier Schwaben dabei, wie auch bei der EM 1984 – Guido Buchwald, Helmut Roleder sowie die Brüder Bernd und Karl-Heinz Förster. Eine WM oder EM mit mehr als vier Stuttgartern im deutschen Kader gab es in der Geschichte noch nie – dafür wurden aber drei Stuttgarter 1980 Europameister: die Förster-Brüder und Hansi Müller.
Müller absolvierte von 1975 bis 1982 insgesamt 186 Spiele für den VfB und erzielte 65 Tore. Der 68-Jährige ist heute Markenbotschafter beim VfB, der in der Bundesliga sieben Spieltage vor Saisonende auf Platz drei und auf Kurs Champions League liegt. „Dass so viele Spieler des VfB Stuttgart bei der Nationalmannschaft dabei sind, ist quasi ein Spiegelbild von dem, was der VfB abliefert“, sagte Müller im Gespräch mit WELT.